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08.03.2007 

Kein Wunder: Sind doch selbst noch die wenigen Frauen, die es in Chefetagen geschafft haben, eher als die Männer bereit, für die Familie ihre Arbeitszeit zu reduzieren. 44 Prozent der deutschen Manager, aber nur 13 Prozent der Managerinnen sagen, dass ihre Arbeitszeit nach der Familiengründung unverändert blieb. Das Perfide: Ihr Einsatz für die Familie wird noch als Argument genutzt, Frauen – so gut sie auch ausgebildet sind – als Führungskräfte zweiter Garnitur zu deklassieren. „Kolleginnen mit Familie sind immer mit der einen Gehirnhälfte bei ihren Kindern“, räsoniert der Chef einer Großkanzlei, der jedoch damit nicht in der Presse zitiert sein will. „Frauen legen mehr Wert auf ein funktionierendes Privatleben als Männer. Sie gehen abends früher heim, statt ihre Honorarumsätze zu steigern“, ist seine Begründung, warum kaum Anwältinnen den Sprung zur Partnerin schaffen. Trotz toller Examina. Sein Fazit: Frauen mögen im Studium schlauer und fleißiger sein. Im Tagesgeschäft nehmen Männer aber, die schon bis zur Halskrause mit Arbeit eingedeckt sind, auch den nächsten Merger noch an. Um weiterzukommen. Diesen letzten Biss zeigen Frauen nicht, so der Anwalt.


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Zur Erinnerung: Im Prinzip waren die Trümmerfrauen der Nachkriegszeit auch nur zweite Garnitur. Sie kamen nur zum Zuge, weil keine Männer da waren, die sie hätten blockieren können. Dennoch: „45 Prozent der deutschen Frauen wünschen sich einen Job, in dem sie Karriere machen können und trotzdem flexibel genug sind, um für Mann und Kinder da sein zu können“, so Catrin Hinkel, Geschäftsführerin bei Accenture und verantwortlich für Personalentwicklung und Gleichstellung. Genügend gut ausgebildete Frauen sind also bereit, die Doppelbelastung zu tragen. „Die Bringschuld liegt jetzt vor allem bei den Männern in den Chefetagen“, sagt Sonja Bischoff, BWL-Professorin in Hamburg. Wenn aber den Frauen die Bereitschaft zu arbeiten und gleichzeitig das Familienleben aufrechtzuerhalten nur als Schwäche karriereuntüchtiger Softies ausgelegt wird, sind Familienförderprogramme der Unternehmen endgültig als Heuchelei entlarvt.

Und die Manager, die ihre Oma als Vorbild angeben, sollten überlegen, ob sie wirklich gern mit Kalibern des Typs Trümmerfrau am Verhandlungstisch säßen. Ihre Omas könnten ihnen nämlich noch erklären, dass man – wenn die Zeiten härter werden – sich Bequemlichkeiten wie das Mütterchen daheim nicht mehr leisten kann.

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