
HannoverDer weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück spürt im Kerngeschäft Gegenwind. „Wir stellen insgesamt fest, dass wir einen zunehmenden Wettbewerb haben“, sagte Vorstandschef Ulrich Wallin anlässlich der am Montag veröffentlichten Ergebnisse zur Erneuerungsrunde im Januar. Einerseits seien mehr Anbieter im Markt, andererseits wählten Erstversicherer einen größeren Selbstbehalt, gerade in Deutschland. „Für uns wird es deshalb schwieriger, das Wachstum so fortzusetzen. Wir spüren einen gewissen Druck.“
Bei der Erneuerung von rund zwei Dritteln der Schaden-Rückversicherungsverträge habe Hannover Rück ein Prozent mehr Geschäft gezeichnet als ein Jahr zuvor. Damit stieg das Prämienvolumen auf rund 3,82 Milliarden Euro. Die Preismacht ist gering, selbst bei den margenstärkeren nicht-proportionalen Verträgen, bei denen der Rückversicherer erst ab einer bestimmten Schadenshöhe einspringt und nicht vom ersten Euro an. Hier konnte der Konzern im Schnitt nur eine Preiserhöhung um 0,5 Prozent durchsetzen.
In den einzelnen Regionen und Sparten gab es allerdings große Unterschiede: So wuchs das Nordamerika-Geschäft um 14 Prozent. In den dortigen schadenbetroffenen Sparten wurden nach Hurrikan „Sandy“, der im Oktober im Nordosten der USA wütete, Preissteigerungen zwischen zehn und 30 Prozent erreicht. In Deutschland sank das Prämienvolumen dagegen leicht.
Wallin sprach von einem insgesamt „zufriedenstellenden“ Ergebnis. Für das gesamte Geschäftsjahr 2013, also inklusive der unterjährigen Erneuerungsrunden, geht er für die Schaden-Rückversicherung weiter von einem Prämienwachstum von drei bis fünf Prozent aus, das gesamte Bruttoprämienvolumen soll um fünf Prozent zulegen. Das Großschaden-Budget steigt in diesem Jahr auf 625 (2012: 560) Millionen Euro. „Sandy“, der mit Abstand größte Einzelschaden des vergangenen Jahres, hatte Hannover Rück nach Angaben vom Januar netto 238 Millionen gekostet - was die Talanx-Tochter offenbar locker wegsteckte.
Zahl der Unternehmen: 5078 (in 2008)
Beschäftigte: 956 000 (in 2009)
Bruttoprämien: 1104 Milliarden Euro
Daten aus 2010
Zahl der Unternehmen: 582
Beschäftigte: 216 400
Bruttoprämien: 179 Milliarden Euro
Zahl der Unternehmen: 441
Beschäftigte: 147 400
Bruttoprämien: 207 Milliarden Euro
Zahl der Unternehmen: 242
Beschäftigte: 47 185
Bruttoprämien: 126 Milliarden Euro
Zahl der Unternehmen: 1314
Beschäftigte: 117 000 (in 2009)
Bruttoprämien: 207 Milliarden Euro
Zahl der Unternehmen: 268
Beschäftigte: 57 000
Bruttoprämien: 78 Milliarden Euro
Zahl der Unternehmen: 145
Beschäftigte: 23 727
Bruttoprämien: 29 Milliarden Euro
Zahl der Unternehmen: 151
Beschäftigte: 45 659
Bruttoprämien: 40 Milliarden Euro
Zahl der Unternehmen: 292
Beschäftigte: 47 779 (in 2009)
Bruttoprämien: 57 Milliarden Euro
Zahl der Unternehmen: 184
Beschäftigte: 16 773
Bruttoprämien: 21 Milliarden Euro
Zahl der Unternehmen: 386
Beschäftigte: 20 414
Bruttoprämien: 28 Milliarden Euro
Jedenfalls stellt der Konzern für 2012 nach wie vor einen Gewinn von mehr als 800 Millionen Euro in Aussicht. Das wäre ein neues Rekordergebnis, die vollständigen Zahlen werden Anfang März erwartet. Für 2013 geht Wallin weiter eher von 800 Millionen Euro aus. Die konservative Prognose begründete er neben dem härteren Wettbewerb auch mit dem anhaltend niedrigen Zinsen, was das Anlageergebnis belaste. „Wir haben deshalb aber nicht vor, riskanter anzulegen“, betonte der Vorstandschef. Die Aktienquote liege aktuell bei unter einem Prozent.
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