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11.11.2007 
Balzac Coffee

Kaffeekönigin

von Tanja Kewes

Vanessa Kullmann wusste lange nicht, was sie mit sich anfangen sollte. Dann kam sie auf den Geschmack – an Kaffee aus Pappbechern bei Starbucks. Ihren Durst konnte sie seitdem nicht mehr stillen. Dafür brüht und brodelt ihre Kaffeehauskette Balzac Coffee heute in ganz Norddeutschland.

Vaness Kullmann hat die Deutschen Schlückchen für Schlückchen auf den Geschmack gebracht. Foto: Archiv

Vaness Kullmann hat die Deutschen Schlückchen für Schlückchen auf den Geschmack gebracht. Foto: Archiv

DÜSSELDORF. Die erste Unterschrift jagt ihr heute kalte Schauer über den Rücken. 26 Jahre jung, ohne Konzept und von Gelddingen keine Ahnung unterschreibt Vanessa Kullmann im Frühjahr 1998 einen Fünf-Jahres-Mietvertrag für ein Ladengeschäft in den Colonnaden an der Alster. Eine piekfeine Adresse in Hamburg. Ihre Idee: in Deutschland eine Kaffeehauskette im amerikanischen Stil à la Starbucks gründen. „Der Laden war die Chance, und ich habe die Chance einfach ergriffen“, sagt Kullmann, lacht und zuckt mit den Schultern. Sie wusste damals einfach, was sie wollte – zum ersten Mal in ihrem Leben.

Auch nicht die negativen Ergebnisse eines Markttests, den sie vor dem Laden durchführt, um Argumentationsstoff für Investoren zu sammeln, lassen die junge Frau mit den großen braunen Augen den Mietvertrag wieder canceln . Keiner der befragten Passanten kann sich vorstellen, Kaffee im Gehen aus einem Pappbecher mit Plastikdeckel zu trinken und dafür fünf Mark zu zahlen. Mit einem „Ach, die wissen ja gar nicht, was ihnen entgeht!“ wischt die Pionierin mit dem unschuldigen Blick eines Kindes die schlechten Nachrichten vom Tisch – und bringt die Deutschen Schlückchen für Schlückchen auf den Geschmack.

Balzac Coffee ist heute eine Kaffeehauskette mit 36 Filialen in Hamburg, Berlin, Hannover und Lübeck. Für frische Muffins, Donuts und Marmorkuchen sorgt die eigene Bäckerei. 410 Mitarbeiter, 70 davon in Vollzeit, stehen im Dienste der deutschen Kaffeehauskette nach amerikanischem Vorbild und mit französischem Namen. Im Jahr 2005 machte Balzac Coffee zwölf Millionen Euro Umsatz und schrieb eigenen Angaben zufolge mit braunen Bohnen schwarze Zahlen. Aktuellere Angaben gibt es nicht. Die Jungunternehmerin selbst ist als die „Kaffeekönigin von Hamburg“ bekannt – auch wenn sie ihre Freizeit inzwischen viel lieber in New York bei ihrem Freund, dem Fotografen Jameel Khaja verbringt. Seit Mai 2006 kann sich die 35-Jährige zudem „Unternehmerin des Jahres“ nennen – eine Auszeichnung, die das Champagnerhaus Veuve Cliquot seit 1972 verleiht. „Vanessa Kullmann vereint pionierhaftes Handeln und Wagemut mit Kreativität und einem unbändigen Selbstvertrauen. Visionäre Fähigkeiten ermöglichten es ihr, eine amerikanische Geschäftsidee früh nach Deutschland zu bringen, die Nische geschickt zu besetzen, um anschließend stark zu expandieren“, begründete Juror und Cartier-Europachef Tom Meggle die Wahl.


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Die Nase trägt die Hanseatin deshalb nicht höher. Ihr Auftreten ist ruhig und doch bestimmt. Von Typ und Gestik wie dem Zurückschieben ihrer langen dunklen Haare erinnert Kullmann an die TV-Moderatorin Anne Will. Und ihr Lieblingsgetränk? „Haselnuss Latte macchiato!“ Von der Hausmarke und im praktischen Pappbecher, versteht sich. Bis sie beides allerdings wie jetzt in ihrem Hamburger Büro in der Burchardstraße ruhig in der Hand halten konnte, war es ein weiter Weg.

