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Gewinnprognose angehoben: Hurrikan Sandy kann Munich Re nicht schocken

Die Munich Re hebt trotz des folgenschweren Wirbelsturms an der US-Ostküste ihre Gewinnprognose für 2012 an. Allerdings dürfe die derzeit erwartete Schadenssumme nicht noch übertroffen werden.

Die durch Hurrikan Sandy angerichteten Schäden sind noch lange nicht beseitigt. Mittlerweile helfen auch US Marines bei den Aufräumarbeiten – hier in Staten Island, New York City. Quelle: AFP
Die durch Hurrikan Sandy angerichteten Schäden sind noch lange nicht beseitigt. Mittlerweile helfen auch US Marines bei den Aufräumarbeiten – hier in Staten Island, New York City. Quelle: AFP

MünchenDer Rückversicherer Munich Re trotzt vor Stärke. Im zurückliegenden Quartal lag der Konzerngewinn ein Vierfaches über dem Wert des Vorjahreszeitraum. Der Überschuss betrug 1,14 Milliarden Euro. Daher kann auch der folgenschwere Hurrikan, der die Ostküste der USA Ende Oktober heimgesucht hatte, nicht die Laune bei dem Münchener Konzern trüben. „Trotz des Wirbelsturms Sandy sind wir sehr optimistisch, 2012 einen Gewinn von rund drei Milliarden Euro erzielen zu können“, sagte Finanzchef Jörg Schneider.

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Anfang des Jahres war der Konzern noch von einem Gewinn in Höhe von nur 2,5 Milliarden Euro ausgegangen. Nach den ersten neun Monaten sind es aber bereits über 2,7 Milliarden Euro. Insofern rechnet der Dax-Konzern damit, dass in den restlichen Monaten nicht mehr viel zu holen sein wird.

Wetterbedingte Katastrophen in Nordamerika

  • Studie

    In einer umfassenden Studie hat die Munich Re die Schäden durch Wetterkatastrophen wie Wirbelstürme oder Überschwemmungen untersucht. Die Analyse umfasst die Jahre 1980 bis 2011.

  • Schäden

    Den Daten des Rückversicherers zufolge erreichte der durch Wetterkatastrophen in Nordamerika angerichtete materielle Schaden in dem Zeitraum 1.060 Milliarden US-Dollar (auf Preise im Jahr 2011 hochgerechnet). Das entspricht etwa 770 Milliarden Euro.

    Versichert war etwa die Hälfte der angerichteten Schäden – 510 Milliarden US-Dollar (393 Milliarden Euro). Rund 30.000 Menschen kamen ums Leben.

  • Hurrikan Sandy

    Hurrikan Sandy hat zwar Ende Oktober und Anfang November 2012 große Aufmerksamkeit auf sich gezogen, da er auch die Millionenmetropole New York erfasste. Doch mit einem versicherten Schaden in zweistelliger Milliardenhöhe ist er nicht das größte Schadensereignis.

  • Größter Schaden

    Der Ende August 2005 über New Orleans hereingebrochene Hurrikan Katrina (der die stärkste Stufe „5“ der Wirbeslsturm-Skala erreichte), richtete einen gesamtwirtschaftlichen Schaden in Höhe von 125 Milliarden US-Dollar an, davon war die Hälfte versichert. Über 1300 Menschen starben und damit ungleich mehr als durch Hurrikan Sandy im Jahr 2012 in New York und New Jersey.

  • Zunahme der Schadensfälle

    In Nordamerika hat sich laut Münchener Rück die Zahl der wetterbedingten Naturkatastrophen seit 1980 fast verfünffacht. In Asien vervierfachte sich die Zahl, in Afrika stieg sie um den Faktor 2,5, in Europa um den Faktor 2. Zur Zunahme trage der menschengemachte Klimawandel bei. Langfristig sei etwa mit einem Anstieg der Intensität tropischer Wirbelstürme zu rechnen.

Die Dividende für 2012 soll oberhalb des Vorjahresniveaus von 6,25 Euro je Anteilsschein liegen. Um die neue Zielmarke zu erreichen, dürften die bisherigen Schadensprognosen zu Sandy auch nicht übertroffen werden. Derzeit wird in der Branche von Belastungen von fünf bis 20 Milliarden US-Dollar ausgegangen.

„Sandy“ wird damit wohl der größte Einzelschaden 2012 und potenziell auch einer der teuersten Hurrikane der vergangenen Jahre. Im dritten Quartal schlug bei der Munich Re vor allem Hurrikan „Isaac“ mit rund 80 Millionen Euro zu Buche. Die eigenen Kosten im Zusammenhang mit der verheerenden Dürre in den USA werden weiter mit rund 160 Millionen Euro angesetzt. Die Belastung für die Erdbeben in Norditalien im Frühjahr wurde auf 150 Millionen Euro (bisher 79 Millionen Euro) hochgesetzt.

Rückversicherer So teuer waren Naturkatastrophen im ersten Halbjahr

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Von Juli bis September summierte sich der Überschuss der Munich Re auf 1,13 Milliarden Euro (Vorjahr: 286 Millionen Euro). Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt nur mit 739 Millionen Euro gerechnet. Der Branchenprimus profitierte von relativ niedrigen Naturkatastrophen-Lasten sowie einem sehr starken Plus beim Kapitalanlageergebnis. Aktien konnten mit Gewinn abgestoßen werden. Hohe Abschreibungen blieben anders als im Vorjahr aus, als Investoren Griechenland einen Teil der Schulden erlassen mussten.

Munich Re und andere Rückversicherer

Nicht ganz so rund für den Konzern läuft es bei der Erstversicherungstochter Ergo. Im dritten Quartal lag das Ergebnis dieses Bereichs bei 38 Millionen Euro, während in den ersten sechs Monaten ein Plus von insgesamt fast 300 Millionen Euro angefallen war.

Die Aktie reagierte freundlich auf das Geschäftsergebnis und lag im vorbörslichen Handel zwei Prozent im Plus und notierte bei 127,89 Euro. Die Munich Re bestätigt mit ihrem Ergebnis den Branchentrend. Am Dienstag hatte die kleinere Hannover Rück ein Gewinnplus von 63 Prozent auf gut 265 Millionen Euro gemeldet. Zahlen des Branchenzweiten Swiss Re werden am Donnerstag erwartet.

 

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