
DüsseldorfKleine Geschenke erhalten die Freundschaft – oder auch mehr. Dem Handelsblatt liegt ein Bericht der Ergo-Revision vor, in dem offen von Kundenschädigung, Hinweisen auf mögliche Bestechung und Verschleppung zu lesen ist. Freie Vertreter der Ergo-Tochter Hamburg-Mannheimer schlossen mit Unternehmen so genannte Kollektivverträge, die deren Mitarbeitern besonders günstige Konditionen garantierten.
Weil die Vertreter aber höhere Provisionen verdienten wollten, verkauften sie im Einzelgespräch dann ganz andere Verträge. „Aus den damit verbundenen höheren Abschlusskosten haben sich Nachteile in Form von geringeren garantierten Monatsrenten für die Versicherten ergeben“, heißt es im Revisionsbericht. „Für die beteiligten Vertreter führte dies zu überhöhten Provisionswerten in Höhe von rund 153.000 Euro.“
Die Top-Five-Clubreise nach Mallorca (kleine Clubreise) hat in der Zeit vom 12.09. - 15.09.2005 stattgefunden und wurde von Herrn Lange in seiner Funktion als Leiter der HMI-Vertriebsorganisation begleitet.
Insgesamt werden angabegemäß je Jahr eine „große“ und zwei „kleine“ Top-Five-Clubreisen in Eigenregie von der Vertriebsdirektion HMI (VDHMI) organisiert, durchgeführt und über eigene Kostenstellen abgewickelt.
Als sie den Club betreten hätten, seien er und andere überrascht gewesen, weil im Tresenbereich leicht bekleidete „Mädels“ gestanden hätten. Einige, zu denen er gehörte, seien dann ca. nach einer Stunde zurückgefahren, andere seien dort geblieben.
Aufgrund der vorliegenden Information ist es aus Sicht von REV (Revision) wahrscheinlich, dass mit den beiden von Herrn Lange eingereichten Bewirtungsbelegen über gesamt 2428 Euro Aufwendungen für einen Nachtclub/Bordellbesuch finanziert wurden.
Auf beiden Belegen ist im Kopf der Name „Mexxaton“ vermerkt, bei dem es sich anscheinend um die Lokalität handeln soll, von der sie ausgestellt wurden. Auf dem Beleg über € 1508 ist zusätzlich das Datum „15.09.05“ vermerkt, während der andere kein Datum trägt. Weitere Angaben z.B. zum Aussteller befinden sich nicht darauf.
Eine Lokalität mit dem Namen „Mexxaton“ auf Mallorca haben wir weder bei unseren Internetrecherchen gefunden noch war sie der vor Ort vertrauten Reiseagentur bzw. dem Hotel oder Reiseteilnehmern bekannt.
Das Datum auf dem Beleg über € 1508 wäre allenfalls plausibel, wenn die Rechnung in den frühen Morgenstunden ausgestellt wurde, da am 15.09.05 der Abreisetag war.
Wir haben am 10.06.2011 Herrn Lange telefonisch zu dem Vorgang befragt. Er erinnerte die Reise zwar, gab aber an, die Gruppe nicht in ein Bordell eingeladen zu haben. Zu den „Zweckformbelegen“ und dem Namen „Mexxaton“ könne er aber nichts sagen.
Im Zusammenhang mit der Prüfung zu dem HMI-Sonderwettbewerb - Budapest 2007 („Party Total“) sind die auf den Gewinner- bzw. Teilnehmerlisten aufgeführten Personen von der Konzernrevision zur Teilnahme und ggf. weiteren Details befragt worden. Dabei ist von einer Person der Hinweis geäußert worden, dass es auf einer Wettbewerbsveranstaltung der HMI nach Südamerika zu vergleichbaren Aktivitäten gekommen sei.
Auf Nachfrage wurde der Hinweis dahingehend ergänzt, dass eine HMI-Geschäftsstelle in Frankfurt im Januar/Februar 2011 eine Wettbewerbsreise in ein „Swinger-Hotel“ in Jamaika durchgeführt habe.
Die von Herrn M. geleitete Geschäftsstelle in Frankfurt hat in den Jahren 2009 und 2011 jeweils Wettbewerbsreisen nach Jamaika in das „Swinger-Hotel“ Hedonism II (www.hedonism-resorts.de) durchgeführt.
Das Hotel ist gemäß Internet-Recherche ein bekanntes Reiseziel für entsprechend interessierte Personen.
Vor Buchung der Reise sind die Reiseunterlagen gem. Richtlinie zum Generalstrukturen-Reisewettbewerb (GRW) der abrechnenden Stelle PVH5HH per Mail zur Genehmigung vorgelegt worden.
