Frei nach dem Motto "weniger ist mehr" fordert die kleine bayerische Loremo AG mit einem neuen Automobilkonzept die Großen der Branche heraus.
Spannend und rätselhaft, so ist der Loremo, ein Concept-Car bayerischer Herkunft, das in einer Nebenhalle des Genfer Automobilsalons zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Loremo steht für Low-Resistance-Mobile und somit für das erste innovative Fahrzeugkonzept seit es den Smart gibt.
Auch der Loremo soll zum populären Mini-Car werden, mit dem Smart zeigt er jedoch keinerlei Ähnlichkeit. Der Loremo ist zum einen noch kompromissloser konzipiert, zum anderen spricht er als vollwertig einsetzbares Automobil theoretisch eine breitere Käuferschicht an.
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Schaut man sich die Eckdaten an, sehen wir einen revolutionären Volks-Wagen. In der 20 PS-Basisversion soll der stromlinienförmige, 450 Kilogramm leichte 2+2-Sitzer 160 km/h schnell sein. Nach guter deutscher Sitte verspricht seine Einfachheit – die Ausstattung ist auf das wesentliche reduziert – hohe Zuverlässigkeit und geringe Wartungskosten. Alles zu einem Preis von weniger als 11 000 Euro und mit einem Verbrauch von lediglich 1,5 Liter Diesel auf 100 Kilometern. Das hieße: 1300 Kilometer mit einer 20 Euro Tankfüllung oder neun Euro für die Fahrt von Berlin nach München. Ein Traum für Pendler und eine Revolution im Fahrverhalten des Volkes – nicht nur des deutschen!
Dabei ist dieses Automobilkonzept so faszinierend wie unbegreiflich. Konstruktiv sind wir beim Käfer, mit einem getrennten Chassis (hier als Linearzellen-Struktur patentiert) und einer nicht-tragenden Karosserie (hier aus Hi-Tech-Kunststoff mit transparentem Panoramadach).
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Unter der Karosserie des windschnittigen Loremo steckt ein Zweizylinder-Turbodiesel, der sich im Schnitt mit 1,5 Litern Diesel begnügt. Foto: dpa
Das Design-Package erinnert an die populären Raumwunder-Mikrofahrzeuge der 50er Jahre: Es gibt keine Seitentüren, sondern zwei Tore, die hochgeklappt werden müssen, um einsteigen zu können – vorne wird das Lenkrad dabei mitgenommen, wie im BMW Isetta. Vier Passagiere sitzen „Dos-à-Dos“ – also Rücken an Rücken – wie schon im Zündapp Janus.
Fährt man zu zweit, so profitiert man von einem sehr großzügigen Kofferraum. Der kleine Zwei- beziehungsweise Drei-Zylinder-Motor sitzt – hoffentlich ganz ruhig – in der Mitte des Innenraums.
Die Linie des 3,84 Meter langen Fahrzeugs hat aber mit alten Volks-Wagen nichts zu tun und von Retro-Design gibt es beim neuen Loremo glücklicherweise keine Spur. Als Inspirationsquelle für die Form dienten freilich Pininfarinas strömungsgünstige Ferraris der 50er und 60er.
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Das Auto ist zwar klein, aber bis ins Detail ein echter Sportwagen. Die 50 PS-Version verspricht sogar eine Spitzengeschwindigkeit von rund 220 km/h, bei einem Verbrauch von nur 2,7 Liter Diesel auf 100 Kilometern.
Plötzlich erscheint diese Zweideutigkeit im Konzept interessant: doch kein Käfer, sondern eher ein Porsche. Wie im Ur-356, das was am Loremo fasziniert sind der asketisch-aerodynamische Look, der durchdachte, kompromisslose Minimalismus und die rationalistische Funktionalität.
Der Loremo LS ist ein dogmatisches Auto für einen intelligenten, mutigen Verbraucher, das es in Deutschland – oder sonst auf der Welt – jahrelang nicht mehr gegeben hat. Wird es Erfolg haben, falls es den Markt wie geplant in 2009 erreicht? Das Unternehmen gibt sich vorsichtig und will vorerst nur etwa 8000 bis 9000 Exemplare im Jahr absetzen. So wie es aussieht, will ich zumindest einen davon fahren.