Mit dem Mietvertrag für den Laden in den Colonnaden macht sich Kullmann 1998 selbst Beine: „Jetzt gab es kein Zurück mehr!“ Unter Hochdruck übt sie sich in der elterlichen Waschküche mit einer professionellen Espressomaschine ab. Die Prozedur ist tricky: Das Wasser muss exakt 25 Sekunden durch den Siebträger laufen – bei einer Wassertemperatur von 89 bis 92 Grad Celsius. Eine zu lange Durchlaufzeit setzt Bitterstoffe frei und zerstört die Aromen. Ihre ersten Espressi können sich weder sehen, geschweige denn riechen oder trinken lassen. Entmutigen lässt sie sich nicht. Zu groß war das „Wow“-Erlebnis ihres ersten Coffee to go bei Starbucks in New York, und zu nachhaltig klingt die Durchhalteparole des Vaters in ihren Ohren nach: „Alles ist leicht, wenn man stark ist!“ Nach zwei Wochen ist die braune Brühe trinkbar, nach drei Wochen ein Genuss.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: „Du – eine Unternehmerin?“

Auch die Namensfindung glückt unkonventionell. „Ein wahrer Kaffeefreund war Honoré de Balzac. Er soll täglich bis zu 70 Tassen Kaffee getrunken haben“, erzählt ihr ein Freund beiläufig. Kullmann horcht auf – das wäre doch ein guter Namenspatron. Ohne je ein Werk des französischen Schriftstellers aus dem 19. Jahrhundert gelesen zu haben, tauft sie ihren Kaffeeladen Balzac. Ihr gefällt auch der internationale Charakter: der Name französisch, die Idee amerikanisch, das Produkt italienisch und die Unternehmerin eine Deutsche.

Den Businessplan entwirft Kullmann zusammen mit einem alten Schulfreund – und der überzeugt prompt. Die Deutsche Ausgleichsbank findet Gefallen an „Balzac Coffee“ und gewährt einen Kredit von 150 000 Mark. Trotz dieser ersten Vorschusslorbeeren – Familie und Freunde bleiben skeptisch: „Nessie, warum willst du denn gerade ein Café eröffnen? Es gibt doch schon an jeder Ecke in Hamburg eines“, fragt etwa ihre Mutter Norma Kullmann, eine Heilpraktikerin. Auch Freundinnen sind verdutzt: „Du – eine Unternehmerin?“

Die Zweifel kommen nicht von ungefähr – das weiß auch Kullmann, die mit vollem Namen Vanessa Norma Luise Kullmann heißt. „Ich war nie eine Superschülerin, das Abi habe ich gerade so geschafft, und ich wusste lange nicht, was ich wollte – aber“, erzählt sie, „dass ich eines Tages einmal mein eigenes Ding mache, das stand für mich immer fest.“ Ein Selbstbewusstsein, das die junge Frau aus finanzieller Rückendeckung und liberalem Elternhaus hat und das sie trotz aller Emotionalität weit trägt – weiter als die meisten Menschen – und wohl auch weiter, als sie selbst sich zugetraut hätte. Kullmann überzeugt sie alle – die Freundinnen und die Familie. Die Mutter backt mit „Nessie“ die ersten Muffins, der Vater hilft als Ex-Vorstand des Handelskonzerns Otto mit ökonomischem Sachverstand, und die vier Jahre ältere Schwester Natalia beteiligt sich finanziell.

Wie ihr Namenspate Balzac hat Kullmann bis dahin ein unruhiges Leben geführt – stets auf der Suche. Nach dem Abitur verliert sich Kullmann erst einmal für zwei Jahre in der Modebranche: In Italien jobbt sie in Schneiderateliers, ein Bewerbungsschreiben an die Hamburger Modedesignerin Jil Sander bleibt unbeantwortet. Im Jahr 1994 startet Kullmann schließlich auf Drängen ihrer Eltern an der renommierten Textilfachschule Nagold eine Ausbildung zur Textilbetriebswirtin, die sie 1996 abschließt.

