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29.03.2008 
Richtlinien

Unternehmen Saubermann

von Lars Reppesgaard

Korruptionsskandale als Weckruf? Lange Zeit wurde die Einhaltung internationaler Richtlinien in den Chefetagen deutscher Unternehmen eher stiefmütterlich behandelt. Doch die Skandale der vergangenen Jahre haben die Manager sensibilisiert: Manager müssen legales Handeln in Firmen sicherstellen. Anwälte, Wirtschaftprüfer und Berater können dabei helfen.

Die Korruptionsskandale als Weckruf: Manager achten auf die Einhaltung internationaler Richtlinien. Foto: dpaLupe

Die Korruptionsskandale als Weckruf: Manager achten auf die Einhaltung internationaler Richtlinien. Foto: dpa

HAMBURG. Wie ein börsennotiertes Unternehmen es anstellt, alle Transaktionen so akkurat zu dokumentieren, dass es US-Bundesgesetzen wie den Foreign Corrupt Practices Act (FCPA) genügt, hat im Detail bis vor kurzem bestenfalls eine Minderheit der deutschen Topmanager interessiert. Mittlerweile aber steht das akribische Wissen um derartige Fachfragen auch in den Führungsetagen der Dax-Größen hoch im Kurs.

Viele Manager sind geschockt, seit bekannt wurde, dass deutsche Staatsanwälte und die US-Börsenaufsicht SEC gegen renommierte Firmen wie Daimler und Siemens wegen des Verdachts auf Schmiergeldzahlungen ermittelt. Siemens-Chef Klaus Kleinfeld verlor deshalb seinen Job. Und im Herbst 2006 mussten gleich sechs Topleute von Daimlers Autobussparte gehen.

Korruptionsskandale als Weckruf? Topentscheider in Deutschland scheinen das tatsächlich gebraucht zu haben. Lange wurde in den Chefetagen die Frage, wie akribisch alle internationalen Richtlinien erfüllt werden, in vielen deutschen Unternehmen stiefmütterlich behandelt. Als korrupt galten Firmen vor allem aus der Dritten Welt, und Bilanzskandale verortete man in den vom Start-up-Wahn aufgeheizten USA der Enrons und der Worldcoms. "Die eigene Einschätzung war, dass man selber sauber ist und deshalb nicht gesondert darauf achten muss, internationale Richtlinien einzuhalten", sagt Klaus-Peter Gushurst, Senior Partner bei Booz Allen Hamilton in München. "Die Skandale der vergangenen Jahre, gerade auch im deutschsprachigen Raum, haben die Manager sensibilisiert."

Beratungsunternehmen stellen deshalb fest, dass sie neben den klassischen Strategieprojekten mittlerweile auch auf einem anderen Fachgebiet gefragt sind: Manager suchen nach Konzepten zur Prävention von Bilanzskandalen oder Korruptionsfällen. "Besonders wenn ein neuer Vorstandschef oder ein neuer Finanzvorstand antritt ist die Bereitschaft groß, das Thema auf die Agenda zu setzen", sagt Gushurst. Denn Manager haften für das, was im Unternehmen passiert - sie brauchen Transparenz und müssen abschätzen, wie sicher Strukturen und Prozesse sind.

Von dem Beratungsgeschäft beim Thema Compliance profitieren vor allem Anwaltskanzleien und Wirtschaftsprüfer: KPMG, Ernst & Young und Pricewaterhouse Coopers verfügen heute über große Stäbe, die sich mit der Aufdeckung und Vermeidung von Kriminalität in Unternehmen befassen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die Ergebnisse der interdisziplinären Zusammenarbeit.

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