Dieses Ergebnis zeigt sich auch in anderen Untersuchungen: Deutsche Manager gelten im internationalen Vergleich als sehr prozess- und aufgabenorientiert, nach dem Schema: Ziele aufstellen, Anreize geben, kontrollieren. Dieser Aufgabenorientierung stehe man in Deutschland aufgeschlossener gegenüber, beobachtet Felix Brodbeck von der Aston Business School in Birmingham, der an der internationalen „Globe“-Studie über Management beteiligt ist und demnächst an der LMU München lehren wird. Defizite gebe es bei der Fähigkeit, Mitarbeiter zu motivieren und bei sozialer Kompetenz.
Die Untersuchung der LSE und der Stanford University zeigt deutlich: Globalisierung professionalisiert und verbessert das Management in Unternehmen aller Länder. In Indien etwa zeigen sich krasse Unterschiede zwischen den international tätigen Konzernen und den auf den Heimatmarkt konzentrierten Firmen. In Deutschland ist der Unterschied geringer, doch auch hier fanden die Forscher moderne Managementtools verstärkt bei den international tätigen Unternehmen.
Zweiter Treiber für gutes Management ist der Wettbewerb – je größer der in einer Branche ist, desto bessere Werte erzielten die dort tätigen Unternehmen. Zu guter Letzt erkannten die Forscher deutliche Unterschiede, wenn man die 4 000 Firmen nach dem Typus Besitzer sortiert. Am professionellsten wirtschaften und managen danach Unternehmen in Hand von Finanzinvestoren, am schlechtesten schnitten Staatsunternehmen ab. Ebenfalls einen schwachen Wert erzielten Familienunternehmen, die die Führung in die Hand des ältesten Sohnes legen.
Die Wissenschaftler von der LSE und der StanfordUniversity zeigen sich überrascht, dass weltweit noch sehr viele Firmen aus ihrer Sicht schlecht gemanagt werden und vergleichsweise schwache Ergebnisse erzielen, selbst in Europa und den USA. Schuld daran sei mitunter die eigene Wahrnehmung der Führungskräfte, sagt LSE-Professor John van Reenen. Die wurden in der Untersuchung gefragt, wie sie Leistung und Qualität ihrer Firma einschätzen. Einhellige Antwort: „Wir liegen deutlich über dem Durchschnitt.“