Von der Geschäftsstelle wurden insgesamt drei Angebote von unterschiedlichen Hotels eingeholt und es wurde mitgeteilt, dass man sich für die dritte, günstigste Variante mit der Hotelkombination Mariott am Time Square und dem Hedonism II auf Jamaika entschieden hatte.
Als Grund für die Buchung gab er an, dass seine erste Wettbewerbsreise vor 25 Jahren in dasselbe Hotel geführt habe.
Nach allem, was Ergo heute bekannt ist, war diese Veranstaltung ein Einzelfall und widersprach schon damals den Regeln, die für die Organisation von Wettbewerbs-Reisen gelten.
Herr P. verwies darauf, dass sich zur selben Zeit das Magazin „Playboy“ mit „Bunnys“ zwecks eines Fotoshootings in der Anlage aufhielt.
In diesem Zusammenhang seien auch Fotos mit Teilnehmern und den Models (teilweise ohne Oberteil) aufgenommen worden. Es sei nicht auszuschließen, dass diese Fotos an die Öffentlichkeit gelangten.
In der Vergangenheit betonte Ergo stets, wie verhältnismäßig klein das Problem sei. So hätte sich bei einer Untersuchung aller 40.152 Verträge bei nur 344 Kundenunternehmen „Klärungsbedarf ergeben“. Für die bisher potenziell kritischen Fälle seien 600.000 Euro für rückwirkende Vertragsumstellungen nötig. Dies entspricht laut Ergo lediglich 0,005 Prozent der Deckungsrückstellungen in diesem Geschäftsbereich.
Laut Revisionsbericht jedoch war die Kundenschädigung zwar das Werk von Einzeltätern, es lägen aber auch klare Hinweise für Beihilfe aus der Zentrale vor. „Die Wahl der falschen Kollektive wurde offensichtlich durch Organisationsverschulden ermöglicht“, schreiben die Revisoren. So soll ein involvierter Vertreter laut Zeugenaussagen dem in der Fachabteilung zuständigen Spezialisten „eine teure Omega Uhr“ geschenkt haben – als Dank für dessen „Unterstützung“. Außerdem habe die Verwaltung Neuverträge bearbeitet, obwohl sie ohne die vorgeschriebenen „Betreuungs-Begleit-Scheine“ eingereicht wurden.
Die Ergo-Revisoren folgern: „Es liegt ein kollusives Handeln zwischen den handelnden Personen in Vertrieb und Verwaltung nahe.“ Eine scharfe Formulierung. Der Duden definiert kollusiv als: „unerlaubt zum Nachteil eines Dritten zusammenwirkend.“
Ergo-Chef Torsten Oletzky muss nun erneut erklären, warum in seinem Hause gravierende Regelverstöße bei Bekanntwerden nicht abgestellt, sondern jahrelang verschleppt werden. Denn laut Revision waren die Vorgänge aus der Betrieblichen Altersvorsorge in der Verwaltung schon seit 2003 bekannt. Und obwohl in der Folgezeit ein hoher Vertreter mehrmals entsprechende Hinweise gab, wurde das Problem nicht bearbeitet. Wörtlich im Bericht: „Der Beschwerdekomplex hätte deutlich früher behandelt und geklärt werden können, wenn aufgrund der in den Jahren 2004 und 2006 gegebenen Hinweisen angemessen reagiert worden wäre.“

Während die deutschen Handballer gerade die Deutsche Fahne hochhalten,werden sie mit ihrer Rückenwerbung geradewegs zum Handlanger dieser niederen Interessen degradiert.
Man scheint bei der ERGO das Geld der Versichertengemeinschaft für Werbeausgaben in Millionenhöhe
zu verschleudern um dadurch von dem eigenen desolaten Zustand abzulenken.Gleichzeitig werden vermeintlich schlechte Risiken auch in jahrzehntelang schadensfreien Versicherungsverhältnissen gnadenlos hinausgekündigt und man verzögert die Regulierung fälliger Schädensersatzansprüche über jede Schmerzgrenze hinaus.
ERGO, mach weiter so,und es wird sich bald auch bei den Ängstlichen dieser Nation die Erkenntnis durchsetzen,dass "Versichern" nicht "verstehen",sondern "verscheissern" bedeutet.

Ihren ,,Sarkasmus" in ehren.
Ob die geschädigten Kunden der ERGO auch ihren ,,Sarkasmus"
tolerieren, bleibt zweifelhaft.

Haben Sie zu Weihnachten einen Fremdwörter-Duden bekommen oder über die Feiertage Wikipedia entdeckt? Dann viel Spaß noch damit. Guten Abend.
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