0 Bewertungen
27.02.2008 

Ein ungleicher Kampf. Denn im Gegensatz zu Richtern und Staatsanwälten haben Anwälte zugleich viel Zeit. "Prozessverschleppung" nennt es die Justiz.

Sie hat deshalb damit begonnen, das Problem auf ihre Weise zu lösen. Immer häufiger üben sich Gerichte und Staatsanwaltschaften in "Notwehr" und lassen sich auf Deals ein. Prominente Beispiele gibt es zuhauf. Erst kürzlich hat der Bundesgerichtshof (BGH) in einem seiner Urteile die Situation resigniert in folgende Worte gefasst: "Verfahren, in denen (...) keine verfahrensabkürzende Absprache zustande kommt, können nicht mehr in angemessener Zeit begonnen und abgeschlossen werden."

Etwa das Mannesmann-Verfahren um Millionenabfindungen für Manager: Nach knapp drei Jahren, einem Urteil und einer Revision gingen Gericht und Staatsanwaltschaft in der Neuauflage schon nach wenigen Tagen den Weg des geringsten Widerstands. Mit Einverständnis aller wurde das Verfahren flugs gegen Zahlung von Geldbußen eingestellt.

Oder der VW-Korruptionsprozess: Gleich drei Täter - von Ex-Personalvorstand Peter Hartz bis hin zum Ex-SPD-Abgeordneten und früheren Betriebsrat Günter Lenz - ließen sich auf Deals ein. Wer gestand oder einen Strafbefehl akzeptierte, wurde ohne Tataufklärung im Prozess innerhalb von maximal zwei Tagen abgeurteilt - und erhielt eine milde Strafe. "Skandalös" lautete die sprachliche Reaktion der Politik auf diese Verfahren - eine politische Reaktion blieb bis heute aus.

Lesen Sie weiter auf Seite 6: Der Justiz droht die Kapitulation.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Herkulesaufgabe für Schaeffler und die Banken  Artikel in Merkliste

14.10.2008 von Axel Höpner

Für vieles musste die Schaeffler-Gruppe in den vergangenen Monaten herhalten. Als leuchtendes Beispiel für den Erfolg deutscher Familienunternehmen gelten die Franken und als gewiefter Investor. Doch nun zeigt sich, was für einen Kraftakt sich die Schaeffler-Gruppe mit dem Einstieg beim börsennotierten Dax-Konzern Continental zumutet. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Verpasste Gelegenheiten  Artikel in Merkliste

14.10.2008 von Joachim Hofer

Qimonda steht vor dem Aus. Das Unternehmen büßt für Fehler der Vergangenheit. Kommentar

weiterHandelsblatt Quiz

Wissenstest: Wie gut ist Ihr Manager-Deutsch?

Los geht's!Sie sprechen Deutsch? Aber sprechen Sie auch Manager-Deutsch? In unserem Quiz erfahren Sie, ob Sie auf dem neuesten Stand sind.
Testen Sie Ihr Wissen!
Anzeige