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14.05.2008 
Mit der Europäische Privatgesellschaft (EPG) leichter über die Grenzen

Warten auf die GmbH-Alternative

von Thomas Sigmund

Das Wort Bürokratie löst im Normalfall bei allen Unternehmern sofort allergische Reaktionen aus - mit einer Ausnahme. Im Sommer 2008 will die EU-Kommission einen Verordnungsentwurf zur Europäischen Privatgesellschaft (EPG) herausbringen. Eine Art europäische GmbH, die sich vor allem für kleine und mittelgroße Unternehmen eignet, die über die Grenzen hinweg in der EU tätig sein wollen. Auf diese neue bürokratische Regelung wartet die deutsche Wirtschaft sehnsüchtig.

EPG erleichtert Geschäfte über Grenzen hinweg: Im Sommer 2008 will die EU-Kommission einen Verordnungsentwurf zur Europäischen Privatgesellschaft herausbringenLupe

EPG erleichtert Geschäfte über Grenzen hinweg: Im Sommer 2008 will die EU-Kommission einen Verordnungsentwurf zur Europäischen Privatgesellschaft herausbringen

BERLIN. Der Grund ist einfach. Ursache einer bislang misslichen Situation sind erhebliche Kosten, die derzeit auf die Geschäftsführer eines kleinen oder mittleren Unternehmens zukommen, die in der EU Tochtergesellschaften gründen wollen. Sie sehen sich in den Mitgliedsländern einer Vielzahl von nationalen Rechtsformen von der GmbH, einer Besloten Vennootschap (Niederlande), Société à Responsabilité Limitée (Frankreich) bis zur Limited (Großbritannien) gegenüber. Oft müssen die Firmengründer tief in die Tasche greifen, ganz abgesehen vom enormen Zeitaufwand. Vor allem Export-Weltmeister Deutschland leidet unter den Details bei Gründung und Formalitäten.

Wie umfassend die teuren Pflichten bei einer Unternehmensgründung aussehen, zeigt eine aktuelle Studie der internationalen Anwaltskanzlei Baker & McKenzie in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Christoph Teichmann von der Universität Würzburg, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. In Auftrag gegeben hat die Studie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagebau (VDMA).

Der Verband hatte bereits im Jahr 2002 ausgewählte Unternehmen zur Europäischen Privatgesellschaft befragt. Das Ergebnis war eindeutig: 95 Prozent der Unternehmen gaben an, neue Tochtergesellschaften in EU-Mitgliedstaaten in Form einer EPG gründen zu wollen, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten. Die überwiegende Mehrheit der Unternehmen (66 Prozent) würde eine EPG auch dann als Gesellschaftsform für neue Tochterunternehmen wählen, wenn die jeweiligen nationalen arbeits- und steuerrechtlichen Vorschriften Anwendung fänden. Laut der damaligen Umfrage haben 54 Prozent der Unternehmen sogar angegeben, bereits bestehende Tochtergesellschaften in eine EPG umwandeln zu wollen.

Im Rahmen der jetzt vorgelegten Studie wurden die Büros von Baker & McKenzie in Belgien, England, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Österreich, Polen, Portugal, Spanien, Schweden und Ungarn befragt. Das Kernergebnis der Umfrage: Mit Hilfe der EPG können kleine und mittlere Unternehmen den Großteil ihrer rechtlichen Kosten für die Gründung von Tochterunternehmen einsparen, die sie ansonsten bei der Wahl der jeweiligen nationalen Gesellschaftsform zahlen müssten.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Ein Beispiel aus der Studie

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