Verivox: Teldafax-Pleite kostet Vergleichsportal Millionen

Verivox
Teldafax-Pleite kostet Vergleichsportal Millionen

Das Vergleichsportal Verivox hat den Strommarkt erst richtig in Schwung gebracht – es hat aber auch Pleitefirmen wie Teldafax groß gemacht. Verivox selbst verdiente Millionen mit Provisionen. Doch dann machte der Insolvenzverwalter von Teldafax eine neue Rechnung auf.

DüsseldorfEs war eine Beziehung im gegenseitigen Interesse. Hier der Marktneuling, der eine Plattform brauchte, um seine attraktiven Preisen für Strom und Gas so einfach wie möglich und so vielen potentiellen Kunden wie möglich anzupreisen. Dort das Vergleichsportal, das spektakulär günstige Anbieter brauchte, um immer mehr Kunden auf seine Internetseite zu locken. Über die Jahre wurden der Billigstromanbieter Teldafax und das Verbraucherportal Verivox enge Partner.

Beide Seiten profitierten sehr von diesem Arrangement. Teldafax brauchte nur seine Tarife an Verivox zu melden, und die Kunden kamen fast wie von selbst. Verivox profitierte von jedem einzelnen, der einen Vertrag bei Teldafax abschloss. So sah es eine Provisionsvereinbarung zwischen den beiden Unternehmen vor. Verivox strich Millionen ein.

Das klappte auch dann noch, als Teldafax längst schon zahlungsunfähig war. Denn es gab einen einfachen, wenn auch verrückten Grund, warum Teldafax mit seinen Tarifen die Ranglisten von Verivox regelmäßig anführte: Teldafax verkaufte seinen Strom oft billiger, als es ihn einkaufte. Schon Mitte 2009 war Teldafax deshalb wirtschaftlich am Ende. „In der Kalenderwoche 25 wurde der Tatbestand der Zahlungsunfähigkeit festgestellt“, schrieb der Teldafax-Vorstand an den Aufsichtsrat. Insolvenzberater kamen ins Haus.

Doch Teldafax machte weiter – zwei Jahre lang. Der Trick lag in der Vertragsgestaltung. Teldafax funktionierte nach dem Schneeballprinzip. Kunden zahlten bis zu einem Jahr im Voraus. So lang immer neue von ihnen nachströmten, konnte der Vorstand alte Rechnungen bezahlen. Wichtige Geschäftspartner wurden dabei bevorzugt. Und Verivox war besonders wichtig, diente das Vergleichsportal doch als Zugangsstraße zur Neukundschaft, ohne die Teldafax zusammenbrechen musste.

Viele Millionen Euro verdiente Verivox auf diese Weise. Mochte Teldafax auch nur eine Fassade sein, hinter der sich ein unternehmerisches Chaos versteckte, für Verivox ging die Rechnung auf. So dachte man dort jedenfalls. Nun stellt sich heraus: Es war eine Milchmädchenrechnung.

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