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19.02.2008 

Trend 1: Intensive Netzwerke mit Kunden und Spezialisten

Co-Kreation - Die Welt forschen lassen: Lange Zeit lag der Kern der Forschung & Entwicklung in den Labors der Firmen. Doch mit der zunehmenden Vernetzung verändert sich der Innovationsprozess der Firmen rasant: Die Technologie ermöglicht es, Wissen aus allen Teilen der Welt anzuzapfen und in die eigene F&E einzubinden. Die Ansätze gehen weit über die bekannte Kundeneinbindung hinaus. Prägnantestes Beispiel ist das Angebot der US-Firma Innocentive: Konzerne wie Procter & Gamble oder BASF wenden sich mit Problemen an Innocentive, die dann über das Internet eine Art weltweite Ausschreibung an Wissenschaftler und private Tüftler initiiert. Co-Kreation bedeutet aber mehr als nur das Anzapfen von Wissen: Unternehmen übertragen dabei einzelne F&E-Aufgaben an externe Netzwerke, lagern die Suche also aus. Vorteil: mehr Ideen, schnellere Lösungen. Nachteil: Die Unternehmen geben einen Teil der Kontrolle und des geistigen Eigentums ab. Diese Vorgehensweise gibt es in der Software, Beispiel das Betriebssystem Linux: Die Entwicklung treibt eine Internetgemeinschaft voran, Firmen wie Sun verstehen sich nur noch als Dienstleister. Auch in der Medizin gibt es erste Ansätze.

Kunden liefern Innovation: Schnell schreitet die intensivere Einbindung von Kunden in den Innovationsprozess voran. Getrieben wird dies von neuen Internettechnologien, die eine viel intensivere Kommunikation und Zusammenarbeit ermöglichen: Die US-Firma Threadless etwa stellt Shirts nach Vorlagen von Mitgliedern ihrer Internet-Community her - über die besten Vorlagen stimmt die Gemeinschaft ab. Die Firma eröffnet nach dem Erfolg im Internet in Chicago jetzt das erste Geschäft. Aber auch Firmen wie der deutsche Autozulieferer Webasto nutzen "user innovation" mit Hilfe des Internets: Die Firma aus der Nähe von München baut eine Online-Plattform auf, auf der Produkte gemeinsam mit Kunden - etwa Auto-freaks - designt und entwickelt werden sollen. Solche Kundeneinbindung gibt es zwar schon länger, die neuen Technologien ermöglichen aber ganz neue Ansätze und Einblicke in die Bedürfnisse.

Spezialisten weltweit nutzen: Die Vernetzung ermöglicht auch neue Formen der Zusammenarbeit. "Software und Internet vereinfachen und verbilligen die Kooperation von Unternehmen mit einer wachsenden Zahl freier Spezialisten weltweit", heißt es in der McKinsey-Untersuchung. Gemeint sind hier etwa Spezialisten für Finanzen oder Marketing in einer speziellen Region. Vor allem in der Softwareentwicklung selbst, im Gesundheitsmarkt und den unternehmensnahen Dienstleistungen erwartet die Unternehmensberatung mehr dieser neuen Arbeitsmodelle, die nicht auf einem Angestelltenverhältnis beruhen.

Mass Customization: Die neue IT- und Webtechnologie ermöglicht es, dass Kunden ihre Produkte mit Hilfe eines Konfigurators nach ihrem Geschmack selbst gestalten. Anders als bei der "user innovation" entwickeln sie keine neuen Produkte, sondern gestalten etwa einen Sportschuh farblich ganz nach ihren Vorstellungen. Hinter dieser "individualisierten Massenfertigung" oder "mass customization" steckt ein IT-gesteuertes Fertigungskonzept. Es erlaubt Herstellern, individuelle Kundenbedürfnisse zu bedienen und zugleich die Vorteile einer Massenfertigung zu nutzen.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Die Trends der Branche, Teil zwei

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