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06.10.2007 

Und auch Peter Mißler, Manager im Rechnungswesen der Deutschen Post, bestätigt, dass die Chemie zwischen seinen Mitarbeitern und den Boozies stimmte, als sie kürzlich die Prozesse des Berichtswesens überarbeiteten. „Bei uns muss jeder den so genannten Airport-Test bestehen, bevor er als Berater eingestellt wird“, verrät Susanne Mathony, Marketingchefin Europa bei Booz Allen das Geheimnis des besonderen Teamplayergeists ihrer Kollegen. „Acht Partner entscheiden unabhängig voneinander. Das Szenario: Nach einer harten Projektwoche ist das Team am Flughafen von Timbuktu gestrandet. Der Flug ist gecancelt. Alle möchten eigentlich nur noch nach Hause und schlafen. Stattdessen steht eine Nacht in der Flughafen-Lounge an. Die entscheidende Frage: Kann ich mir vorstellen, die Stunden des Wartens mit diesem Kandidaten im interessanten Gespräch zu überbrücken?“

Nur wenn alle acht ja sagen, erhält der Bewerber ein Angebot. Wahrscheinlich hat Booz Allen – die auch als Beratung zum Kuscheln tituliert wird – ihre Top-Platzierung aber auch dieser Tatsache zu verdanken: Ihre Berater haben im Schnitt schon mehr Berufserfahrung gesammelt als die Nachwuchstalente anderer Consultinghäuser – schon bevor sie ins Beratergeschäft einsteigen. Solche Praktiker können sich meist besser in die Lage der Mitarbeiter eines Klienten versetzen. Und sie wissen aus eigener Erfahrung, dass sich Berater auf dem Papier vieles ausdenken und mit Fachwissen noch so brillieren können.

Doch wenn ein Projekt gegen den Widerstand der Mitarbeiter durchgesetzt werden soll, ist es in der Praxis oft zum Scheitern verurteilt. Angesichts der häufigen Personalwechsel in den Konzernetagen gilt zudem heute mehr denn je „der Projektleiter von heute kann der Vorstand von morgen sein“, urteilt Pierre Deraëd von Oliver Wyman. Die einzelnen Unternehmensberatungen unterscheiden sich nicht so sehr in den Lösungen, die sie erarbeiten, sondern im Stil, in dem sie umsetzen. „Bei McKinsey bekommen Sie es etwas blutiger, bei Roland Berger etwas deutscher und bei uns etwas netter“, witzeln Berater unter sich. Auch Sven Breipohl, Personalchef bei Roland Berger Strategy Consultants, glaubt, dass die Zeiten vorbei sind, in denen Berater von oben herab Weisheiten in die Unternehmen trugen. „Ein guter Berater ist durchsetzungsstark und teamorientiert zugleich“, beschreibt Breipohl. Und das bedeutet auch, dass er den Mitarbeitern auf den unteren Ebenen zuhört – was sie für praktikabel halten und was nicht. Franz-Josef Seidensticker, Deutschland-Chef von Bain fragt: „Was bringt uns und unseren Klienten eine 100 Prozent intellektuell durchdachte Lösung, die von der Organisation null Prozent akzeptiert wird? Dann ist eine 80 Prozent intellektuell richtige Lösung schon besser, wenn sich diese zu 100 Prozent umsetzen lässt.“

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