Versicherungen

_

Aussage vor Gericht: Maschmeyer will von Riesen-Provisionen nichts wissen

Carsten Maschmeyer hat erstmals in einem Prozess gegen den Finanzdienstleister AWD als Zeuge ausgesagt. Der AWD-Gründer sagte, er könne sich an strittige Provisionszahlungen nicht erinnern.

Carsten Maschmeyer hat als Zeuge in Köln ausgesagt. Quelle: dpa
Carsten Maschmeyer hat als Zeuge in Köln ausgesagt. Quelle: dpa

Köln/HannoverIn der Prozessflut gegen den Finanzdienstleister AWD hat erstmals Firmengründer Carsten Maschmeyer ausgesagt. Der Ex-Unternehmenschef sei am Dienstag Zeuge in einem Zivilverfahren am Oberlandesgericht Köln gewesen, bestätigten eine Gerichtssprecherin und eine Sprecherin Maschmeyers. Der Radiosender NDR Info hatte darüber berichtet. In Niedersachsen gehen die juristischen Auseinandersetzungen um die Vorwürfe von Anlegern am Mittwoch in eine weitere Runde.

Anzeige

In Köln gibt es 16 Klagen gegen den AWD, eine Fonds- sowie eine Treuhandgesellschaft. Es geht um möglicherweise überhöhte Provisionen beim Immobilienfonds „Fundus 28“. Auf die Frage nach den strittigen Zahlungen habe Maschmeyer geantwortet, er könne sich nicht erinnern. „Er sei nur in Einzelfällen über die Provisionen von Mitarbeitern unterrichtet gewesen“, zitierte die Gerichtssprecherin den Kern der Aussage.

Was Maschmeyer in seinem Buch schreibt

  • Das Buch

    AWD-Gründer und Milliardär Carsten Maschmeyer ist unter die Buchautoren gegangen. "Selfmade - erfolg reich leben" (Ariston Verlag) ist keine Autobiografie, sondern ein Ratgeber. Die ersten Auszüge hatte die Bild-Zeitung veröffentlicht - hier die wichtigsten Ausschnitte.

  • Seine Ausbildung

    Meine Ausbildung, rückblickend auf den Punkt gebracht, bestand eigentlich nur aus zwei Fächern: Hauptfach Beziehungen, Nebenfach Sachthemen. Persönlich ging bei mir immer vor geschäftlich.

  • Sein Ratschlag

    Die Fähigkeit zur Kommunikation und zur Bildung von Netzwerken ist heute entscheidend für den beruflichen Erfolg und ein spannendes, abwechslungsreiches Leben. In einer von E-Mails und SMS, Chatportalen und virtuellen Communitys beherrschten Zeit wird es immer wichtiger, über viele und tragfähige Kontakte zu verfügen

  • Seine Freunde

    Oftmals sind die mächtigsten und bekanntesten Personen einer Berufsgruppe gar nicht unbedingt intelligenter oder qualifizierter als der Durchschnitt – sie haben einfach mehr Kontakte und bessere Beziehungen, die sie meist seit langer Zeit pflegen und wechselseitig nutzen.

  • Vitamin B wichtiger als Arbeit

    Häufig ist Beziehungsarbeit lohnender als rein fachliche Arbeit. Frei nach der Parole: „Der Kluge kennt alles, der sehr Kluge kennt alle.“ Ich kenne sogar Personen, die einzig wegen ihrer Netzwerke, Kontakte und Beziehungen einen begehrten, gut bezahlten Job bekommen haben.

  • Interessante Jobs finden

    Interessante Jobs findet man heutzutage viel eher durch die Nutzung von Netzwerken als durch Print- oder Internet-Stellenanzeigen. Viele Statistiken belegen, dass die meisten Menschen ihre Jobs durch persönliche Beziehungen finden. Machen Sie sich also nichts vor: 

  • Über Politiker

    Das gilt umso mehr für Politiker: Ihr Erfolg hängt auch von ihrem Netzwerk, von ihren Beziehungen ab. Man wird kaum in den Ortsbeirat gewählt, wenn man keine guten Verbindungen hat. Als Politiker brauchen Sie – gerade in Ihrer Partei – die richtigen Unterstützer, die sich für Sie einsetzen und propagieren, warum die Leute Sie wählen sollen.

