0 Bewertungen
08.07.2005 
Urteil: Zwei Mitspieler einer Tippgemeinschaft gehen leer aus

Lottospieler muss Millionengewinn nicht teilen

Ein Lottospieler aus der Pfalz muss seinen Gewinn von 7,3 Millionen Euro nicht mit zwei ehemaligen Freunden teilen. Das Landgericht Koblenz entschied am Freitag, für das Gewinnspiel vom Oktober 2003 habe keine Tippgemeinschaft bestanden. Zwei angebliche Mitspieler hatten geklagt, weil sie sich um ihre Anteile von jeweils 2,4 Millionen Euro betrogen sahen.

HB KOBLENZ. Der Lottogewinner hatte mit einer Kundenkarte gespielt, die auf seinen Namen lautete. Die beiden angeblichen Mitspieler aus Rodalben hatten vor Gericht ausgesagt, sie hätten die Namen aller drei Spieler auf die Rückseite der ausgedruckten Spielquittung geschrieben. Laut Urteil ist die fragliche Quittung jedoch nicht beschriftet. Die Kriminalpolizei hatte keine Manipulation der Spielquittung feststellen können.

Die von dem Gewinner vorgelegte Quittung weicht allerdings vom Aussehen normaler Quittungen ab. In dem Verfahren hatte die Lotto Rheinland GmbH-Pfalz eingeräumt, dass möglicherweise jede tausendste Spielquittung fehlerhaft ist.

Nach Überzeugung der Kammer steht nicht fest, dass eine Tippgemeinschaft bestand. Die Kammer sei nicht überzeugt von den Aussagen der beiden angeblichen Mitspieler, sagte der Vorsitzende Richter. So habe sich einer der beiden von dem Gewinner zu einem Wochenendurlaub nach München einladen lassen, obwohl ihm doch angeblich ein Anteil des Gewinns gehört habe.

Der Anwalt der Kläger will eine Berufung vor dem Oberlandesgericht Rheinland-Pfalz prüfen. Bislang habe das Verfahren die beiden Kläger 140 000 Euro gekostet.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Credit Suisse: Gemeinsam abwärts  Artikel in Merkliste

04.12.2008 von Torsten Riecke

Lange Zeit konnte sich die Credit Suisse hinter den Problemen ihrer großen Rivalin UBS verstecken. Das ist jetzt vorbei. Nach einem erneuten Verlust von drei Milliarden Franken und dem massiven Abbau von 5 300 Arbeitsplätzen steht die Nummer zwei der Schweiz plötzlich im Zentrum der Finanz- und Wirtschaftskrise. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Käufer suchen  Artikel in Merkliste

04.12.2008 von Joachim Hofer

Das ganze Debakel zeigt: Infineon ist auf eigenen Beinen nicht überlebensfähig. Kommentar

weiterHandelsblatt Quiz

Vorstandsbezüge: Quiz: Was Dax-Manager verdienen

Los geht's!Über Ihre Gehälter wird derzeit viel diskutiert. Deutsche-Bank-Chef Ackermann verzichtet 2008 nun auf jegliche Boni. Aber was verdienen die Chefs der Dax-Unternehmen überhaupt?
Testen Sie Ihren Realitätssinn!
Anzeige