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02.05.2007 

Neben kleineren Firmen wie das Systemhaus Haitec wurden auch große Namen wie Thyssen-Krupp zum Ziel der Stichprobenuntersuchungen. Im vergangenen Jahr leitete die Bilanzpolizei 158 Prüfungen von Jahres- und Konzernabschlüssen ein, 110 wurden abgeschlossen. In knapp jedem fünften Fall, stellte sie Fehler in den Jahresabschlüssen fest.

Typische Mängel sind beispielsweise unzureichende Segmentbilanzen, fehlerhafte Wertermittlungen oder unvollständige oder einseitige Berichte über die Lage eines Unternehmens. An der Jahresbilanz 2005 des Zeitarbeits- und IT-Serviceunternehmens Allgeier Holding in München bemängelten die Prüfer beispielsweise, dass gemäß des Rechnungslegungsstandards IFRS ein höherer Abschreibungsaufwand für die im letzten Jahr erworbenen Firmen zu bilanzieren sei. Das Ergebnis hätte daher um rund 1,3 Millionen Euro niedriger ausfallen müssen als gemeldet. Und beim Geschäftsbericht 2004 der Beteiligungsgesellschaft Arques Industries aus München kritisierte die Bilanzpolizei unter anderem, dass ein Patent eines aufgekauften Unternehmens mit drei Millionen Euro in den Büchern stand. Arques hätte es aber damals gar nicht bewerten können – so dass der Jahresüberschuss um diese drei Millionen Euro zu hoch war.

Dass die DPR inzwischen eine schlagkräftige Institution ist, zeigen die Folgen dieser Rügen: Bei Allgeier brach der Aktienkurs nach der Veröffentlichung der Bilanzfehler um sechs Prozent ein. Und Arques wechselte den Wirtschaftsprüfer, der nun PricewaterhouseCoopers heißt.

Doch mehr als anderthalb Jahre nach der Gründung der Bilanzpolizei gibt es auch erste Kritik an ihrer Arbeit. Viele Unternehmen klagen über den Zeitpunkt der Prüfung, der häufig mit der Erstellung des neuen Jahresabschlusses zusammenfällt. Kleinere Firmen vermissen bei den Prüfern Verständnis für praktische Zusammenhänge und innerbetriebliche Abläufe.

Besonders kritisch wird es, wenn viele dieser kleinen Fehler in der Summe eine lange Mängelliste ergeben, die spektakulärer aussieht als sie ist. Beispiel Arques: Satte neun Verfehlungen warf die DPR den Bayern vor, die Wirtschaftspresse stürzte sich auf den Fall. „Die Bilanzpolizei hat zurecht formelle Fehler kritisiert, aber in der öffentlichen Wahrnehmung wurde daraufhin das Kind mit dem Bad ausgeschüttet und ein erfolgreiches Geschäftsmodell als Ganzes an den Pranger gestellt“, kritisiert Claudius Schmidt, Analyst der Schweizer Vermögensberatung Brem Neff & Partner in Bremgarten. „Tatsächlich erwies sich der Konflikt als Sturm im Wasserglas.“

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