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05.04.2008 

Fakt ist: 71 Prozent der Väter fürchten negative Folgen, falls sie familienfreundliche Angebote wie Teil- oder Elternzeit in Anspruch nehmen. Dabei dominiert die Angst vor einem Karriereknick und dem fehlenden Verständnis der Vorgesetzten und Kollegen. Viele stört auch das Negativimage, das Vätern anhaftet, die der Familie einen ähnlich hohen Stellenwert einräumen wie dem Beruf. Die bittere Konsequenz: 71 Prozent der befragten Väter schrecken davor zurück, ihren Chefs gegenüber den Wunsch zu äußern, familienfreundliche Angebote in Anspruch zu nehmen.

„Dabei gibt es ein starkes Bedürfnis von Männern nach familienfreundlichen Maßnahmen“, weiß Volker Baisch, Geschäftsführer der Hamburger Unternehmensberatung „Dads – Väter in Balance“. Die Studie belegt dies: Fast 60 Prozent der Befragten würden gern ihre Arbeitszeit reduzieren – im Schnitt um 30 Prozent. Jeder zweite Vater würde gern Elternzeit nehmen – im Schnitt für 16 Monate. Zwei Drittel wünschen sich für zwei Tage in der Woche Arbeiten im Home-Office – wohlgemerkt, wenn sie frei und ohne Angst wählen könnten.

Dass die Ängste der berufstätigen Väter nicht unbegründet sind, zeigt auch das Beispiel von Stefan Roth, der in einem Automobilkonzern arbeitet. Seinen richtigen Namen möchte er lieber nicht in der Zeitung lesen. Roth war für die Beförderung zum Abteilungsleiter vorgeschlagen. Dies hatte sich jedoch erledigt, als er nach der Geburt des ersten Kindes Elternteilzeit beantragte. Roth: „Mit Teilzeit ist keine Beförderung möglich, sagte man mir.“

„Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird meist als reines Frauenthema betrachtet“, kritisiert Baisch von Dads. Auch die Studie belegt: Selbst Firmen, die als familienfreundlich gelten, sind noch lange nicht väterfreundlich. Das zeigt sich schon, wenn die Kinder mal krank sind. Obwohl auch Vätern gesetzlich zehn Tage Pflegezeit pro Kind zustehen, bekommen sie von Chef und Kollegen zu hören: „Windpocken? Ja, warum macht denn Ihre Frau nicht frei?“ Selbst Männer, die nur zwei Monate Väterzeit nehmen (auch als „Wickelvolontariat“ verniedlicht), müssen damit rechnen, als Weichei oder Karrieresoftie belächelt zu werden – als jemand, dem Privates wichtiger ist als die Arbeit.

Seitdem 2007 der Anspruch auf bezahlte Vätermonate besteht, trauen sich mehr Männer, für die Familie Auszeit vom Job zu nehmen. „Endlich ein offizieller Grund, Vater sein zu dürfen“, wie ein Studienteilnehmer formuliert. Im vergangenen Jahr nahmen 60 012 Männer dieses Elterngeld in Anspruch – immer noch viel zu wenige.

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