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Doris Pfeiffer: Krankenkassen fordern mehr Beitragsautonomie

exklusiv Die gesetzlichen Krankenkassen hoffen auf Konsequenzen aus der Pleite der City BKK und der BKK Heilberufe. Im Gespräch mit dem Handelsblatt fordert Spitzenfunktionärin Doris Pfeiffer mehr Autonomie.

Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende GKV-Spitzenverband. Quelle: Frank Rothe für Handelsblatt
Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende GKV-Spitzenverband. Quelle: Frank Rothe für Handelsblatt

BerlinDie Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen, Doris Pfeiffer hat die Bundesregierung aufgefordert, Konsequenzen aus der Pleite der City BKK und der BKK Heilberufe zu ziehen und den gesetzlichen Krankenkassen ihre Beitragsautonomie zurück zu geben.

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"Es ist natürlich eine politische Entscheidung, wie man das Finanzierungssystem der GKV gestaltet. Wenn wir aber zwei Wünsche frei hätten, wären es folgende: Die Kassen brauchen wieder mehr Beitragsautonomie, also die Möglichkeit den Preis der Leistungen, den Beitragssatz, selbst festzulegen. Und wir brauchen generell mehr Autonomie für die einzelne Kasse, wenn es darum geht mit Ärzten, Krankenhäusern und anderen Leistungsanbietern Verträge zu schließen;" sagte Pfeiffer dem Handelsblatt. Hier werde noch viel zu viel einheitlich geregelt.

Die zehn größten Krankenkassen

  • Barmer GEK

    Die Barmer GEK ist die größte Krankenkasse Deutschlands. Sie wurde am 01.Januar 2010 gegründet und unterhält laut eigenen Angaben rund 800 Geschäftsstellen bundesweit. 8,6 Millionen Deutsche sind bei ihr versichert.

  • Techniker Krankenkasse

    Die zweitgrößte Krankenkasse Deutschlands ist die Techniker Krankenkasse (TK) mit 7,9 Millionen Versicherten. Allein im vergangenen Jahr ist die TK um 339.000 Versicherte gewachsen. Allerdings zahlen nur und 5,6 Millionen Mitglieder tatsächlich Beiträge.

  • DAK-Gesundheit

    Auf Platz drei der größten deutschen Krankenkassen ist ab sofort mit 6,6 Millionen Versicherten die DAK Gesundheit - der Zusammenschluss aus BKK Gesundheit und DAK. Laut eigenen Angaben ist die DAK die Krankenkasse Deutschlands, deren Wurzeln am weitesten zurückzuverfolgen sind - bis zum Jahr 1774.

  • AOK Bayern

    In der Rangfolge hinter der neuen DAK Gesundheit liegt die AOK Bayern mit 4,3 Millionen Mitgliedern. In Bayern hat die Krankenkasse einen Marktanteil von mehr als 40 Prozent. Das Unternehmen beschäftigt 10.000 Mitarbeiter in dem Freistaat.  

  • AOK Baden-Württemberg

    An der fünften Stelle der größten Krankenkassen Deutschlands steht die AOK Baden-Württemberg. Derzeit sind 3,8 Millionen Menschen bei ihr versichert.

  • IKK Classic

    Auf dem sechsten Platz der größten deutschen Krankenkassen befindet sich ein ebenfalls erst kürzlich fusioniertes Unternehmen: Die IKK Classic. Sie ist Anfang August aus der IKK Classic und der Vereinigten IKK entstanden. Zusammen haben sie 3,6 Millionen Mitglieder.

  • AOK Rheinland /Hamburg

    Die AOK Rheinland/Hamburg hat 2,9 Millionen Mitglieder. Im Rheinland und in Hamburg ist sie damit die größte Krankenversicherung. Das Unternehmen betreibt mehr als 100 Geschäftsstellen.

  • AOK Nordwest

    Die AOK Nordwest belegt mit 2,7 Millionen Versicherten den siebten Platz unter Deutschlands größten Krankenkassen. Das Unternehmen beschäftigt 7.600 Mitarbeiter.

  • AOK Plus

    Mit 2,7 Millionen Versicherten ist die AOK Plus die größte Krankenkasse in Sachsen und Thüringen. Deutschlandweit rangiert sie an achter Stelle.

  • AOK Niedersachsen

    Auch in Niedersachsen hat die AOK die Nase vorn. Ingesamt hat die AOK Niedersachsen 2,4 Millionen Mitglieder - das macht den neunten Platz deutschlandweit.


Zugleich prangerte die GKV-Chefin die Zusatzbeiträge als Kassenkiller an. Sie hätten eine Mitschuld an den jüngsten Pleiten der City BKK und der BKK Heilberufe gehabt. Die Zusatzbeiträge, die Kassen erheben müssen, die mit den Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds nicht auskommen, hätten zwar wie politisch beabsichtigt, den Wettbewerb zwischen den Krankenkassen deutlich verschärft.

Der Preis dafür sei aber zu hoch. "Als die Kassen die Beitragssätze noch frei festlegen konnten, konnten sie Beitragsunterschiede bei ihren Kunden auch rechtfertigen z.B. mit mehr Service, Leistungsmanagement und innovativen Versorgungsformen. Jetzt müssen sie vor allem auf die Kosten gucken, weil sie fürchten müssen, in die Pleite getrieben zu werden, wenn das Geld aus dem Fonds nicht reicht und sie einen Zusatzbeitrag brauchen."

  • 27.01.2012, 17:37 UhrAnonymer Benutzer: hannibal

    Ich glaube Frau Pfeiffer verkennt die Lage. Aufgrund der demografischen Entwicklung geht es der GKV an den Kragen. Die Beiträge werden, wie von den Grünen gefordert, bald 17,7% und mehr aus der BBG der GRV betragen.
    Die PKV dagegen hat über 140 Milliarden Altersrückstellungen!!! Die GKV hat nichts!!!
    Die GKV erschleicht sich jetzt schon jedes Jahr Milliarden Euro aus Steuergeldern. Deutet des auf ein gesundes System hin? Wenn die GKV nur noch alleine "regiert" kann sie mit Ihren Versicherten machen was sie will. Aber eigentlich tut sie es ja heute schon.
    Wie kann man nur so verblendet sein? Das trifft aber leider auch auf viele Bürger zu, die sich in Foren wie diesen äußer.
    R.-P. Falk

  • 04.12.2011, 17:56 UhrAnonymer Benutzer: ItsSoEasy

    Zusatzbeiträge sind Mumpitz, da sie tatsächlich Kassenpleiten heraufbeschwören. Und das mit allen Härten: Arbeitslose Kassenmitarbeiter; Nichtversicherte Rentner; Ärzte, die auf Honorare warten Einfacher wäre ein gesetzlicher Fusionszwang bzw. die schlichte Auflösung derselben über eine zwangsweise Zuweisung der Versicherten auf andere Kassen gewesen.
    Die Finanzierung der GKV sollte wieder zur Hälfte von den Arbeitgebern getragen werden, dann behalten sie ein Interesse an wirtschaftlicher Gestaltung des Systems.
    Und wenn unser Staat endlich die Preise für neue Medikamente regulieren, Zwangszulassungen für bestimmte Krankheiten durchführen und die beitragsfreie Mitversicherung der Ehegatten von Gutverdienern abschaffen würde, wäre wieder jede Menge Geld da, um den Leistungskatalog vernünftig auszugestalten.

  • 11.11.2011, 21:01 UhrAnonymer Benutzer: poker_pius

    Sie könnte auch die Steuerzuschüsse von Privatversicherten meinen oder auf die nächste Wahl bezogen das Gesetz der großen Zahl

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