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05.10.2007 
Triple Play

Wachstum langsamer als erwartet

Von Gunnar Sohn
IPTV, Fernsehen über das Internet Protokoll, wird immer wieder als Fernsehen der Zukunft beschworen. Der Durchbruch lässt nach wie vor auf sich warten. Im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau räumte Telekom-Festnetzchef Timotheus Höttges ein, dass sein Unternehmen das Produkt schlichtweg zu früh eingeführt habe. "Es hakte an vielen Stellen. Inzwischen wird es sehr erfreulich angenommen. Wir wollen 100 000 bis 200 000 Kunden in diesem Jahr bekommen, und wir sind überzeugt, dass wir das schaffen", so Höttges gegenüber der Zeitung.

"Ich sehe im Markt für IPTV, Telefonie und Internet weitere Preissenkungen und eine Marktkonsolidierung. Das bedeutet auch, dass Kunden heute nicht mehr wissen, ob ihr Anbieter morgen noch da ist. Davon profitiert die Telekom." Bis 2012, so schätzt der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien, könnten rund 2,5 Millionen Haushalte in Deutschland IPTV nutzen. Damit etabliert sich ein weiterer TV-Übertragungsweg neben Kabel, Satellit und Antenne. Eine von Goldmedia erstellte Studie mit dem Titel "IPTV 2012" gibt der Einschätzung von Höttges Recht und prognostiziert, dass bis zum Jahresende 100.000 Haushalte deutschlandweit IPTV nutzen werden.

Im Vergleich zu anderen EU-Ländern liegt Deutschland beim Fernsehen per Internetprotokoll derzeit zurück. So gibt es etwa in Frankreich schon jetzt rund zwei Millionen IPTV-Kunden. Auch Italien und Spanien sind deutlich weiter. Die Einführung von IPTV verläuft in Deutschland auch deshalb langsamer, weil sich die Angebote bisher vor allem auf Ballungsräume beschränken. "Entscheidend für die Penetration von IPTV sind neben einer breiteren Verfügbarkeit der Dienste vor allem die Steigerung der Bekanntheit sowie ein attraktiver Preis", so Goldmedia-Geschäftsführer Klaus Goldhammer. Angeboten wird IPTV fast immer als Triple-Play, also zusammen mit Telefon- und Internetanschluss.

Im Basispaket sind die gängigen Free-TV-Programme wie ARD, RTL und Sat1 enthalten. Für einen Aufpreis lassen sich Premium-Sender wie etwa Premiere hinzubuchen. Zum Empfang wird in der Regel eine Set-Top-Box benötigt. Sie bringt das Signal auf den Fernseher. Im Unterschied zum traditionellen TV-Empfang gibt es beim Fernsehen über das Internetprotokoll nahezu keine Kapazitätsengpässe. Theoretisch lässt sich eine unbegrenzte Anzahl von Programmen übertragen. Kunden können zudem interaktive Zusatzdienste nutzen. Dazu gehören beispielsweise Einzelabrufe von Film- und Fernsehsendungen, Abstimmungen oder Chats. Auch interaktive Werbeformen werden möglich.

www.bitkom.de , www.goldmedia.de
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