_

Kassen-Reserven: Krankenkassen wollen Beiträge senken

Im Gesundheitsfonds befinden sich Milliarden. Die Krankenkassen diskutieren deshalb eine Entlastung der Versicherten. Ärztepräsident Montgomery fordert hingegen höhere Beiträge.

Krankenkassen und Ärzteschaft sind uneins, wie man mit gesparten Milliarden umgehen soll. Quelle: dpa
Krankenkassen und Ärzteschaft sind uneins, wie man mit gesparten Milliarden umgehen soll. Quelle: dpa

Berlin/UlmErwartete Milliardenreserven im Gesundheitsfonds heizen die Debatte über eine Beitragssenkung bei der gesetzlichen Krankenversicherung an. Die Krankenkassen pochen darauf, überschüssiges Geld nicht anzusparen. Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hält hingegen längerfristig sogar höhere Beiträge für nötig. Mit der Ankündigung, kommendes Jahr auf Zusatzbeiträge zu verzichten, prescht der Branchenführer Barmer GEK vor.

Anzeige

Montgomery nannte als Hauptgründe für höhere Ausgaben den medizinischen Fortschritt und die steigende Zahl älterer Patienten. „Deswegen werden wir im heutigen System zwangsläufig zu höheren Kassenbeiträgen kommen, und darüber müssen wir uns langfristig Gedanken machen“, sagte er der Ulmer „Südwest Presse“.

Zudem sieht Montgomery bei den Honoraren der niedergelassenen Ärzte erheblichen Nachholbedarf. Die Ärzteschaft habe in den letzten 30 Jahren bis zu 50 Prozent an Kaufkraft verloren. "Das gilt es, zu einem Teil aufzuholen." Zudem müssten unnötige Bürokratie abgebaut und bessere Arbeitszeiten und -bedingungen geschaffen werden. "Wenn die Menschen merken, dass die Ärzte unzufrieden sind, werden sie die Entscheidungen der Politik hinterfragen." Doch zunächst setze er auf "vernünftige Gespräche mit der Politik".

Montgomery nannte die Debatte über Beitragssenkungen „absurd und nur kurzfristigen politischen Landgewinnen geschuldet“. Konjunktur und Arbeitslosenzahlen entwickelten sich zwar besser als erwartet. Dies könne sich aber schnell ändern. „Dann wäre es klug, wenn es Reserven gäbe, um nicht hektisch reagieren zu müssen.“

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung entgegnete: „Der Gesundheitsfonds ist keine Sparkasse.“ Wenn die offizielle Finanzschätzung des Schätzerkreises im Oktober zeige, dass der Fonds 2012 mehr Geld hat als er braucht, solle gehandelt werden, sagte Sprecher Florian Lanz der Nachrichtenagentur dpa. „Zusatzbeiträge vermeiden oder Beiträge zu senken wäre besser, als über die gesetzlichen Vorgaben hinaus Beitragsgelder im Fonds anzusammeln.“

  • 21.07.2011, 13:00 UhrAnonymer Benutzer: Enterprise

    Höhere Honorare für Ärzte sind wohl kaum erforderlich. Dieses Jammern auf höchstem Niveau ist langsam unterträglich, zumal, wenn man bedenkt, dass Arztpraxen mehr geschlossen als geöffnet sind. Wenn den niedergelassenen Ärzten ihr Einkommen nicht langt, dann gilt das was für alle gilt: Etwas mehr arbeiten !

  • 20.07.2011, 14:57 UhrAnonymer Benutzer: bommel

    mister montgomery jammert auf hohem niveau. uns fliegt sowieso bald alles um die ohren, da brauchen wir auch kein gesundheitssystem mehr. wobei ich mich frage, wieso es gesundheitssystem heißt, müsste doch eigentlich krankensystem heißen. denn wir zahlen ja nur vorab für kosten von krankheit und die meisten krankheiten werden ja künstlich durch dieses menschenverachtende system am leben gehalten bzw. durch nicht in der natur vorkommene zusatzstoffe in lebens- und genußmitteln bzw. der umwelt hervorgerufen, damit jeder was dran verdienen kann.

  • 20.07.2011, 12:56 Uhrhanspella

    Wie lange muß sich der unbescholtene Bundesbürger solches
    Geschwätz und Gejammer noch anhören?
    @ lehrtasche hat absolut recht!

  • Die aktuellen Top-Themen
Logistikspezialist: Rollen, die die Welt bewegen

Rollen, die die Welt bewegen

Im Schatten des Internethandels ist der Fördertechnikhersteller Interroll zum weltweit gefragten Anbieter geworden. Seine Stärke sind robuste und feingesteuerte Systeme - mittlerweile auch jenseits der Versandbranche.

Solarenergie: Sonne liefert Deutschland so viel Strom wie 20 AKWs

Sonne liefert Deutschland so viel Strom wie 20 AKWs

Energiewende und sommerliches Wetter machen es möglich: Deutschland hat eine neue Spitzenleistung bei der Sonnenenergie erreicht. Die Solaranlagen im Bundesgebiet produzierten am Freitagmittag rund 20.000 Megawatt Strom.

Übersee-Stahlwerke: Thyssen-Krupps US-Tochter schwächelt

Thyssen-Krupps US-Tochter schwächelt

Thyssen-Krupps US-Stahltochter schreibt rote Zahlen - und das scheint sich auch in Zukunft nicht zu ändern. Vorstandschef Heisinger glaubt kaum an Besserung, die Entwicklung hänge vor allem von den Stahlpreisen ab.

  • Video

Global 3000 Die Fischer von Limbé

Für die Fischer an Kameruns Küsten werden die Aussichten immer schlechter. Es gibt immer weniger Fische, ausländische Trawler haben die Gewässer fast leer gefischt. Auch die kleine Stadt Limbé leidet unter der Krise.

  • Business-Lounge
Business-Lounge: Die großen Auftritte der Entscheider

Die großen Auftritte der Entscheider

Premieren, Feste, Symposien oder Jubiläen – es gibt viele Anlässe, bei denen die Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Verfolgen Sie die Auftritte in Bildern.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DEUTSCHLANDS ANZEIGENPORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Verkaufsangebote Verkaufsgesuche




 

.