
BerlinDas Neugeschäft in der privaten Krankenversicherung (PKV) ist deutlich hochgegangen. Der PKV-Verband führt dies insbesondere auf die Hilfe der Regierung zurück. Zum Jahresanfang war die dreijährige Wartefrist abgeschafft worden, die insbesondere gut verdienende Angestellte gehindert hatte, schnell von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in die PKV zu wechseln.
Die privaten Anbieter sprechen nun von einer „spürbaren Belebung des Wettbewerbs“. Im ersten Halbjahr 2011 sei deshalb der Neuzugang von Vollversicherten auf 54.000 Personen gestiegen. Das sei gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Plus von 20 Prozent. Insgesamt versorgt die Branche nun 8,95 Millionen voll mit Krankenschutz, bei den knapp 150 Krankenkassen sind gut 70 Millionen Menschen versichert.
Die Barmer GEK ist die größte Krankenkasse Deutschlands. Sie wurde am 01.Januar 2010 gegründet und unterhält laut eigenen Angaben rund 800 Geschäftsstellen bundesweit. 8,6 Millionen Deutsche sind bei ihr versichert.
Die zweitgrößte Krankenkasse Deutschlands ist die Techniker Krankenkasse (TK) mit 7,9 Millionen Versicherten. Allein im vergangenen Jahr ist die TK um 339.000 Versicherte gewachsen. Allerdings zahlen nur und 5,6 Millionen Mitglieder tatsächlich Beiträge.
Auf Platz drei der größten deutschen Krankenkassen ist ab sofort mit 6,6 Millionen Versicherten die DAK Gesundheit - der Zusammenschluss aus BKK Gesundheit und DAK. Laut eigenen Angaben ist die DAK die Krankenkasse Deutschlands, deren Wurzeln am weitesten zurückzuverfolgen sind - bis zum Jahr 1774.
In der Rangfolge hinter der neuen DAK Gesundheit liegt die AOK Bayern mit 4,3 Millionen Mitgliedern. In Bayern hat die Krankenkasse einen Marktanteil von mehr als 40 Prozent. Das Unternehmen beschäftigt 10.000 Mitarbeiter in dem Freistaat.
An der fünften Stelle der größten Krankenkassen Deutschlands steht die AOK Baden-Württemberg. Derzeit sind 3,8 Millionen Menschen bei ihr versichert.
Auf dem sechsten Platz der größten deutschen Krankenkassen befindet sich ein ebenfalls erst kürzlich fusioniertes Unternehmen: Die IKK Classic. Sie ist Anfang August aus der IKK Classic und der Vereinigten IKK entstanden. Zusammen haben sie 3,6 Millionen Mitglieder.
Die AOK Rheinland/Hamburg hat 2,9 Millionen Mitglieder. Im Rheinland und in Hamburg ist sie damit die größte Krankenversicherung. Das Unternehmen betreibt mehr als 100 Geschäftsstellen.
Die AOK Nordwest belegt mit 2,7 Millionen Versicherten den siebten Platz unter Deutschlands größten Krankenkassen. Das Unternehmen beschäftigt 7.600 Mitarbeiter.
Mit 2,7 Millionen Versicherten ist die AOK Plus die größte Krankenkasse in Sachsen und Thüringen. Deutschlandweit rangiert sie an achter Stelle.
Auch in Niedersachsen hat die AOK die Nase vorn. Ingesamt hat die AOK Niedersachsen 2,4 Millionen Mitglieder - das macht den neunten Platz deutschlandweit.
Zudem hätten die gut 40 PKV-Anbieter bis Mitte 2011 netto rund 119.000 Zusatzversicherungen abgeschlossen. Auch dies liege deutlich über dem Wert des Vorjahres von 77000. Insgesamt verwalten die privaten Versicherer mehr als 22 Millionen Zusatzversicherungen.
In diesem Jahr rechnet die PKV mit Beitragseinnahmen von 34,9 Milliarden Euro, ein Plus von 4,9 Prozent. Dabei entfallen 32,76 Milliarden Euro auf die Krankenversicherung und 2,14 Milliarden Euro auf die Pflegeversicherung. Die ausgezahlten Versicherungsleistungen schätzt die Branche auf 23,1 Milliarden Euro. Das entspreche einem Plus von 5,5 Prozent. „Der Kostenanstieg bleibt somit auch 2011 deutlich über der allgemeinen Preissteigerung“, kommentiert dies der Verband im Zahlenbericht 2010/2011.
Solidargemeinschaft von Alten und Jungen, Gesunden und Kranken – die Risiken werden ständig gemischt.
Quelle: wiwo.de
Kinder und nicht berufstätige Ehegatten sind kostenlos mitversichert
Viele Leistungen für Kinder sind bei der GKV vorgeschrieben, die die PKV nicht ohne höhere Beiträge bietet.
Pharmafirmen, Ärzte oder Kliniken bekommen feste Kostensätze erstattet – die Leistungserbringer können nicht pokern wie in der PKV und mehrfache Sätze abrechnen.
Von politischen Kostensenkungsmaßnahmen oder Kosten-Nutzen-Analysen profitieren die Versicherten, weil so die Beitragssteigerungen moderater ausfallen
Den Leistungskatalog bestimmt die Politik – das heißt: nichts ist sicher
Die monatlichen Beiträge werden von der Politik festgelegt – Kassen, die gut wirtschaften, können keine niedrigeren Beiträge anbieten
Die Politik bremst Kassen aus, die neue Ideen z.B,. bei Kooperationen oder im Krankheitsmanangement realisieren wollen.
Die GKV legt keine Altersreserven an, das Geld wird ausgegeben, wie es reinkommt