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08.03.2008 

Mentoring ist keine Einbahnstraße. Auch der Mentor bekommt Denkanstöße und neue Wege gezeigt. Denn je höher ein Manager steigt, umso einsamer wird es. Dornhöfer: "Der Mentee ist oft einziges Ohr zur Belegschaft."

Die Mentorenrolle kann jedoch heikel sein. Mollbach: "Wie ein Beichtvater erfährt er so einiges aus den Untiefen des Unternehmens - das kann bis zu Unregelmäßigkeiten oder Intrigen gehen. Schließlich dreht es sich um Menschen. Der Mentor muss wissen, wo seine Schweigepflicht endet." Denn auch er gibt einiges preis. Mollbach: "Dass der Mentee in der Kantine vertrauliche Einschätzungen seines Mentors zu politischen Spielchen ausplaudert, lässt sich nie ausschließen."

Erfolgreiches Mentoring setzt deshalb eine Vertrauenskultur voraus, betont Managementprofessor Hilb. Die sei im bürokratischen Deutschland aber viel seltener als etwa in Skandinavien. Honoriert das Unternehmen, wenn sich Leute helfen? Würdigt es ein Mentorenamt als Arbeit? Mollbach: "In Firmen mit Einzelkämpferkultur, die nur erbrachten Profit wertschätzen, ist das sehr schwierig."

Personaler rufen gern mal schnell ein wohlklingendes Mentorenprogramm ins Leben. Mentoringexpertin Nadja Tschirner von Cross Consult in München warnt jedoch davor, Tandems zu verkuppeln und dann sich selbst zu überlassen. Kümmern sich Mentoren zu wenig um ihre Schützlinge, wirkt das sogar demotivierend. Jost von MTU: "Ein bisschen Plaudern beim Kaffee bringt nichts."

Kienbaum-Berater Mollbach sieht eine andere Gefahr: Ist die Bindung zum Mentor allzu innig, zieht er seinen Schützling gleich mit, wenn er zur Konkurrenz wechselt. "Firmen sind oft blauäugig, dabei dreht sich das Personalkarussell immer schneller."

Auch Mentee Jost hat zwischenzeitlich die Firma gewechselt. Als Abteilungsleiterin kehrte die 37-Jährige zu MTU zurück. Sie weiß aber: "Ein Mentor ist kein Garant für eine Karriere."


Mentoring hat viele Spielarten:

Kurzzeit-Mentoring ist zeitlich begrenzt und stark zielorientiert, etwa auf eine neue Position oder eine Auslandsstation. Firmenneulinge bekommen oft gleichrangige Kollegen an die Seite gestellt, Peer-to-Peer.

Anders als beim individuellen Mentoring betreut beim Team-Mentoring ein Mentor eine ganze Gruppe von Mentees.

Beim Reverse Mentoring helfen Jüngere älteren Kollegen oder Vorgesetzten, damit diese fachlich up to date bleiben.

Speed-Mentoring innerhalb einer Stunde dient vor allem dem schnellen Netzwerken. Auch das virtuelle E-Mentoring spart Zeit, weil es über Mails erfolgt.

Beim Cross Mentoring tauschen Firmen Mentoren und Mentees aus. Die Variante eignet sich für Betriebe mit dünner Personaldecke.

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