Trend 2: Stärkung der internen Unternehmensabläufe
Wissen im Unternehmen teilen: Die Qualität der Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens ändert sich: Viele einfache und wiederkehrende Prozesse - besonders in der Produktion und in der Verwaltung - sind bereits automatisiert oder werden es noch. Stattdessen ist in den Jobs Koordination und Steuerung gefragt: Statt um einfache Tätigkeiten geht es bei Unternehmen in hoch entwickelten Ländern viel stärker um interne Kommunikation, Koordination, Verhandlungen, und es gibt mehr Teams, die schnell und ad hoc zusammengesetzt werden. McKinsey rechnet damit, dass im Jahr 2015 bereits 44 Prozent der arbeitenden Bevölkerung Amerikas primär in solchen interaktiven Jobs tätig ist.
Blogs und Wikis:
Damit diese interne Zusammenarbeit erfolgreich ist, brauchen Firmen die nötige technische Unterstützung vor allem durch die IT: Das Wissen wird beispielsweise zunehmend durch "Wikis" und Weblogs im Unternehmensnetzwerk geteilt, ebenso werden Systeme entwickelt, in denen Teams weltweit virtuell arbeiten können. Wer dafür schnelle und effiziente IT-Lösungen schafft, habe einen großen Wettbewerbsvorteil, argumentiert McKinsey. Experten wie Thomas Malone, Professor am Massachusetts Institute of Technology, prognostizieren mit Blick auf die neuen Kommunikationstechniken bereits eine grundlegend veränderte Firmenorganisation: viel weniger Hierarchien, weg von "command & control" und hin zu "coordinate & cultivate".Datenmenge intelligent interpretieren: In den Unternehmen sind bereits heute unzählige Systeme installiert, die wahre Datenberge schaffen. Software für das "Enterprise Resource Planning" steuert den internen Ablauf in Firmen, andere Programme sollen helfen, den Kunden bestmöglich zu umsorgen, wiederum andere steuern die Lieferkette. Die Herausforderung besteht darin, die gewonnenen Daten zu verbinden und zu interpretieren, um daraus die richtigen strategischen Schlüsse fürs künftige Geschäft ziehen zu können - Stichwort "Business Intelligence". Wer das gut schafft, kann sich ebenfalls von der Konkurrenz absetzen.
Aus Daten werden Dienste: Diese Herausforderung ist umso größer, als dass Menge und Qualität der Daten im Zuge der steigenden Automatisierung ständig wachsen. Die Informationen können auch dazu genutzt werden, die Kundenbindung zu stärken. Beispiel: Paketdienste haben ihren internen Warenfluss mit dem Internet gekoppelt, so dass die Kunden nachschauen können, wo ihr Paket sich befindet und wann es geliefert wird.
Kapazitäten besser ausnutzen: IT- und Webtechnologie kann Unternehmen auch helfen, die eigenen Ressourcen besser auszunutzen, heißt es in der Untersuchung von McKinsey. Ein Beispiel dafür ist Amazon
: Der Internethändler will seine Logistik- und Vertriebskapazitäten anderen Händlern zur Verfügung stellen und damit eine weitere Einnahmequelle schaffen. Zudem können unabhängige Softwareentwickler Kapazitäten an der IT-Infrastruktur von Amazon
mieten. Ähnliches ist auf dem Mobilfunkmarkt schon üblich, wo Netzbetreiber Kapazitäten an Dienstleister verkaufen. Es bleibt abzuwarten, ob solche Geschäftsmodelle verstärkt zu sehen sein werden, denn sie bergen Gefahren, etwa wenn es um sensible Daten geht.
