Versicherungen

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Hannover Rück: Mehr als 2,60 Euro Dividende für 2012

Der weltweit drittgrößte Rückversicherer will seine Aktionäre belohnen. Man habe mehr Eigenkapital, als man derzeit brauche, sagt Hannover Rück-Chef Ulrich Wallin. Daran konnte auch Wirbelsturm „Sandy“ nichts ändern.

Das Logo des weltweit drittgrößten Rückversicherers Hannover Rück in Hannover. Quelle: dpa
Das Logo des weltweit drittgrößten Rückversicherers Hannover Rück in Hannover. Quelle: dpa

FrankfurtDer weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück will seine Aktionäre für das laufende Jahr mit einer deutlich steigenden Dividende belohnen. Das Unternehmen habe mehr Eigenkapital, als es derzeit brauche, und wolle es auf diese Weise „vorsichtig zurückführen“, sagte Vorstandschef Ulrich Wallin der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview. „Deshalb könnte die nächste Ausschüttung 40 Prozent des Gewinns übersteigen, aber nicht wesentlich“, erklärte er. Die Dividende werde deutlich höher ausfallen als die in diesem Jahr ausgeschütteten 2,10 Euro je Aktie. „Und sicher ist auch, dass unser Großaktionär, die Talanx AG, mit einer Dividende von zum Beispiel 2,60 Euro nicht zufrieden wäre.“

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Talanx hatte bei seinem Börsengang im Herbst Anleger auch mit der Aussicht auf eine höhere Ausschüttung der Tochterfirma Hannover Rück gelockt. Der Rückversicherer hatte angedeutet, diesmal bei der Ausschüttung über den Korridor von 35 bis 40 Prozent des Gewinns hinauszugehen. Hannover Rück peilt für 2012 nach früheren Angaben ein Konzernergebnis von mehr als 800 Millionen Euro an.

Wetterbedingte Katastrophen in Nordamerika

  • Studie

    In einer umfassenden Studie hat die Munich Re die Schäden durch Wetterkatastrophen wie Wirbelstürme oder Überschwemmungen untersucht. Die Analyse umfasst die Jahre 1980 bis 2011.

  • Schäden

    Den Daten des Rückversicherers zufolge erreichte der durch Wetterkatastrophen in Nordamerika angerichtete materielle Schaden in dem Zeitraum 1.060 Milliarden US-Dollar (auf Preise im Jahr 2011 hochgerechnet). Das entspricht etwa 770 Milliarden Euro.

    Versichert war etwa die Hälfte der angerichteten Schäden – 510 Milliarden US-Dollar (393 Milliarden Euro). Rund 30.000 Menschen kamen ums Leben.

  • Hurrikan Sandy

    Hurrikan Sandy hat zwar Ende Oktober und Anfang November 2012 große Aufmerksamkeit auf sich gezogen, da er auch die Millionenmetropole New York erfasste. Doch mit einem versicherten Schaden in zweistelliger Milliardenhöhe ist er nicht das größte Schadensereignis.

  • Größter Schaden

    Der Ende August 2005 über New Orleans hereingebrochene Hurrikan Katrina (der die stärkste Stufe „5“ der Wirbeslsturm-Skala erreichte), richtete einen gesamtwirtschaftlichen Schaden in Höhe von 125 Milliarden US-Dollar an, davon war die Hälfte versichert. Über 1300 Menschen starben und damit ungleich mehr als durch Hurrikan Sandy im Jahr 2012 in New York und New Jersey.

  • Zunahme der Schadensfälle

    In Nordamerika hat sich laut Münchener Rück die Zahl der wetterbedingten Naturkatastrophen seit 1980 fast verfünffacht. In Asien vervierfachte sich die Zahl, in Afrika stieg sie um den Faktor 2,5, in Europa um den Faktor 2. Zur Zunahme trage der menschengemachte Klimawandel bei. Langfristig sei etwa mit einem Anstieg der Intensität tropischer Wirbelstürme zu rechnen.

Der Wirbelsturm „Sandy“, der im Herbst über den Nordosten der USA hinweggefegt war, hat die Pläne der Hannover Rück nicht durcheinandergebracht. Sandy sei zwar der größte Einzelschaden in diesem Jahr. „Aber auch er passt noch gut ins Großschadenbudget von insgesamt 560 Millionen Euro für 2012“, sagte Wallin.

