0 Bewertungen
07.05.2008 

Mehr Organisation ist nicht nötig, denn der Verkauf läuft wie geplant über die Supermärkte der italienischen Handelskette Iper. Das hat Vorteile: Anders als bei Autohändlern strömen jede Woche mehr als eine halbe Million Menschen durch die Läden. Das Take-away-Auto ist nach einem besonderen Rezept zusammengebaut. Es gibt keine Sonderausstattung, lediglich die Farben Silber, Grau, Blau und Schwarz sowie eine der drei Motorisierungen Benzin, Diesel und Gas stehen zur Wahl. Was sich einfach anhört, ist kundenorientiertes Denken. Alle Modelle besitzen Vollausstattung mit Alufelgen, Antiblockiersystem, Glasschiebedach, Leder, Klimaanlage und Soundsystem. Der Preis für den Mittelklassewagen beträgt 17 000 Euro, und zudem sieht er besser aus als manch asiatischer Konkurrent.

Nur fehlt bislang die Marke – denn als solche lässt sich die unauffällige DR-Plakette wohl kaum bezeichnen. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass das Unternehmen lediglich 1 500 Autos im ersten Quartal verkaufen konnte. Nun ja, der Vergleich mit anderen Wagen braucht Zeit. Stimmt die Qualität, könnten solche Produktkonzepte bald häufiger zu sehen sein.

Das Auto als Take-away-Konsumgut – Romantiker mag das stören. Der Trend hin zu größerer Individualisierung lässt sich aber kaum aufhalten. Heute gibt es mehr Automarken als Joghurtmarken. Wir stehen vor einem Wertewandel: Morgen kaufen wir bei Ikea die Familienkutsche, bei Aldi das Citymobil und bei Globetrotter den Jeep.


Paolo Tumminelli (paolo.t@goodbrands.de) ist Designprofessor an der Fachhochschule Köln und Geschäftsführer von Goodbrands.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige