0 Bewertungen
08.05.2008 
Laut Bundesgerichtshof

Internetauktionshaus muss gegen Verkauf von Plagiaten vorgehen

Internetauktionshäuser müssen wirksam gegen den Verkauf gefälschter Markenprodukte auf ihrer Online-Plattform vorgehen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) am Mittwoch im Rechtsstreit um falsche Rolex-Uhren auf der früheren Internet- Plattform "ricardo.de" entschieden. Nach dem Urteil müssen Plagiate unverzüglich gesperrt werden, sobald das Auktionshaus darauf hingewiesen wird.

dpa KARLSRUHE. Darüber hinaus müssen die Internetplattformen "technisch mögliche und zumutbare Maßnahmen" ergreifen, um weitere Plagiatverkäufe zu unterbinden.

Im konkreten Fall, der bereits zum zweiten Mal beim BGH gelandet war, hatte ein Anbieter über "ricardo.de" erkennbar gefälschte Rolex- Uhren versteigert - gekennzeichnet als "Edelreplika" und "perfekt geklont". Die Firma Rolex klagte deshalb gegen das Auktionshaus. (Az: I ZR 73/05 vom 30. April 2008)

Der BGH bestätigte nun seine bisherige Rechtsprechung, wonach Internetauktionshäuser die Angebote ihrer Kunden zwar nicht generell auf Markenrechtsverstöße überprüfen, jedoch auf konkrete Hinweise reagieren müssen. In diesem Fall sei es "ricardo.de" bekanntgewesen, dass schon früher falsche Rolex-Uhren auf ihrer Plattform versteigert worden seien. Deshalb hätte die Plattform Kontrollmaßnahmen ergreifen müssen, um Vorsorge gegen den weiteren Verkauf von Rolex-Imitaten zu treffen.

Allerdings dürften den Auktionshäusern keine unzumutbaren Prüfpflichten auferlegt werden, die das gesamte Geschäftsmodell infrage stellten, befand der BGH. Das Urteil gilt zudem nur bei Angeboten "im geschäftlichen Verkehr" - also von Kunden, die häufig Waren auf der Plattform zur Versteigerung anbieten.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Bitterer Beigeschmack  Artikel in Merkliste

04.09.2008 von Thomas Wiede

Das Schlimmste scheint überstanden zu sein: BP hat sich mit seinen russischen Partner darauf verständigt, wie es beim umkämpften Ölkonzern TNK-BP weiter gehen soll. Als Sieger dürfen sich bei dem Kompromiss, den die beiden zerstrittenen Partnern bekanntgegeben haben, die Russen fühlen. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Die nächste Revolution  Artikel in Merkliste

04.09.2008 von Siegfried Grass

Die Ernährungsprobleme der Menschhheit lassen sich lösen - vorausgesetzt, die Agrarbiotechnologie bekommt eine Chance. Kommentar

weiterHandelsblatt Quiz

Werbesprüche-Quiz: Auf Kundenfang mit dem Wir-Gefühl

Los geht's!Seit 1990 ist „Wir“ das wichtigste Wort in der Werbesprache. Wissen Sie, wer noch mit dem Sinn für Gemeinschaft auf Kundenfang geht?
Testen Sie Ihr Wissen!
Anzeige