Der Übergang zwischen geschäftlichen und privaten Treffen ist insofern fließend, als die Atmosphäre bei Geschäftsessen mit Ungarn recht privat ist. Es geht eben um den Beziehungsaufbau und nicht in erster Linie um Geschäftliches. Ausschweifende Trinkgelage am Abend sind kaum zu befürchten. Dazu trägt nicht nur die Null-Toleranz für Alkohol am Steuer bei. Ungarn sind sehr familiär und gehen gern frühzeitig nach Hause.
Privat treffen sich Geschäftsfreunde gern zu gemeinsamen sportlichen Aktivitäten. Tennis ist noch immer hoch im Kurs, Bowling beliebt und Golf setzt sich allmählich durch. Neue Plätze entstehen derzeit. Einige ungarische Geschäftspartner laden auch zu einem gemeinsamen Segeltörn auf dem Plattensee ein.
Geschäftsfreundschaften dehnen sich nur selten auf die rein private Sphäre aus. Abende und Wochenenden gehören der Familie und sehr engen Freunden, mit denen Ausflüge, Wanderungen und Picknicks in der Freien Natur oder Fahrten an den Plattensee organisiert werden. Sie dienen der Entspannung nach einem gewöhnlich sehr hektischen Alltag. Dazu wollen Ungarn unter sich sein. In der jüngeren Generation ist diese Reserviertheit gegenüber "Fremden" und der enge Familienbezug nicht mehr ganz so stark ausgeprägt. Wer durch Studium oder Beschäftigung im Ausland Erfahrungen sammeln konnte, ist gewöhnlich offener und bereit, sich an internationale Bräuche anzupassen.
Sitten und Gepflogenheiten bei privaten Treffen unterscheiden sich kaum von den in Deutschland üblichen. Bei einer Einladung nach Hause sind Blumen für die Gastgeberin ein Muss. Im Gegensatz zu geschäftlichen Verabredungen ist bei privaten Einladungen Überpünktlich fehl am Platz. Ein kleine Verspätung gibt den Gastgebern noch etwas Zeit für die Vorbereitungen. Die traditionelle ungarische Küche ist sehr aufwändig zuzubereiten. Wird sie serviert, so sollte das der Gast anerkennen.
Weitere Informationen finden Sie bei der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai).


