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10.08.2007 
Verfahren eingeleitet

Justiz ermittelt gegen IKB-Manager

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat wegen des Beinahe-Zusammenbruchs der IKB ein Ermittlungsverfahren gegen den geschassten Vorstandschef Stefan Ortseifen und weitere Verantwortliche des Instituts eingeleitet. Das Verfahren ist Wasser auf die Mühlen der Verfechter einer verschärften Manager-Haftung.

IKB-Sitz in Düsseldorf. Foto: dpaLupe

IKB-Sitz in Düsseldorf. Foto: dpa

HB DÜSSELDORF. Justizsprecher Arno Neukirchen sagte am Freitag, es bestehe der Verdacht der Untreue und des Verstoßes gegen das Aktiengesetz. Möglicherweise seien durch die Manager auch Informationspflichten verletzt worden. Wer neben Ortseifen als Beschuldigter gilt, ließ die Behörde offen. Zuvor hatte der Oberstaatsanwalt Peter Lichtenberg erklärt, das Verfahren gehe auf Strafanzeigen zweier Privatleute zurück, die im Laufe der Woche eingegangen seien und sich gegen die Informationspolitik der IKB richteten.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft betonte, das Geldinstitut habe die Herausgabe aller benötigten Unterlagen zugesagt. "Die Bank ist sehr kooperativ", sagte Neukirchen. Die Bank hatte bereits über Ermittlungen der Staatsanwaltschaft berichtet. "Die IKB wird die Staatsanwaltschaft vollumfänglich bei ihrer Arbeit unterstützen und in jeglicher Hinsicht kooperieren, damit möglichst schnell eine vollumfängliche und lückenlose Aufklärung der Vorgänge in unserem Haus erfolgt", hatte ein IKB-Sprecher betont.

Am 20. Juli hatte das Institut in einer Pressemeldung erklärt, man sei "lediglich mit einem einstelligen Millionenbetrag" von der Hypotheken-Krise in den USA betroffen. Der für 2007 erwartete operative Gewinn werde erreicht. Nur zehn Tage später musste das Unternehmen eine Gewinnwarnung herausgeben, worauf die IKB-Aktie massiv einbrach.

Daraufhin hatte die staatliche KfW-Bank eine Liquiditätslinie in Höhe von 8,1 Milliarden Euro übernommen, die die IKB einem US-Fonds gewährt hatte. Zudem wurden weitere Risiken bei der IKB selbst in Höhe von einer Milliarde Euro übernommen. Die KfW ist mit 38 Prozent größter Anteilseigner der IKB. Neben Vorstandschef Ortseifen kostete die Fehlspekulation auch IKB-Finanzvorstand Volker Doberanzke den Posten.

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) forderte rechtliche Konsequenzen aus der IKB-Affäre. Der Fall mache einmal mehr überdeutlich, "wie dringend wir hier zu Lande eine direkte Haftung von Vorständen und Aufsichtsräten gegenüber ihren Aktionären im Fall fehlerhafter Kapitalmarktinformation brauchen", sagt DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker.

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