0 Bewertungen
19.04.2007 
Sechs AGs vom Börsenhandel ausgesetzt

Polizei-Großeinsatz wegen Kursmanipulation

Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft und die Börsenaufsichtsbehörde BaFin ermitteln wegen des Verdachts der Kursmanipulation im württembergischen Heidenheim.

Archivfoto: dpa.Lupe

Archivfoto: dpa.

HB STUTTGART. Rund 60 Polizisten hätten dort mehrere Gebäude durchsucht und Unterlagen beschlagnahmt, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit.

Insgesamt werde gegen zwölf Beschuldigte ermittelt, die im Verdacht stünden, mit zum Teil börsennotierten Gesellschaften kriminelle Gewinne in Höhe von mehreren Mill. Euro erwirtschaftet zu haben. Die Kurse und Marktpreise der untereinander verflochtenen Gesellschaften seien durch falsche oder irreführende Angaben manipuliert und unter anderem durch Kaufempfehlungen gezielt in die Höhe getrieben worden.

Zum Schutz der Anleger seien die Aktien von sechs börsennotierten Unternehmen vom Börsenhandel ausgesetzt worden. Die Börsen in Frankfurt, Stuttgart, Berlin und Bremen hätten den Handel mit Aktien und Optionsscheinen der Venture Capital Immobilien AG, Vorbörsliche Aktienplattform.de AG, Oil & Gas Capital AG, Klosterbrauerei Königsbronn AG, Caelifera Capital AG sowie der Polaris Beteiligungen AG vorübergehend eingestellt.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie hier: » "Kursrakete des Monats per E-Mail"

Lesen Sie weiter auf Seite 2: In der jüngsten Vergangenheit hatte bereits ein anderer Fall von Kursmanipulation die BaFin auf den Plan gerufen

Mit dubiosen Kaufempfehlungen per massenhaft versandter E-Mail (Spam) hatten in der jüngsten Vergangenheit angebliche Finanzexperten Anleger in halsbrecherische Investments gelockt, bei kleinen deutschen Aktien heftige Kursbewegungen ausgelöst und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bereits auf den Plan gerufen.

Dabei handle sich um "Kaufempfehlungen für absolute Aktienleichen", warnt Christoph Öfele von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) rät Anlegern dringend davon ab, die Tipps ernst zu nehmen. In den Mails gibt es klare Kaufempfehlungen, die Prognosen zu den Kurssteigerungen werden jedoch nicht näher begründet.

Die BaFin gehe in diesen Fällen dem Verdacht auf Kursmanipulation und Insiderhandel nach, sagte eine Sprecherin vor genau vier Wochen. Zu dem Zeitpunkt wurden auffällige Kursbewegungen bei insgesamt acht Gesellschaften untersucht.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie hier: » "Kursrakete des Monats per E-Mail"

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Credit Suisse: Gemeinsam abwärts  Artikel in Merkliste

04.12.2008 von Torsten Riecke

Lange Zeit konnte sich die Credit Suisse hinter den Problemen ihrer großen Rivalin UBS verstecken. Das ist jetzt vorbei. Nach einem erneuten Verlust von drei Milliarden Franken und dem massiven Abbau von 5 300 Arbeitsplätzen steht die Nummer zwei der Schweiz plötzlich im Zentrum der Finanz- und Wirtschaftskrise. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Käufer suchen  Artikel in Merkliste

04.12.2008 von Joachim Hofer

Das ganze Debakel zeigt: Infineon ist auf eigenen Beinen nicht überlebensfähig. Kommentar

weiterHandelsblatt Quiz

Vorstandsbezüge: Quiz: Was Dax-Manager verdienen

Los geht's!Über Ihre Gehälter wird derzeit viel diskutiert. Deutsche-Bank-Chef Ackermann verzichtet 2008 nun auf jegliche Boni. Aber was verdienen die Chefs der Dax-Unternehmen überhaupt?
Testen Sie Ihren Realitätssinn!
Anzeige