Deutlichen Nachholbedarf hätte mehr als die Hälfte der untersuchten Firmen dabei, die Organisation ihrer Finanzabteilung und der dortigen Prozesse an den Zielen der gesamten Unternehmensstrategie auszurichten. Gleiches gelte für das, was als "Enterprise Performance Management" (EPM) gefasst wird und bei dem es um die Qualität des Kennzahlensystems geht, mit dem das Unternehmensgeschehen transparent gemacht wird. Nur 20 Prozent der befragten Finanz-Führungskräfte gaben an, dass EPM in ihrer Firma bereits die geforderte Hochleistung bringt.
Noch weniger sehen das interne Risikomanagement bereits den Anforderungen entsprechend bestückt: Nur acht Prozent gaben an, in ihren Firmen sei ein konzernweit integriertes und funktionierendes Risikomanagement aufgebaut worden. Dabei sei gerade das Aufdecken, Bewerten und Vermeiden von Risiken eines der künftig wichtigsten Aufgaben in einem globalen Unternehmen.
Das die Werte so niedrig liegen, dürfte nicht nur daran liegen, dass Firmen eine Strategie für ihre Finanzabteilung fehlt. Sondern auch am Mangel an Fachkräften. Nach Angaben von Personalberatern sind qualifizierte Controller gesucht wie nie, aber kaum zu bekommen. Auch an der Spitze gibt es laut Accenture eine Art Engpass: Firmen müssten Manager in die Position des CFO setzen, die die strategische Aufgabe ihrer Abteilung für die gesamte Unternehmensentwicklung begreifen und umsetzen - viele würden aber eher im Status quo verharren.
