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04.07.2005 
Harte Geduldsprobe für geprellte Phoenix-Anleger

Prüfer geraten im Fall Phoenix unter Druck

Die Insolvenzverwalter im spektakulären Betrugsfall Phoenix haben massive Vorwürfe gegen die Wirtschaftsprüfer des Unternehmens erhoben. Bei Phoenix sei es seit 1997 zu systematischen Fälschungen gekommen, betonte Otto Lakies von der mit der Insolvenzverwaltung beauftragten Kanzlei Schultze & Braun. Diese "plumpen und trivialen Fälschungen" hätten bei einer sorgfältigen Prüfung der Bücher eigentlich auffallen müssen.

mm FRANKFURT/M. Schultze & Braun erwägt jetzt, Ansprüche gegen die Prüfer geltend zu machen. Als regelmäßigen Prüfer hatte Phoenix-Kapitaldienst nach Angaben von Schultze & Braun Godehard Puckler engagiert. Im Auftrag der deutschen Finanzaufsicht führte Ernst & Young im Jahr 2002 eine Sonderprüfung bei Phoenix durch, ohne dass der Betrug aufflog.

Am vergangenen Freitag wurde das formelle Insolvenzverfahren im Fall Phoenix eröffnet. Es handelt sich um einen der größten Anlagebetrugsfälle in der deutschen Geschichte. Für den 5. Oktober haben die Insolvenzverwalter eine Gläubigerversammlung in Frankfurt geplant. In den kommenden Tagen sollen die mehr als 30 000 Geschädigten angeschrieben werden, damit sie ihre Forderungen anmelden können. Mit einem Abschluss des Verfahrens sei nicht vor 2010 zu rechnen, hieß es.

Die Anleger hatten auf Phoenix-Konten rund 500 Mill. Euro eingezahlt. Mit dem Geld sollte die Anlagegesellschaft Termingeschäfte auf Devisen, Aktien und Rohstoffe abschließen. Doch tatsächlich fanden die meisten der scheinbar hochprofitablen Geschäfte niemals statt. Ein Handelskonto mit Einlagen von über 800 Mill. Euro, das Phoenix angeblich beim britischen Hedge-Fonds Man unterhielt, existierte in Wirklichkeit nie.

Bisher wurden auf den Phoenix-Konten knapp 232 Mill. Euro sichergestellt. Wie hoch der tatsächliche Schaden ausfalle, lasse sich noch nicht genau sagen, betonte Insolvenzverwalter Frank Schmitt. Voraussichtlich müsste mit einer Sammelklage geklärt werden, ob nur die tatsächlichen Einzahlungen oder auch die fiktiven Gewinne aus Scheingeschäften.

Die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young wollen die massiven Vorwürfe von Lakies und Schmitt nicht auf sich sitzen lassen. Ansprüche der Insolvenzverwalter seien ausgeschlossen, heißt es in einer Mitteilung der Prüfungsgesellschaft. Der Auftrag der Finanzaufsicht habe sich lediglich auf organisatorische Fragen bei Phoenix und nicht auf die Prüfung von Kontenbewegungen erstreckt. Neben den Wirtschaftsprüfern will Schultze und Braun möglicherweise auch gegen die Erben des verstorbenen Phoenix-Gründers Dieter Breitkreuz und gegen die Vertriebspartner von Phoenix vorgehen.

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