Viel schlauer fühlt sich Kullmann danach nicht, und gefunkt hat es auch nicht: „Immerhin wusste ich jetzt, was ich nicht will!“ Auch ruhiger ist sie durch die Ausbildung nicht geworden. Ihr nächster Fluchtpunkt ist New York, wo sie sich als Assistentin in der Mode- und Werbeszene durchschlägt. Die Lebensart der Metropole beflügelt sie, und kleine Erfolgserlebnisse wie der Aufstieg zum „Executive Assistent“ geben ihr Auftrieb und lassen sie Vorbilder suchen. Der Gründermut des Inders an der Ecke, der kaum Englisch spricht, den aber alle wegen seines fantastischen Chicken Currys lieben, steckt sie an: „Es kann doch nicht so schwer sein!“ Ihr „Wow-Erlebnis“ – wie sie es selbst formuliert – hat sie eines Mittags, als sie für sich und ihre Kollegen Kaffee bei Starbucks holt. Vor ihr in der Schlange wartet Filmstar Harrison Ford, hinter ihr zieht sich ein Obdachloser die Schuhe aus, und sie steht dazwischen. „Eine Kaffeehauskette à la Starbucks in Deutschland – das wär’s! Das ist mein Ding!“ Kullmanns Augen leuchten noch heute, wenn sie sich an diese Szene erinnert, die ihr Leben verändert hat.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Der Wagemut der Pionierin hat allerdings etwas gelitten

Ihre kindliche Begeisterungsfähigkeit hat sie sich bis heute bewahrt. Im schmal geschnittenen Designerblazer sitzt sie in ihrem Besprechungsraum, nippt mit roten Jetlag-Augen an einem Haselnuss Latte macchiato und erzählt und erzählt. „Kennen Sie diesen chinesischen Bubble-Tea?“ fragt sie, und ihre Stimme überschlägt sich. „Die Kügelchen im Mund sind der Wahnsinn! – Wissen Sie, was das ist?“ Eine Antwort erwartet Kullmann nicht wirklich. Vielmehr ist sie als „Genussmensch“ – so bezeichnet sie sich selbst – stets auf der Suche nach neuen Geschmackserlebnissen. „Wenn ich etwas Neues sehe wie neulich diesen bunten Schokoriegel, dann muss ich den kaufen, dann muss ich da reinbeißen.“

Der Wagemut der Pionierin hat allerdings etwas gelitten. Alles auf einmal zu wollen und etwas erleben zu wollen ist der Balzac Coffee GmbH nicht immer gut bekommen. Im Sommer 1999 eröffnet Kullmann mit ihrem kleinen Team auf einen Schlag sechs neue Filialen – eine davon in München. Der Logistikaufwand ist zu groß. Die Filiale in München muss bald wieder schließen. „Vor die Mitarbeiter zu treten und das Aus zu verkünden hat mich sehr mitgenommen – zumal es ja nicht an ihnen lag und ich ihnen nicht einmal wie in Hamburg eine neue Stelle in einer anderen Filiale um die Ecke anbieten konnte“, sagt Kullmann.

Ein Tief in ihrer Unternehmensgründung, das sie nachhaltig geprägt hat. Auf die Frage etwa, ob Balzac Coffee nicht das ideale Franchise-Konzept wäre, antwortet sie: „Das System ist noch nicht ausgereift. Wir probieren noch viel – zum Beispiel Plundergebäck ja oder nein, Frühstück ja oder nein.“ Diese Experimente könne sie keinem Franchisepartner zumuten. Das System, ihr System müsse erst weiter standardisiert und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Mitarbeiter erhöht werden. Für die rund 30 Bäcker etwa, die in der eigenen Bäckerei in Hamburg arbeiten, hat sie einmal weiße Mützen mit goldenem Schriftzug „Balzac Coffee“ entwerfen lassen.


