0 Bewertungen
08.03.2007 
Frausein als Karrierebremse

Trümmerfrau ja – Powerfrau nein, danke

von Julia Leendertse

Deutsche Manager bewundern starke Frauen: Jeder Sechste nennt seine Großmutter als Vorbild für seine Lebens- und Karriereplanung. Doch bei Frauen, die beruflich voran kommen wollen, hält sich die Verehrung in Grenzen: Dass viele von ihnen Karriere und Familie gleichzeitig stemmen, legen die Chefs sogar als Schwäche aus.

Zähne zusammenbeißen und die eigenen Bedürfnisse zurückstellen - das schätzen Manager an Frauen. Foto: dpa  Lupe

Zähne zusammenbeißen und die eigenen Bedürfnisse zurückstellen - das schätzen Manager an Frauen. Foto: dpa

Ein Phänomen, das international einzigartig ist, wie eine Umfrage der Unternehmensberatung Accenture unter 2 200 Managerinnen und Managern aus 13 Ländern jetzt zeigt. In keinem anderen Land erklären so viele Männer ihre Omas zur persönlichen Leitfigur, an deren Werte und Moralvorstellungen sie sich heute orientieren. Die befragten Manager sind im Schnitt 42 Jahre alt und führen 48 Mitarbeiter.

Doch was bedeutet es, wenn die männliche Führungselite der jüngsten Generation in Deutschland ausgerechnet den Trümmerfrauen ein verspätetes Denkmal setzt, deren Lebensleistung sie selbst gar nicht miterlebt hat? Der Grund dürfte sein: Bei deutschen Managern stehen Frauen hoch im Kurs, die die Zähne zusammenbeißen können, die tatkräftig Haus und Hof zusammenhalten und eigene Bedürfnisse zurückstellen.


» Stellenmarkt: Durchsuchen Sie mit dem Jobturbo zwei Dutzend Onlineportale parallel nach neuen Herausforderungen


Die Umfrage zeigt jedoch den Widerspruch: Denselben Managern ist die jüngste Generation von Trümmerfrauen, die jetzt auf die Unternehmen zurollt, in den Führungsetagen gerade nicht willkommen. Also die Frauen, die jetzt hauptsächlich wegen der Demographie entdeckt werden – weil die entsprechenden Männer fehlen.

So ist denn auch fast jede dritte deutsche Managerin, die bei der Accenture-Befragung im Schnitt 39 Jahre alt ist und 28 Mitarbeiter führt – davon überzeugt, dass für Frauen allein die Tatsache, dass sie Frauen sind, Karrierekiller Nummer eins ist. Jede vierte Karrierefrau sagt, dass der Energieverlust wegen der Familie ihren Aufstieg behindert – soweit sie überhaupt Kinder hat. Und die hat nur jede zweite Akademikerin. Nur jeder achte Manager sieht das dagegen für sich auch so.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Mit einer Gehirnhälfte bei den Kindern

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Maschinenbau unter Druck  Artikel in Merkliste

01.12.2008, 14:45 Uhr

Mit dem Auftragseinbruch bei den Maschinenbauern gibt es ein neues Panikszenario. Nach Autobauern und Banken packt die Finanzkrise nun also die nächste Branche; und dann auch mit den Anlagen- und Maschinenherstellern den Industriezweig, der wie kein anderer als Garant für Deutschlands Titel „Exportweltmeister“ steht. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

O'Learys Ego-Trip  Artikel in Merkliste

01.12.2008, 12:34 Uhr von Dirk Heilmann

Er gibt nicht auf: Ryanair-Chef Michael O’Leary greift erneut nach der gerade privatisierten irischen Fluglinie Aer Lingus. Dass O’Leary dabei wirklich rationale Gründe treiben, darf allerdings bezweifelt werden. Kommentar

weiterHandelsblatt Quiz

Vorstandsbezüge: Quiz: Was Dax-Manager verdienen

Los geht's!Über Ihre Gehälter wird derzeit viel diskutiert. Deutsche-Bank-Chef Ackermann verzichtet 2008 nun auf jegliche Boni. Aber was verdienen die Chefs der Dax-Unternehmen überhaupt?
Testen Sie Ihren Realitätssinn!
Anzeige