Firmen wie Lego oder Adidas setzen neuerdings ihren Kunden nicht mehr nur Produkte aus den eigenen Labors vor, sondern binden sie in die Entwicklung ein. Dabei nutzen sie Internet-Communities für die Produktentwicklung.
Innovationen: Kreative Gemeinschaft
Anfang 2006 haben Initiator Markus Merz und die deutsche Zeitschrift „Technology Review“ das Projekt wiederbelebt, das im ersten Anlauf vor ein paar Jahren gescheitert war. Sie setzen auf die derzeit neue Leidenschaft zum Mit- und Selbermachen im Internet, die mit dem Begriff Web 2.0 auch einen marketingtauglichen Namen bekommen hat. Bestes Beispiel ist die Online-Enzyklopädie Wikipedia: Sie wird allein von Nutzern im Internet geschaffen und beweist, welche Ergebnisse das Zusammenwirken übers Netz mittlerweile erreichen kann.
Von dieser neuen Bewegung wollen auch Industrieunternehmen profitieren, vor allem bei der Entwicklung neuer Produkte. Firmen wie Lego oder Adidas setzen neuerdings ihren Kunden nicht mehr nur Produkte aus den eigenen Labors vor, sondern binden sie in die Entwicklung ein. „Offene Innovation“ und „interaktive Wertschöpfung“ nennen dies Ralf Reichwald, Professor an der TU München, und Frank Piller von der MIT Sloan School of Management in Cambridge, Massachusetts.
Mit der Öffnung ihres Innovationsmanagements versuchen die Unternehmen, das Wissen ihrer Kunden anzuzapfen und deren Bedürfnisse besser zu erkennen. In klassischen Märkten mit Geschäftskundenbeziehungen wie etwa dem Maschinenbau ist dieser enge Austausch seit langem üblich, sagt Piller. Das Internet würde dies nun auch Konsumgüterherstellern technisch und organisatorisch ermöglichen.
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