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Die Büroetage in der Hamburger Innenstadt ist funktional eingerichtet, ohne anonym zu sein. Ihr Büro teilt sich Kullmann mit drei Kollegen. Hinter ihrem Schreibtisch am Kopfende des Raumes hängt eine großformatige Arbeit der Bühnenbildnerin Sabine Heeß. Das Thema: die Welt des Kaffees. Und im Buchregal zu ihrer Linken steht eine breite Front Kochbücher: „Würzen“, „Cookie Book“, „Food for Fifty“, „Bean Business Basics“.

Ausbeuterei und Systemgastronomie à la Starbucks, Mc Donald’s oder Dunkin’ Donuts – zwei Begriffe, die sich nicht unbedingt ausschließen. Auch Balzac Coffee sorgte in der Vergangenheit für Negativschlagzeilen. Kullmann verlange viel zu viel und bezahle schlecht, zu wenig, rumorte es. Um die Mitarbeiter auf Kurs zu bringen und fortzubilden, räumte Kullmann in der Unternehmensetage einen Raum für Schulungen frei. Storemanager werden zudem mit einem Bonussystem direkt am Erfolg ihrer Filiale beteiligt. Einen besonders erfolgreichen Manager schickt die Chefin schon einmal für ein Wochenende nach Mallorca.

Lesen Sie weiter auf Seite 4: „Mein Buch ist keine Biografie, sondern soll motivieren.“

Ihre Erfahrungen als Unternehmerin, die Hochs und Tiefs bei Balzac Coffee, hat Kullmann in einem Buch niedergeschrieben. „Keine große Sache. Coffee to go oder wie man den Traum vom eigenen Unternehmen verwirklicht“ ist der Titel. In ihm erzählt Kullmann mit vielen Anekdoten und einfacher Sprache, wie sie ihren Weg gegangen ist, und spart dabei nicht an Tipps für Unternehmensgründer. „Mein Buch ist keine Biografie, sondern soll motivieren – alle diejenigen, die bisher den Schritt in die Selbstständigkeit noch nicht gewagt haben – Teetrinker inbegriffen!“ Das Buch, das im Mai erschienen ist, schlägt ein wie eine Bombe, wird zu einer großen Sache und ist inzwischen in dritter Auflage erschienen. Seit September ist Kullmann deshalb auf Tauchstation gegangen. Anfragen für Interviews lässt sie durch die eigens engagierte PR-Agentur abblocken. „Frau Kullmann will sich wieder auf das Geschäft konzentrieren“, heißt es.

Die neue Ernsthaftigkeit hat ihre theoretische Basis. Von 1999 bis 2001 klinkte sich Kullmann noch einmal aus. Sie studiert an der Elite-Universität Cornell im Bundesstaat New York Restaurant-Management. Mit dem Master in Hospitality Management kehrt sie an die heimische Espressomaschine zurück, überprüft die bis dato neun Filialen und plant den großen Sprung – und der glückt.

Im Jahr 2003 beteiligt sich der Private-Equity-Fonds Granville Baird mit einer qualifizierten Minderheit an Balzac Coffee. Die drei Millionen Euro fließen in die Expansion. Jede neue Filiale schaut sich Kullmann bis heute persönlich an. „Ich muss den Raum fühlen – das Licht, die Deckenhöhe, die Geräusche“, erzählt Kullmann und grinst in Erinnerung an ihre ersten Erfahrungen: „Ein Markttest reicht mir nicht – damals wie heute.“ Aus neun Filialen werden binnen vier Jahren 36, neben dem Laden in München müssen allerdings drei weitere wieder schließen.


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Die Professionalisierung kommt nicht von ungefähr. Die Pionierin ist nicht länger allein an der Espressomaschine. Die Kaffeekonkurrenz hat sich formiert. Der Kampf um die 156 Liter Kaffee, die die Deutschen durchschnittlich pro Kopf und Jahr trinken, ist entbrannt. Starbucks selbst kam im Jahr 2002 nach Deutschland, zwar drei Jahre nach Balzac Coffee, doch mit geballter Kraft. 108 Filialen hat die amerikanische Kaffeekette bisher in Deutschland eröffnet und ist in 28 Städten vertreten. In Hamburg leuchtete das schwarz-grüne Logo lange nicht – die Kaffeestadt galt als besetztes Gebiet. Im September 2006 eröffneten die Amerikaner dann aber ihre erste Filiale in einem Einkaufszentrum, fünf weitere folgten seitdem.