Die zehn größten Versicherungskonzerne

  • Platz 10

    Prudential plc (Großbritannien)

    Der britische Versicherer mit Hauptsitz in London hat weltweit 20 Millionen Kunden. Künftig soll ein Schwerpunkt auf das asiatische Geschäft gelegt worden. 2010 kamen die Briten auf einen Umsatz von 73,6 Milliarden Dollar.

  • Platz 9

    Munich Re (Deutschland)

    Der größte deutsche Rückversicherer, der früher Münchener Rück hieß, sichert sich ebenfalls einen Platz unter den weltgrößten Versicherern. Zur Gesellschaft gehört unter anderem auch die Ergo Versicherungsgruppe. Die rund 47.000 Mitarbeiter des Konzerns haben 2010 auf einen Umsatz von 76,22 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

  • Platz 8

    Nippon Life Insurance Company (Japan)

    Die Japaner mit Hauptsitz in Osaka sind nicht nur der größte Lebensversicherer ihres Landes, sondern gehören auch international zu den größten. Mit einem Umsatz von 78,57 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 2,6 Milliarden Dollar im Jahr 2010 ist der Konzern locker in der Top 10.

  • Platz 7

    Aviva (Großbritannien)

    Weltweit hat der Konzern aus London 35 Millionen Kunden und rund 45.000 Mitarbeiter. Insgesamt kamen die Briten im Jahr 2010 auf einen Umsatz von 90,2 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 2,26 Milliarden Dollar.

  • Platz 6

    UnitedHealth (USA)

    Im Bereich der Krankenversicherung gehört das Unternehmen aus der Kleinstadt Minnetonka (Minnesota) zu den größten der Branche. Weltweit beschäftigt der Konzern 87.000 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 94,15 Milliarden Dollar erwirtschaften.

  • Platz 5

    American International Group (USA)

    Die New Yorker waren lange der größte Erstversicherer der Welt. In der Finanzkrise mussten sie dann sogar mit Steuergeldern gerettet werden. 2010 haben die Amerikaner rund 104,4 Milliarden Dollar umgesetzt.

  • Platz 4

    Assicurazioni Generali (Italien)

    Schon Franz Kafka gehörte kurzzeitig zu den Angestellten des traditionsreichen Versicherers aus Triest. Die Italiener gehören bis heute zu den führenden Versicherungskonzernen weltweit, 2010 kamen sie auf einen Umsatz von 120,2 Milliarden Dollar.

  • Platz 3

    Allianz (Deutschland)

    Der größte deutsche Versicherungskonzern schafft den Sprung auf das Treppchen. Von München aus steuert der Konzern 151.338 Mitarbeiter weltweit und erwirtschaftete so einen Umsatz von 127,38 Milliarden Dollar im Jahr 2010.

  • Platz 2

    Berkshire Hathaway (USA)

    Mit dem schillernden Investor Warren Buffett an der Spitze, ist US-Beteiligungsgesellschaft vor allem im Versicherungsgeschäft tätig. Die Amerikaner gehören zu den profitabelsten Konzernen des Landes. 2010 wurde ein Umsatz von 136,18 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

  • Platz 1

    AXA (Frankreich)

    Der größte Versicherungskonzern der Welt hat seinen Hauptsitz in Paris. Insgesamt verwalten die rund 103.000 Mitarbeiter ein Vermögen von 1,38 Billionen Dollar. Allein im Jahr 2010 wurde ein Umsatz von 162,2 Milliarden Dollar eingefahren.

Die Schäden aus Naturkatastrophen hielten sich 2012 in Grenzen. „Für Hannover Rück ist das Jahr bislang sehr erfreulich verlaufen. Wir verzeichnen ein kräftiges Prämienwachstum und eine verbesserte Profitabilität“, sagte der Vorstandschef. Bei den Kapitalanlagen komme Hannover Rück derzeit der Verkauf von Wertpapieren mit höheren Zinsen zugute, deren Kurse gestiegen seien. „Aber auch dieser Effekt wird irgendwann auslaufen“, sagte Wallin. Dennoch bekräftigte er die Erwartung eines Gewinns von mindestens 800 Millionen Euro auch für 2013.

 

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