Total streicht Investitionen: Ölkonzern rechnet mit Gewinneinbruch

Total streicht Investitionen
Ölkonzern rechnet mit Gewinneinbruch

Der dramatische Abfall des Ölpreises kommt Produzenten teuer zu stehen. Der Ölkonzern Total rechnet mit einem Gewinneinbruch von mehr als 20 Prozent. Das Unternehmen will sparen – aber nicht bei der Dividende.

ParisDer französische Ölkonzern Total hat 2015 nach eigener Einschätzung wegen des drastischen Ölpreisverfalls einen Gewinneinbruch erlitten. Das Unternehmen rechne mit einem Gewinnrückgang von mehr als 20 Prozent, sagte Konzernchef Patrick Pouyanne am Dienstag dem Radiosender Europe 1. Um seine Aktionäre aber bei der Stange zu halten, will der Konzern die Dividende nicht kürzen. Stattdessen will Total die Investitionen eindampfen.

Nach Pouyannes Ansicht werden branchenweite Investitionskürzungen letztlich zu einer Wende beim Ölpreis führen. Der Kurs der Total-Aktie stieg am Dienstag um gut 2 Prozent und entwickelte sich somit etwas besser als der Markt.

Nach Einschätzung von Experten könnte der Preisrutsch beim Öl zunächst aber noch weitergehen. Gründe dafür sind das hohe Angebot auf dem Weltmarkt sowie eine schwächelnde Nachfrage aus China, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Die Internationale Energieagentur (IEA) befürchtet gar, der Ölmarkt könnte in einem Überangebot „ertrinken“. Der Förderindustrie bereitet die Entwicklung seit Monaten Probleme. Die Gewinne der Ölmultis wie Shell, BP und Exxon sind eingebrochen.

Vor allem Fracking-Firmen in den USA steht das Wasser bis zum Hals, Insolvenzen drohen. Doch auch wenn dadurch die Ölproduktion zurückgeht - das Gesamtangebot wird sich nach Einschätzung der Experten nicht maßgeblich reduzieren. So dürfte die Rückkehr des Iran auf den Weltmarkt nach dem Ende der Wirtschaftssanktionen den Rückgang wieder ausgleichen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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