Eine lähmende Schreckensnachricht für die Kaffeekönigin von Hamburg? „Nein“, sagt Kullmann, nimmt einen Schluck aus ihrem 0,3-Liter-Becher Haselnuss Latte macchiato und streicht ihr Haar zurück, „Balzac Coffee schwimmt auf der Genusswelle mit.“

Lesen Sie weiter auf Seite 5: Vanessa Kullmann und ihre Konkurrenz

Vanessa Kullmann...

Vanessa Kullmann wird 1972 in Hamburg geboren. Nach dem Abitur lernt sie Textilbetriebswirtin an der Fachschule Nagold. In der Ausbildung findet sie jedoch nicht, was sie sich erhofft hatte. Es folgen diverse Praktika als Stylistin und Studioassisstentin in New York. Beim Kaffeeholen bei Starbucks kommt ihr die Idee, in Deutschland eine Kaffeehauskette zu gründen. Noch in den USA besucht sie das Wochenend-Seminar „How to open a Coffee Shop?“ Im Mai 1998 eröffnet sie in ihrer Heimatstadt den ersten eigenen Coffee-Shop. Das Konzept, das Filterkaffee und Kännchen ablöst, kommt an. Heute gibt es Balzac Coffee 36 mal in Deutschland.

...und ihre Konkurrenz

Starbucks: Das Original kommt aus den USA und ist nach dem ersten Maat in Herman Melvilles Roman Moby Dick benannt. 14 400 Filialen gibt es weltweit. In Deutschland ist Starbucks seit dem Jahr 2002 vertreten und Platzhirsch. Die 180 Filialen binnen weniger Monate, die der US-Konzern beim Start angekündigt hatte, wurden bisher jedoch noch nicht erreicht – noch nicht. 108 Filialen gibt es bis dato und noch viele weiße Flecken. In Ostdeutschland ist das schwarz-grüne Logo mit der Meerjungfrau etwa noch gar nicht präsent. Die Kaffeeköstlichkeiten um die drei Euro verkaufen sich am besten in wirtschaftlich prosperierenden Landstrichen. Eine Lücke im Netz hat Starbucks im vergangenen Jahr aber geschlossen und den Kampf Goliath gegen David eröffnet: Hamburg. Die Hansestadt war bisher Balzac-Coffee-Land.

Mc Café: McDonalds ist im Jahr 2003 in Deutschland zwar noch später mit dem eigenen Kaffeekonzept McCafé gestartet als das amerikanische Vorbild Starbucks. Die Fastfoodkette legt jedoch ein hohes Tempo vor. Über 300 McCafés gibt es bereits bundesweit und die Expansion geht weiter. Das „Café“ ist dabei meist an ein Schnellimbisslokal gekoppelt, aber abgetrennt. Das Interieur in braun und beige ist jedoch ganz anders und erinnert als eine Art Lounge stark an Starbucks. Der Schotte hat auch den Preiskampf eröffnet. Cappuchino und Café Latte kosten ab 1,80 Euro.

Woyton: Woyton hat eine ähnliche Geschichte wie Balzac. Der 36-jährige Martin Schäfer eröffnete seine erste Filiale 1998 in Düsseldorf. Benannt ist die Kette nach seinem GroßvaterArthur Woyton. 20 Filialen gibt es bisher – in Düsseldorf (9), Köln (6), Neuss (1),Oldenburg (2), Wilhelmshaven (1) und auf Sylt (1). Anders als bei der Konkurrenz gibt es bei Woyton auch warmes Essen und eine gewisse Bio-Orientierung. Die Expansion des nach wie vor gründergeführten Unternehmens treibt die Café & Bar Celona GmbH (Extrablatt) mit voran, die seit 2004 ein Viertel der Anteile hält.

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