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30.09.2006 
Sicherheitstechnik

Von Löwen-Gattern und Fußball-Fangzäunen

von Sibylle Schikora

Hersteller von Türen, Fenstern, Schlössern und Zäunen stehen in einem harten Wettbewerb. Viele Standardprodukte der Sicherheitstechnik kommen aus dem Ausland. Um sich von der Konkurrenz abzuheben, mühen sich die Unternehmen um Innovationen und richten sich in Marktnischen ein.

KÖLN. Wenn im Wuppertaler Zoo der König der Tiere seinen Blick über das Rudel erhebt und Ausschau hält, damit ihm auch ja niemand die Beute streitig macht, können Besucher fasziniert zusehen - aus sicherem Abstand, und mit der Gewissheit, dass sie nicht selbst zu seinem Opfer werden. Das haben sie Michael Thomas zu verdanken, der das Löwen-Gehege eingezäunt hat. "Es war eine besondere Herausforderung, weil sich das Gehege auf einem Hang befindet", sagt der Geschäftsführer der Thomas GmbH aus Heinsberg bei Aachen.

Thomas hat sich auf Zoogehege spezialisiert. Für ihn ist das eine Möglichkeit, dem wachsenden Konkurrenzdruck zwischen den Anbietern mechanischer Sicherheitstechnik standzuhalten. Ob Zaunanlagen, Türen, Fenster oder Schließsysteme: Der Markt für Standardprodukte ist hart umkämpft, die Preise stagnieren. Gleichzeitig fordern Kunden von Herstellern und Händlern Flexibilität und immer höhere Qualität - nicht zuletzt durch die Umstellung von deutschen auf europäische Normen. Mit Standardprodukten können Anbieter da kaum noch Geld verdienen. Viele konzentrieren sich auf eine Marktnische oder auf Spezialanfertigungen.

Die Verfeinerung der Sicherheitsstandards stärkt die Position der Kunden. So stellt zum Beispiel die VdS Schadensverhütung GmbH unter anderem Zertifikate auf geprüfte Produkte aus. Der Kunde kann mit Hilfe eines solchen Siegels erkennen, ob es sich zum Beispiel um ein einfaches Fenster oder eins mit genormter Sicherheitsstufe handelt.

Auch für Hersteller sind solche Prüfsiegel sinnvoll. Sie können sich mit dem Einhalten der Normen von anderen Konkurrenten abheben. "In Deutschland wurden allein im vergangenen Jahr 15 Prozent weniger Fenster gebaut", erläutert Ulrich Haverkamp, Geschäftsführer der Haverkamp GmbH in Münster. Der Markt werde daher immer kleiner.

Die Hersteller von geprüften Türen, Fenstern, Toren und Zäunen entwickeln ihre Produkte deshalb ständg weiter. Wirkliche Innovationen gibt es aber schon lange nicht mehr. "Die Grundprinzipien der Mechanik sind bereits seit 100 Jahren bekannt", sagt Olaf von Hülsen, Produktmanager bei Assa Abloy Sicherheitstechnik GmbH. "Das Niveau der mechanischen Sicherheitstechnik ist mittlerweile so hoch, dass es sich bei der Weiterentwicklung meist nur noch um technische Feinheiten handelt." Ein Trend sei die Elektomechanik. "Sicherheit baut auf Mechanik auf, wird aber durch elektronische Komponenten erweitert", sagt von Hülsen. Das werde sich in den nächsten 20 Jahren noch verstärken.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Welcher Trend sich in der Sicherheitstechnik noch herauskristallisiert.

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