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09.10.2007 
Business-Wissen

Schlechtes Timing

von Bert Fröndhoff

Montage sind schlimm. Da müssen erst noch Fußballergebnisse vom Wochenende ausdiskutiert und die Wetten, dass-Sendung vom Samstag kommentiert werden, bis der Arbeitstag endlich beginnen kann. Wissenschaftler haben nun festgestellt, dass die Freitage noch viel schlimmer sind.

In der Automobilindustrie ist bekannt, dass an unterschiedlichen Tagen unterschiedlich gearbeitet wird. Foto: apLupe

In der Automobilindustrie ist bekannt, dass an unterschiedlichen Tagen unterschiedlich gearbeitet wird. Foto: ap

Falls Ihr Chef in den nächsten Tagen in Ihr Büro kommen sollte und mit ernstem Gesicht mitteilt, Sie bräuchten nächste Woche Montag und Freitag nur ein paar Stunden erscheinen – denken Sie nicht gleich das Allerschlimmste.

Möglicherweise hat er eine neue Untersuchung der London School of Economics (LSE) gelesen und bietet Ihnen an, die fehlenden Stunden dann am Dienstag oder Mittwoch nachzuholen. Denn an diesen Tagen sei die ganze Firma ja ohnehin wesentlich produktiver.

Er könnte damit Recht haben. Denn so lautet die zentrale Erkenntnis der jüngst erschienenen LSE-Untersuchung „Bad Timing: Are workers more productive on certain days of the week?“ Die britischen Wissenschaftler haben darin zwar nichts völlig Überraschendes herausgefunden; schließlich hat man instinktiv schon immer gewusst, dass die eigene Produktivität und die der Kollegen im Wochenverlauf deutlichen Schwankungen unterliegt.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Höchstleistungen nur am Mittwochvormittag

Die Experten liefern für diese Beobachtung nun aber ein wissenschaftliches Fundament. Sie werteten zahlreiche internationale Studien zur Arbeitsproduktivität aus und analysierten Statistiken beispielsweise aus der britischen Arbeitsmarktforschung. Die arbeitsreichsten Tage in Unternehmen sind danach der Dienstag, Mittwoch und Donnerstag. Zurück liegt der Montag, weit abgeschlagen auf dem letzten Platz der Freitag. Die Produktivität eines Mitarbeiters erreicht zur Wochenmitte den Höhepunkt, um gegen Ende der Woche auf einen Tiefpunkt zu fallen.

Welche Konsequenzen sollte diese Erkenntnisse für die Arbeitsorganisation haben? Um die Produktivität im Unternehmen zu steigern, so folgern die Wissenschaftler, müssten mehr Arbeitsstunden in der Wochenmitte geleistet werden – bis hin zur Vier-Tage-Woche mit entsprechenden Mehrstunden an diesen Tagen. Eine weitere Möglichkeit: Die Firmen versuchen durchzusetzen, dass alle nichtreligiösen Feiertage künftig immer auf einen Freitag fallen.

Beides erscheint vorerst utopisch – allerdings lassen sich aus den Ergebnissen durchaus Tipps für gutes Timing ableiten: Manager, die produktive Meetings mit vor Ideen sprühenden Mitarbeitern verlangen, sollte diese besser nicht auf Montag oder Freitag terminieren. Mittwochvormittag wäre ideal.

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