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01.11.2005 
200 Millionen Euro stehen für 20 Jahre zur Verfügung

SAP-Gründer leistet sich eine Eliteuni

von Sandra Louven

Das Hasso Plattner Institut für Softwaresystemtechnik ist das einzige komplett privat finanzierte universitäre Institut in Deutschland. Zu verdanken ist diese Luxus-Lehrstätte dem SAP–Mitgründer Hasso Plattner, der das Institut vor sieben Jahren mit seinem Privatvermögen ins Leben gerufen hat.

POTSDAM. Im Vorlesungssaal herrscht Stille. Gebannt verfolgen 60 Erstsemsester die Vorträge ihrer künftigen Professoren. Die hohe Aufmerksamkeit liegt nicht nur an der Spannung des ersten Uni-Tages am Hasso Plattner Institut für Softwaresystemtechnik. Die Studenten sind sich auch bewusst, einem privilegierten Kreis anzugehören. Das Wort „Eliteuni“ fällt häufig an diesem Tag.

Ganz offensichtlich elitär ist auf den ersten Blick die Ausstattung des Instituts: Wasserfontänen trennen das Hauptgebäude samt Sonnendeck vom Hörsaal; für die jährlich höchstens 80 neuen Studenten stehen sieben PC-Pools mit je 13 Rechnern zur Verfügung. Auf die derzeit 350 Studenten kommen ab dem nächsten Jahr 10 Professoren. In einer öffentlichen deutschen Universität ist ein Professor dagegen für 61 Studenten verantwortlich.

Zu verdanken ist diese Luxus-Lehrstätte dem SAP–Mitgründer Hasso Plattner, der das Institut vor sieben Jahren mit seinem Privatvermögen ins Leben gerufen hat. 200 Millionen Euro stehen für 20 Jahre zur Verfügung. Das HPI ist damit das einzige komplett privat finanzierte universitäre Institut in Deutschland.

Den Mäzen treibt bei seinem Engagement ein ordentliches Stück Patriotismus. „Die deutsche akademische Ausbildung weist jede Menge Defizite auf“, erklärt Plattner dem Handelsblatt. „Deshalb wird es in Zukunft für deutsche Unternehmen immer schwieriger, an der Weltspitze dabei zu sein.“

Das will der Plattner ändern: Im Gegensatz zu herkömmlichen Informatikstudiengängen setzt das Plattner-Institut auf die Entwicklung eines Ingenieurwesens für den Bereich IT-Systeme. Das bedeutet, die Studenten lernen nicht nur programmieren, sondern werden vom ersten Tag an auch in Kommunikation und Teamarbeit gedrillt. „Wir sollen komplexe Systeme entwickeln und Leuten erklären können, die davon keine Ahnung haben“, erzählt Janek Schumann, der vor einem Jahr sein Studium am HPI aufgenommen hat. Die Studenten können eine Bachelor oder einem Master-Abschluss absolvieren. Im fünften und sechsten Semester arbeiten die Studenten für konkrete Auftraggeber zudem an ganz konkreten IT-Projekten. Sie sollen eben nicht zu findigen Programmierern, sondern zu Führungskräften ausgebildet werden, die in Großunternehmen die IT-Abteilung leiten können. Der Branchenverband Bitkom begrüßt diese Verzahnung zwischen Theorie und Praxis: „Das Studium am HPI fördert gezielt für die Wirtschaft wichtige Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Organisationstalent und Kommunikationsfähigkeit und zeigt, welche Perspektiven das Engagement der Wirtschaft im Bereich der Bildung eröffnet,“ sagt Jörg Menno Harms, Vizepräsident des Bitkom.

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