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26.08.2008 
Strategie

Wachstumsbremse Talentmangel

von Andreas Hoffbauer
Autohersteller wie BMW suchen dringend Manager für ihre chinesischen Produktionsstätten.Lupe

Autohersteller wie BMW suchen dringend Manager für ihre chinesischen Produktionsstätten.

Ausländische Autohersteller in China haben zunehmend Probleme, qualifizierte Manager zu finden. Nach einer Umfrage der Unternehmensberatung Spencer Stuart rangiert die Talentnot inzwischen sogar an erster Stelle unter allen Sorgen – sogar vor dem Thema Patentklau.

„Die Nachfrage nach erfahrenen Führungskräften wird in naher Zukunft bei weitem das Angebot übertreffen“, warnt die Studie. Das treibe schon jetzt die Kosten in die Höhe. Durch die hohe Fluktuation im Topmanagement drohe der Standort China für ausländische Autobauer seinen Kostenvorteil zu verlieren, so Holger Karsten, Automobilexperte von Spencer Stuart.

Nach Ansicht von Christoph Stark, BMW-Chef in China, wird es fünf bis zehn Jahre dauern, bevor sein Unternehmen in der Volksrepublik aus der heimischen Mannschaft die Top-Positionen besetzen kann. Das kostet den Konzern schon jetzt richtig Geld: Der Münchener Autobauer musste einen Technik-Manager aus Mexiko nach China holen, weil vor Ort kein kompetenter Bewerber zu finden war.

Das Thema habe besondere Brisanz, heißt es bei Spencer Stuart, da der chinesische Automarkt durch sehr hohe Wachstumsraten geprägt sei. Bei einem jährlichen Verkaufszuwachs von 30 bis 50 Prozent im Jahr, heißt es in der Studie, werde der Mangel an guten Führungskräften verstärkt zu einem Wettlauf gegen die Zeit.

„Das Geschäft auszubauen, die richtigen Leute zu finden, diese zu trainieren und dabei noch eine hohe Qualität zu halten – das sind zentrale Herausforderungen“, sagt auch BMW-Manager Stark. Und BMW ist kein Einzelfall: Mehr als 65 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass sie davon ausgehen, in fünf Jahren zwischen 11 und 30 Prozent des Gesamtumsatzes in China zu erzielen. Momentan setzen 80 Prozent der Befragten weniger als zehn Prozent in China um.

Auch die Zulieferer wie Autoliv, ein schwedisch-amerikanischer Hersteller von automobilen Sicherheitssystemen, leiden unter dem Manager-Mangel in China. „Wir sind in China seit 1999 von 150 Mitarbeitern auf mehr als 2 000 Beschäftigte expandiert“, sagt George Chang, China-Chef von Autoliv. Damit steigt auch die Nachfrage nach Top-Mitarbeitern.

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