Versicherungen

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Anleger unter Druck: Lebensversicherungen drohen sinkende Überschüsse

Eine Einigung im gesetzlichen Umgang mit Lebensversicherern ist nicht in Sicht. Ohne Gesetzesänderungen drohe den meisten Kunden ein sinkender Überschuss, erklärte der Gesamtverband. Doch dafür sieht es schlecht aus.

Versicherungsschein für eine Lebensversicherung. Quelle: dpa
Versicherungsschein für eine Lebensversicherung. Quelle: dpa

FrankfurtDen allermeisten Lebensversicherungskunden drohen nach Ansicht des Branchenverbands ohne Gesetzesänderungen sinkende Überschüsse. Die aktuellen Regeln seien für Schön-Wetterzeiten gemacht und wirkten in Niedrigzinsphasen wie ein "Leck im Bootsrumpf", erklärte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Dienstag. GDV-Präsident Alexander Erdland plädierte an alle Bundestagsparteien, im Vermittlungsausschuss eine Einigung zu finden.

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Doch dort zeichnet sich das Aus für die Änderungspläne von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ab, der Versicherern erlauben wollte, bestimmte Ausschüttungen aus stillen Reserven zu kürzen. SPD und Grüne sowie Verbraucherschützer sind dagegen. Nach ihrer Ansicht haben die Unternehmen dank Milliardengewinnen in den vergangenen Jahren dicke Polster aufgebaut. Unionsfraktionsvize Michael Meister sagte, in dieser Legislaturperiode werde es wohl keine Einigung mehr geben.

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"Bleibt die heutige Regelung bestehen, wird der größte Teil der Versichertengemeinschaft das künftig mit stärker sinkenden Überschüssen bezahlen müssen", betonte Erdland. "Wir verlieren Substanz, die wir brauchen um alle Versicherten gut durch die Niedrigzinsphase zu bringen."

Konkret geht es bei den Gesetzesplänen um die so genannten Bewertungsreserven auf festverzinsliche Wertpapiere. Diese müssen die Versicherer bislang zur Hälfte an die Kunden ausschütten, wenn diese den Vertrag kündigen oder wenn er ausläuft. Wegen der Euro-Schuldenkrise sind die Zinsen vieler Euro-Staatsanleihen im Keller und die Kurse kräftig gestiegen. Dadurch entstanden hohe Buchgewinne bei den Versicherern, die diese Papiere halten - das sind die Bewertungsreserven. Bis zum Ende der Laufzeit können die Kursgewinne aber wieder zusammenschmelzen.

Mehr Flops als Tops Große Lebensversicherer lassen Kunden hungern

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Läuft ein Vertrag aus oder wird er vorzeitig gekündigt, müsste der Versicherer nach den aktuellen Regeln möglicherweise Anleihen verkaufen, um die Bewertungsreserven hälftig ausschütten zu können. Aktuell können die Versicherungsunternehmen anschließend das restliche Geld aber wegen der niedrigen Zinsen nicht mehr so attraktiv anlegen, sondern müssen Renditeabschläge in Kauf nehmen. Damit wird es noch schwieriger, die in der Vergangenheit versprochenen Garantien für die Lebensversicherungskunden zu erwirtschaften. Schäuble wollte daher die Ausschüttungen kürzen.

  • 05.02.2013, 19:41 UhrLebenscersicherungskunde

    Seit Monaten fährt das Handelsblatt einen Krieg gegen die Lebensversicherer.
    In diesem Beitrag schlägt man sich plötzlich auf deren Seite.
    Seltsam, vielleicht wäre der Verweis auf die Konkurrenz von Welt Online zielführender gewesen.
    Lebensversicherer verdreißigfachen ihre Reserven

    Erfreuliche Überraschung: Die Lebensversicherer verfügen über deutlich höhere Bewertungsreserven als bislang angenommen. Strittig ist allerdings, wie stark die Kunden an den Gewinnen beteiligt werden.
    http://www.welt.de/finanzen/altersvorsorge/article113346940/Lebensversicherer-verdreissigfachen-ihre-Reserven.html

  • 05.02.2013, 20:24 Uhremilioemilio

    In diesem Land bleibt kein Stein auf dem Anderen!
    Daran arbeitet das Kollektiv der Parteilumpen aller Couleur.
    Nichts ist mehr heilig, was dem kleinen Mann auch nur den geringsten Vorteil verschaffen könnte. Egal ob er arbeitet oder auf der Couche liegt beides steht unter Strafe!
    Der Nimmersatte Staat hat nur eine Klientel: DAS KAPITAL!

  • 06.02.2013, 00:29 UhrMazi

    Hier muss sich doch jeder fragen, was das für ein Spiel sein soll, das hier gespielt wird.

    Kritiker stellen fest, dass die Rechnungslegungsvorschriften offensichtlich nicht auf der Seite der Versicherungsnehmer stehen, mit deren Geld die Ergebnisse erwirtschaftet wurden.

    Bei diesem grassen Missverhältnis muss sich der Bürger fragen, wie weit Lobbyismus geht, bzw. gehen darf.

    Und wiederum die Forderung die international seit 2003 überfällige Aufnahme der Abgeordnetenkorruption ins Strafgesetzbuch.

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