  • Über Gerhard Schröder

    Wenn man den Ministerpräsidenten Gerhard Schröder kennengelernt hat und er schließlich Bundeskanzler wird, dann lernt man fast ganz automatisch andere SPD-Politiker wie Stephan Weil, unseren Oberbürgermeister, und sogar Frank-Walter Steinmeier und Sigmar Gabriel kennen.

  • Über Christian Wulff

    Den damaligen Landtagsabgeordneten Christian Wulff lernte ich übrigens auf ganz spezielle Weise kennen. Ich hatte ihn öfter bei Empfängen gesehen, aber bis dahin noch nie persönlich mit ihm gesprochen. Bei der niedersächsischen Landtagswahl 1998 trat er für die CDU als Spitzenkandidat an. Diese Wahl wurde von der SPD genutzt, um auszuloten, wer als ihr Kanzlerkandidat in den Bundeswahlkampf ziehen sollte.

  • Über Anzeigen für Kanzlerkandidaten

    Den Umfragen zufolge hatte Helmut Kohl kaum Chancen auf eine Wiederwahl, und da sagte ich mir: Dann wäre Gerhard Schröder allemal ein besserer neuer Bundeskanzler als Oskar Lafontaine. Deshalb kam mir die Idee einer Anzeige mit der berühmt gewordenen Headline „Der nächste Kanzler muss ein Niedersachse sein“.

  • Über Ferres und das Leben in München

    Weil ich wegen Veronica Ferres viel in München bin, gibt es natürlich auch mehr Kontakte zu den CSU-Größen und den Münchner Dax-Chefs. Gerade in der bayerischen Landeshauptstadt ist die Welt von Film, Politik und Wirtschaft besonders eng verbandelt.

  • Über Freundschaften

    Networking bedeutet für mich natürlich auch, Freunde zu haben, ohne dass man miteinander Geschäfte machen möchte. Das gilt auch für Gerd Schröder. In dieser Beziehung wird mein Einfluss völlig überschätzt.

  • Über seine Rolle bei der Riester-Rente

    Manche haben die abwegige These vertreten, ich hätte den damaligen Bundeskanzler überredet, mir zuliebe die Riester-Rente einzuführen. Tatsache ist: Mit Gerhard Schröder habe ich überhaupt erst zwei Jahre nach Einführung dieser privaten Zusatzrente zum ersten Mal persönlich gesprochen.

  • Über Privates

    Der Grundsatz „privat bleibt privat“ hat eine stabile Basis geschaffen, auf der sich auch die Freundschaft zwischen unseren beiden Familien immer weiter entwickeln konnte.

Maschmeyers Sprecherin erklärte, der Firmengründer habe ausgesagt, dass die Provisionen seiner Erinnerung nach unter 15 Prozent gelegen hätten. Vor Gericht habe Maschmeyer gesagt, er könnte sich sicher daran erinnern, wenn ihm überproportionale Steigerungen mitgeteilt worden wären.

Das Urteil in dem Berufungsverfahren wird am 30. August erwartet. Die Streitsumme liegt nach Gerichtsangaben bei rund 750 000 Euro. Vor dem Auslaufen einer Verjährungsfrist hatten zum Jahresende 2011 viele Ex-Anleger Klagen gegen den AWD gestartet.

Maschmeyer-Zitate „Mein Vater hat vor Stolz geweint“

  • Maschmeyer-Zitate: „Mein Vater hat vor Stolz geweint“
  • Maschmeyer-Zitate: „Mein Vater hat vor Stolz geweint“
  • Maschmeyer-Zitate: „Mein Vater hat vor Stolz geweint“
  • Maschmeyer-Zitate: „Mein Vater hat vor Stolz geweint“

Das Unternehmen, das inzwischen zum Schweizer Versicherungskonzern Swiss Life gehört, wies darauf hin, dass neben seinem früheren Chef weitere Zeugen vor der zuständigen Kammer in Köln aussagten. Sowohl die Verantwortlichen von Fundus als auch der damalige Produktgeschäftsführer von AWD Deutschland hätten bestätigt, dass die Beraterprovisionen nicht über 15 Prozent lagen. „Wir gehen davon aus, dass die Berufungen hier zurückgewiesen werden“, hieß es.

