
ZürichDer Schweizer Lebensversicherer Swiss Life klopft den Markt auf mögliche Käufer für sein Geschäft mit vermögenden US-Privatkunden ab. „Wir wurden über einen Vermittler angefragt, ob wir Interesse hätten, uns den Bereich näher anzusehen“, sagten Perry Lerner und Chris Calise, Direktoren des Versicherers Crown Global, der Nachrichtenagentur Reuters. Crown Global mit Büros in Zürich, auf den Bermudas, den Cayman Islands und im US-Bundesstaat Delaware ist auf Versicherungsprodukte für Reiche spezialisiert.
Nach Angaben von zwei anderen Brancheninsidern prüft Swiss Life seit einigen Monaten Optionen, die einen Verkauf des US-Geschäfts einschließen. Die verwaltete Vermögen der Sparte soll sich auf ein bis zwei Milliarden Dollar belaufen. Die Schweizer verwalten in ihrer Sparte Versicherungsgeschäft International rund 18 Milliarden Franken Vermögen. Das Gros davon entfällt auf sogenannte Versicherungsmäntel, ein Steuersparprodukt für reiche Kunden. Der Bereich ist damit relativ klein: Insgesamt verwaltet der Konzern aus Zürich fast 130 Milliarden Franken (107 Milliarden Euro). Swiss Life lehnte eine Stellungnahme ab.
Zahl der Unternehmen: 5078 (in 2008)
Beschäftigte: 956 000 (in 2009)
Bruttoprämien: 1104 Milliarden Euro
Daten aus 2010
Zahl der Unternehmen: 582
Beschäftigte: 216 400
Bruttoprämien: 179 Milliarden Euro
Zahl der Unternehmen: 441
Beschäftigte: 147 400
Bruttoprämien: 207 Milliarden Euro
Zahl der Unternehmen: 242
Beschäftigte: 47 185
Bruttoprämien: 126 Milliarden Euro
Zahl der Unternehmen: 1314
Beschäftigte: 117 000 (in 2009)
Bruttoprämien: 207 Milliarden Euro
Zahl der Unternehmen: 268
Beschäftigte: 57 000
Bruttoprämien: 78 Milliarden Euro
Zahl der Unternehmen: 145
Beschäftigte: 23 727
Bruttoprämien: 29 Milliarden Euro
Zahl der Unternehmen: 151
Beschäftigte: 45 659
Bruttoprämien: 40 Milliarden Euro
Zahl der Unternehmen: 292
Beschäftigte: 47 779 (in 2009)
Bruttoprämien: 57 Milliarden Euro
Zahl der Unternehmen: 184
Beschäftigte: 16 773
Bruttoprämien: 21 Milliarden Euro
Zahl der Unternehmen: 386
Beschäftigte: 20 414
Bruttoprämien: 28 Milliarden Euro
Bei den auch unter „Private Placement Life Insurance“ (PPLI) oder „Insurance Wrapper“ bekannten Produkten werden Anlagen wie Wertpapierdepots oder Fondsanteile in eine Lebensversicherung eingebracht. Diese Ummantelung bringen Vorteile wie etwa einen Aufschub der Steuerpflicht bis zur Auszahlung und reduzierte Steuersätze. Doch das Geld bleibt bei der Bank und der Kunde kann weiterhin mitbestimmen, wie es angelegt wird. Lange Zeit reduzierte sich für Steuerflüchtlinge zudem die Gefahr, enttarnt zu werden, weil als Kontoinhaber bei der Bank nur die Versicherung auftauchte.
Doch inzwischen schauen die Aufsichtsbehörden bei Finanzinstrumenten genauer hin und schließen immer mehr Schlupflöcher. So müssen unter dem Foreign Account Tax Compliance Act (FATCA), mit dem die USA der Steuerhinterziehung von amerikanischer Bürgern über Auslandsanlagen einen Riegel vorschieben wollen, auch Versicherungsvermögen deklariert werden. Das FATCA-Abkommen mit der Schweiz soll ab 2014 gelten.
Die jährliche Zinsgutschrift der Lebensversicherer heißt Überschussbeteiligung. Sie setzt sich zusammen aus dem Garantiezins und einem Bonus. Derzeit beträgt der Garantiezins 1,75 Prozent. In alten Verträgen kann er bis zu vier Prozent betragen.
