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05.06.2008 

Wie schafft es ein frisch eingeflogener Deutscher mit nur begrenzten Japanischkenntnissen, ein Unternehmen mit 16 000 asiatischen Mitarbeitern umzukrempeln? "Reden, reden, reden", sagt Bölstler - und Kompetenz zeigen. In Managementkreisen gebe es eine Tendenz, kulturelle Unterschiede überzubewerten. "Wenn man dem Unternehmen einen sichtbaren Mehrwert bringt, dann hat man die halbe Miete in der Tasche", sagt er. Wichtig sei, dass die Mitarbeiter ihm vertrauen.

Bölstler schlugen zwar Widerstände gegen die Änderungen entgegen. "Doch nur zehn Prozent davon sind rational begründet, 90 Prozent sind Emotion", erläutert der studierte Psychologe. Er frage sich bei widerborstigen Managern: Was plagt den? Wo kommt Opposition her? Ein japanischer Einkäufer, der kein Englisch könne, wird nicht plötzlich mit Zulieferern weltweit verhandeln wollen - sondern lieber bei der etablierten Beschaffung innerhalb des Mitsubishi-Verbundes bleiben wollen. Dem Mitarbeiter hat schlicht ein Sprachkurs geholfen.

Bölstler versucht ständig, Ziele und den Sinn der Neuorganisation zu vermitteln. Dem auf Überstunden versessenen Abteilungsleiter erklärte er, was das kurzfristige Interesse des Unternehmens ist und auf welches Langfristinteresse es hinzielt. Bölstler führt im Management ein Denken ein, das stärker auf Resultate ausgerichtet ist. Japan schätzt traditionell "gambaru" hoch ein - "sich sichtbar Mühe geben". Bölstler lässt dagegen die Mitarbeiter zwingen, rechtzeitig heimzugehen und ihren Urlaub auszuschöpfen.

Bei kritischen Personalgesprächen mit höheren Mitarbeitern hilft ihm der 75-jährige Fuso-Chairman Keisuke Egashira, der auch der kulturelle Mittler für ihn sei. Da Egashira Erfahrung in mehreren Industrieunternehmen habe, könne er sich mit ihm gut beraten, wie neue Projekt anzugehen sind. Bölstlers Ziel: Er will Fuso aus einem geschlossenen System in ein offenes System bringen. Eine schwierige Aufgabe: Denn zu Zeiten, als Fuso noch zur Mitsubishi-Gruppe gehörte, haben die Schwesterunternehmen in der Gruppe eingekauft und an die Gruppe verkauft. Exakte Daten über den Geschäftsverlauf waren nicht so wichtig - irgendwie hat sich schon alles querfinanziert.

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