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12.02.2007 
Familienunternehmen

Im Schatten der Medien

von Bert Fröndhoff

Familienunternehmen fühlen sich von der Öffentlichkeit zu wenig wahrgenommen. Die Schuld daran liegt aber nicht selten bei ihnen selbst. Es gibt aber auch Mittelständler, die in aller Munde sind.

DÜSSELDORF. Götz Werner ist ein Anthroposoph. "Verständnis und Respekt" nennt der 63-Jährige, wenn er nach Werten gefragt wird, mit denen er die von ihm gegründete Drogeriemarktkette dm und deren Mitarbeiter führt. Statt Anweisungen zu geben, stellt er sie als selbstbestimmte Menschen in den Mittelpunkt. Mit seinen Vorstellungen schaltet sich Werner stets auch in die gesellschaftliche und politische Diskussion ein, schreibt Bücher, hält Vorträge.

Der dm-Chef gilt als Unternehmer, der seine Haltung konsequent lebt. So offensiv in die Öffentlichkeit wie er wagen sich die wenigsten Familienunternehmer, obwohl sie in ihren Firmen meist ebenso eine spezielle Kultur und Werteorientierung geschaffen haben. Die Scheu vor dem Publikum ist groß. Ein Fehler?

"Es wird viel zu wenig wahrgenommen, wie ernsthaft deutsche Unternehmer nach ihren Werten handeln und leben", kritisiert Jon Baumhauer, Vorsitzender des Familienrates der E. Merck OHG, die den Pharmakonzern Merck KGaA kontrolliert. Er fordert Unternehmer auf, diese Werteorientierung offener darzustellen - auch um gesellschaftspolitische Diskussionen zu beeinflussen.

Tatsächlich beklagen viele Familienunternehmer, dass die großen börsennotierten Konzerne das öffentliche Bild und Ansehen der Wirtschaft und des Wirtschaftens bestimmen. Dies zeigte sich am Wochenende auf dem 9. Kongress für Familienunternehmen, der von Studenten der Uni Witten/Herdecke organisiert wurde. Er ist der größte in Europa, die mehr 250 dort vertretenen Familienunternehmen stehen für einen Umsatz von rund 100 Mrd. Euro. Sie diskutierten über die "Macht der Haltung" - und deren Potenzial.

Viele halten die alleinige Orientierung an den Publikumsgesellschaften für ein gesellschaftspolitisches Problem. "Dagegen sollten die Familienunternehmer ein Leitbild setzen", heißt es in einer der Empfehlungen (siehe "Thesen"). Doch für welche Werte stehen diese Firmen, die den Großteil der deutschen Wirtschaft ausmachen? Verlässlichkeit, Verantwortung und Kontinuität, nennt Florian Langenscheidt, Gesellschafter der Verlagsgruppe Langenscheidt. "Wir bieten ein Gegenmodell zum kurzfristigen Denken."

Lesen Sie weiter auf Seite 2: "Damit schaffen sie Identifikation und Motivation."

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