Vor dem Landgericht Hannover geht der Streit um Risikoaufklärung und Provisionshöhen am Mittwoch in einem anderen Prozess weiter. Erwartet wird hier zunächst aber nur eine Entscheidung darüber, ob eine Beweisaufnahme nötig ist. Zu einem Auftritt Maschmeyers dürfte es nach Auskunft des Landgerichts deshalb noch nicht kommen.

AWD vor Umbenennung Umbau an Maschmeyers' Lebenswerk

Einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ zufolge könnte der von Carsten Maschmeyer einst gegründete Finanzvertrieb bald einen neuen Namen erhalten. Der Eigner Swiss Life will damit einen Neustart wagen.

AWD vor Umbenennung: Umbau an Maschmeyers' Lebenswerk

  • 02.08.2012, 14:19 UhrAnonym1

    Es ist schon sehr erstaunlich, dass solche Leute, die dann bei dem Verkauf solcher Produkte wissen, was diese so einbringen, vor Gericht dann Wissenslücken aufweisen. Da gibt es sogar Vermögensberater, denen es nicht anders geht und am Ende ist der Leidtragende immer der ehrliche Sparer, der durch dieses Strukturvertriebesystem immer den Nachteil hat, da viele Strukkis nur an das große Geld und ihre Karriere denken und der Kunde auf der Strecke bleibt.

    Es gibt so viele negativen Erfahrungsberichte über die Strukturvertriebe, die über Google zu finden sind, sei es das Thema "Umdeckung", bei Riester oder der Berufsunfähigkeitsversicherung wird dies häufig durchgeführt, oder "Hohe Abschlusskosten und Provisionen", dass es einem schwindelig wird. Das einzig richtige, was die Menschen heut zu Tage machen können ist, sich ausgiebig selbst um ihre Finanzen zu kümmern und Wissen aneignen damit sie nie wieder in so eine Situation geraten.

  • 21.07.2012, 18:15 UhrInsider

    Aalglatt und eiskalt...

  • 11.07.2012, 12:19 UhrFPR

    Jeder der sich im CM-Kreis befindet, an dem klebt Dreck.

  • Die aktuellen Top-Themen
Johannes Teyssen: Eon-Chef fordert Reform der Energiewende

Eon-Chef fordert Reform der Energiewende

Johannes Teyssen glaubt, dass die Energiewende der Umwelt mehr schadet als nutzt. Unter anderem fordert er, dass sich der Ökostrom ebenso im freien Markt behaupten müsse wie andere Energiequellen.

600-Millionen-Euro-Klage: Telekom siegt gegen Telegate-Gründer

Telekom siegt gegen Telegate-Gründer

Im Verfahren der Firmengründer gegen die Deutsche Telekom lehnte das Kölner Gericht eine Klage wegen zu hoher Rechnungen für Telefondaten ab. Auch eine Klage von Telegate selbst wurde abgewiesen.

Rating-Urteil: S&P stuft Commerzbank herab

S&P stuft Commerzbank herab

Die Bonitätswächter von Standard & Poor's senken den Daumen über die Commerzbank. Das Geldhaus brauche länger, ein tragfähiges Geschäft aufzubauen. Deshalb stufen die Experten die Kreditwürdigkeit herab.

  • Business-Lounge
Business-Lounge: Die großen Auftritte der Entscheider

Die großen Auftritte der Entscheider

Premieren, Feste, Symposien oder Jubiläen – es gibt viele Anlässe, bei denen die Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Verfolgen Sie die Auftritte in Bildern.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DEUTSCHLANDS ANZEIGENPORTAL FÜR UNTERNEHMENS-VERKAUF UND UNTERNEHMENSNACHFOLGE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Verkaufsangebote Verkaufsgesuche




 

.