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30.09.2006 
Angebot der BRAK löst heftige Kritik aus

Mehr Qualität durch Onlinefortbildung

Die Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) bietet seit Anfang des Monats eine neue und einfach zu handhabende Onlinefortbildung für Rechtsanwälte an. Das Besondere: Einmal im Quartal können Anwälte ihre neuen Kenntnisse in einem Test untermauern. Der Deutsche Anwaltsverein übte allerdings heftige Kritik.

alb BERLIN. Sich laufend fortzubilden ist eine der wichtigsten anwaltlichen Pflichten. Das ist die Theorie. In der Praxis kontrolliert niemand regelmäßig die Einhaltung der Berufspflichten und den Wissenstand der Anwälte. Bekannt ist: Gute Juristen sind gezwungen, sich immer weiter fortzubilden. Eine Vielzahl hochkarätiger und hochpreisiger Seminare zeugt davon. Aber nicht alle Anwälte wollen oder können aktiv werden. Rund 140 000 zugelassene Rechtsanwälte und ein vom Rechtsdienstleistungsgesetz gewollt verschärfter Wettbewerb sollten dabei jedem die Notwendigkeit ständigen Lernens vor Augen führen.

Dennoch geht man unter den Interessenverbänden der Anwaltschaft von einer Vielzahl uninformierter Kollegen aus. Die BRAK will es den Advokaten zusammen mit dem Wolters Kluwer Verlag mit der Internetfortbildung jetzt einfacher machen. Nach einer Anmeldung erhält man alle zwei Wochen neue Rechtsinformationen aus den gewünschten Rechtsgebieten. Einiges ist dabei neu. Entscheidungen werden nicht wie üblich seitenweise abgedruckt, sondern auf die wesentlichen Passagen gekürzt und kommentiert. Daneben erhält der Abonnent wertvolle Praxistipps und weiterführende Hinweise. Damit diese Informationen nicht ungelesen in einem E-Mail-Ordner landen, können alle Teilnehmer quartalsweise Tests ablegen. In einem Multiple-Choice-Test wird der aktuelle Wissensstand alle drei Monate abgefragt.

Bei der BRAK ist man über die erste Resonanz auf das Angebot begeistert. Seit die Seiten am 4. September online gestellt wurden, ist der Ansturm groß. "Das Angebot kommt bei den Teilnehmern sehr gut an", bestätigt Martin W. Huff vom Wolters Kluwer Verlag. Vor allem der Vorfilter habe sich bewährt. In den Dienst sollen aus rund 25 000 jährlich erscheinenden Urteilen nur echte Neuigkeiten aufgenommen werden.

Nicht allen ist das Engagement der Selbstverwaltungskörperschaft der Anwälte so willkommen. Cord Brügemann vom Deutschen Anwaltsverein sieht das Angebot "mit Sorge", Brügemann weiter: "Wir beobachten einen gut funktionierenden Markt für Fortbildungen. Eine Körperschaft öffentlichen Rechts darf in den Markt nur eingreifen, wenn sie beobachtet, dass der Markt nicht funktioniert." Hier würden dagegen "Pflichtmitgliedsbeiträge benutzt, um in den Markt einzugreifen". Christian Dahns von der BRAK verteidigt hingegen brakonline: "Nach unserer Auffassung bilden sich immer noch nicht genügend Anwälte fort. Die BRAK wird auch nicht eigenwirtschaftlich tätig. Das Angebot wird von Wolters Kluwer gestellt. Wir liefern nur Inhalte zum Berufsrecht und überwachen die Qualität."


Unter » www.brakonlinefortbildung.de erhalten Anwälte Informationen aus neunzehn Rechtsgebieten.

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