Versicherungen

_

Dividende stabil: Munich Re kommt 2011 mit blauem Auge davon

Für die Munich Re war 2011 ein rabenschwarzes Jahr: Dennoch stimmen die heute vorgelegten Zahlen viele Börsianer zufrieden. Die Aktionäre bekommen ein Bonbon, wenn auch zu einem hohen Preis.

Die Munich Re blickt auf ein vergleichsweise gutes viertes Quartal zurück. Quelle: dpa
Die Munich Re blickt auf ein vergleichsweise gutes viertes Quartal zurück. Quelle: dpa

MünchenDer weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück peilt nach einem Gewinnrückgang 2011 für das laufende Jahr wieder Milliardenüberschüsse an. Das vergangene Jahr mit seinen zahlreichen Großschäden sei absolut ungewöhnlich gewesen, sagte Finanzchef Jörg Schneider am Donnerstag. Für 2012 stellte er wieder einen Gewinn von etwa 2,4 Milliarden Euro in Aussicht. „Das ist kein hartes Ziel, aber die Größenordnung passt“, sagte er in einer Telefonkonferenz.

Anzeige

Ihre Aktionäre will die Münchener Rück nichts von dem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr spüren lassen. Der Konzern schütte wie zuvor 6,25 Euro je Anteilschein aus - und geht damit ans Eingemachte: Die Dividendensumme von 1,1 Milliarden Euro übersteigt den Jahresgewinn von 710 Millionen Euro, der binnen Jahresfrist um fast drei Viertel geschrumpft war. Dass die Münchener Rück überhaupt noch etwas verteilen hat, ist zu einem guten Teil dem Finanzamt zu verdanken: Gut eine halbe Milliarde Euro an Steuerertrag verbuchte der Versicherungsgigant, da er Verluste durch Erdbeben, Wirbelstürme und Überflutungen von der Steuer absetzen konnte. Das Prämienvolumen des Gesamtkonzerns kletterte um neun Prozent auf 29,6 Milliarden Euro.

20112010Veränderung
Konzernüberschuss*0,712,43-70,7 %
Gebuchte Bruttobeiträge*49,645,58,9 %
Ergebnis aus Kapitalanlagen*6,88,6-21,8 %
Gebuchte Bruttobeiträge*26,523,612,3 %
Schaden-Kosten-Quote in %113,6100,5

* in Milliarden Euro

Die teuren Naturkatastrophen rund um den Globus und die Staatschuldenkrise machten 2011 für die Münchener Rück dennoch zu einem rabenschwarzen Jahr. „Ein Jahr wie 2011 haben wir noch nicht erlebt - extreme Belastungen durch Naturkatastrophen und dazu die Finanzkrise, die nach einer leichten Erholung in 2009 und 2010 nun wieder verstärkt aufgeflammt ist“, erklärte Finanzchef Jörg Schneider. Allein die Erdbebenschäden in Japan und Neuseeland kosteten die Münchner 1,5 Milliarden Euro. Dennoch rentierte sich das Geschäft mit der Rückversicherung: Das Segment warf trotz einer miserablen Schaden-Kosten-Quote von 113,6 Prozent immer noch 770 Millionen Euro Gewinn ab.

Der Überschuss aus Kapitalanlagen sackte binnen Jahresfrist um gut ein Fünftel auf 6,8 Milliarden Euro ab. Vor allem Abschreibungen verhagelten dem Konzern die Bilanz. Allein auf griechische Staatsanleihen musste die Münchener Rück 1,2 Milliarden Euro in den Wind schreiben. Für Italien erwartet Schneider keine ähnliche Entwicklung, die Investitionen in Staatspapiere aus Rom wurden jüngst dennoch zurückgefahren.

Die Prämien, die der Finanzriese seinen Kunden für das neue Jahr abzuknöpfen vermochte, bezeichnete Risikovorstand Torsten Jeworrek als zufriedenstellend. Vor allem für finanzielle Absicherungen gegen Naturkatastrophen in Südostasien, den USA und Australien seien höhere Preise aufgerufen worden. In anderen Regionen hätten sich Beitragserhöhungen nicht durchsetzen lassen. „Die Rückversicherungsmärkte bleiben weiterhin sehr wettbewerbsintensiv. In dieser Situation kommt es auf aktives Zyklus- und Portfoliomanagement an. Das wirtschaftliche Umfeld verbietet es, Rückversicherungsschutz zu Preisen zur Verfügung zu stellen, die nicht auskömmlich sind“, erklärte der zuständige Vorstand Torsten Jeworrek. Durch eine gezielte Auswahl von Märkten steige die Profitabilität seines Hauses jedoch. Den noch anstehenden Erneuerungsrunde im Jahresverlauf sehe er positiv entgegen.

Munich Re und andere Rückversicherer

Der Ertrag der von einem Sexskandal getroffenen Erstversicherungstochter Ergo stagnierte in etwa bei 350 Millionen Euro. „Angesichts der dramatischen Verwerfungen an den Kapitalmärkten können wir mit dem stabilen Ergebnis durchaus zufrieden sein“, sagte Ergo-Chef Torsten Oletzky.

Anzeige

Zurück
Weiter
  • 02.02.2012, 09:41 Uhrschaf

    unglaublich....wenn in einem jahr wie 2011 ein rückversicherer sogar noch gewinne generiert - und es war wirklich einiges los in der welt - dann sieht man mal wie gut es für ihn eigentlich laufen muss...

    das unternehmen erwirtschaftet trotz katastrophen und staatsschuldenkrise gewinne und spricht dennoch von einem miserablen jahr...was also darf man von der MR erwarten, wenn das jahr 2012 "ruhiger" werden sollte?

    könnte das vielleicht sogar ein kaufsignal sein?

  • 02.02.2012, 09:27 UhrDANDY

    ..
    es war schon immer etwas besonderes -
    als aktionaär rückversichert zu sein..!!
    ..

  • Die aktuellen Top-Themen
Tagebuch eines Jury-Mitglieds: So vergibt Cannes die Werbe-Löwen

So vergibt Cannes die Werbe-Löwen

Die Werbebranche trifft sich in Cannes: In 17 Kategorien gibt es „Löwen“ zu gewinnen. Der Hamburger Kreativ-Chef der Agentur Kolle Rebbe berichtet im Bilder-Tagebuch, wie er half, eine Organspende-Aktion zu küren.

Skytrax-Ranking 2013: Die beliebtesten Airlines der Welt

Die beliebtesten Airlines der Welt

Einmal im Jahr zeichnet die Unternehmensberatung Skytrax die Airlines aus, die bei den Kunden am besten abschneiden. Auch im diesjährigen Ranking dominieren asiatischen Airlines. Der Gewinner kommt aber vom Golf.

  • Business-Lounge
Business-Lounge: Die großen Auftritte der Entscheider

Die großen Auftritte der Entscheider

Premieren, Feste, Symposien oder Jubiläen – es gibt viele Anlässe, bei denen die Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Verfolgen Sie die Auftritte in Bildern.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DEUTSCHLANDS ANZEIGENPORTAL FÜR UNTERNEHMENS-VERKAUF UND UNTERNEHMENSNACHFOLGE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Verkaufsangebote Verkaufsgesuche




 

.

Mit dem Jobturbo durchsuchen Sie mehr als 215.000 Stellenanzeigen in 36 deutschen Stellenbörsen.
Diese Jobs suchen die Handelsblatt-Leser:
1. Ingenieur   6. Bauingenieur
2. Geschäftsführer   7. Marketing
3. Financial Analyst   8. Jurist
4. Controller   9. Volkswirt
5. Steuerberater   10. Designer