Die Lebensversicherer weisen neben der Überschussbeteiligung gerne noch die Gesamtverzinsung eines Vertrags aus, der im nächsten Jahr ausbezahlt wird. Diese Prozentzahl ist etwas höher, weil der Kunde noch einen Zuschlag aus weiteren Gewinntöpfen der Lebensversicherer erhält - weil er bis zum Ende durchgehalten hat.
Analysten erwarten, dass die Überschussbeteiligung für 2013 weiter sinken wird – von knapp vier Prozent in diesem Jahr auf etwa 3,6 Prozent im nächsten Jahr. Einen Überblick liefert die Ratingagentur Assekurata.
Die Zinsgutschriften der Lebensversicherungen fallen seit mehr als einem Jahrzehnt. Ursache ist der starke Rückgang der Kapitalmarktzinsen.
Der Branchenführer Allianz senkt die Überschussbeteiligung von 4,0 auf 3,6 Prozent und verabschiedet sich damit von der magischen Vier-Prozent-Marke.
Für Ergo Leben sinkt die Überschussbeteiligung auf 3,2 von 3,8 Prozent, für Victoria Leben auf 3,0 von 3,5 Prozent. Die Gruppe verwaltet mehr als sieben Millionen Verträge. Ähnlich schlecht ist der große Versicherer Zurich mit 3,0 Prozent.
Der mittelgroße, aber sehr kapitalstarke Lebensversicherer senkt die Überschussbeteiligung ebenfalls stark von 3,85 Prozent auf 3,35 Prozent. Der Vorreiter der Branche im Jahr 2012.
Der kleine Lebensversicherer zahlt im fünften Jahr in Folge eine stabile Gesamtverzinsung von 4,9 Prozent. Dieser Satz setze sich zusammen aus einer laufenden Überschussbeteiligung von 4,0 Prozent sowie einem Schlussüberschuss von 0,9 Prozent.
Die Lebensversicherer der DEVK trotzen dem historisch niedrigen Zinsniveau: Für das Jahr 2013 schütten sie eine Überschussbeteiligung in Höhe von 4,0 Prozent aus. Im Vorjahr waren es 4,1 Prozent
Die Gesamtverzinsung für das Jahr 2013 wurde auf 3,6 Prozent festgelegt (Vorjahr: 3,75 Prozent). Die Überschussbeteiligung, die niedriger sein dürfte, teilte der Versicherer nicht mit.
Die Kunden des Landeslebenshilfe V.V.a.G. (LLH) erhalten für ihre Guthaben in 2013 eine laufende Verzinsung von 4,25 Prozent und damit eine seit Jahren überdurchschnittlich hohe Überschussbeteiligung. Einschließlich Schlussüberschussbeteiligung werde sich eine Gesamtverzinsung von durchschnittlich 5,0 Prozent ergeben, die damit weiterhin deutlich über dem Marktniveau liegen werde, teilte der Versicherer mit. Noch etwas besser ist Targo mit 4,3 Prozent.
Die Gesamtverzinsung der Provinzial Rheinland sind im Vergleich zum Vorjahr um 0,15 Prozent auf insgesamt 4,1 Prozent (inkl. Schlussüberschuss und Sockelbeteiligung an den Bewertungsreserven). Die darin enthaltene laufende Verzinsung liege bei 3,4 Prozent, teilte der Sparkassenversicherer aus Düsseldorf mit.
Entgegen dem Trend in der Lebensversicherungsbranche hält die Heidelberger Lebensversicherung AG für das Jahr 2013 die Überschussbeteiligung konstant auf dem Vorjahresniveau von 4,0 Prozent. Aufgrund der Spezialisierung auf fondsgebundene Produkte sei das Unternehmen nur im geringen Umfang von der aktuellen Niedrigzinsphase betroffen.
Die Stuttgarter Lebensversicherung a.G. bietet eine laufende Verzinsung von 4,0 Prozent (Vorjahr 4,2 Prozent). Zusammen mit der Mindestbeteiligung an den Bewertungsreserven und den Schlussüberschussanteilen ergebe sich für 2013 eine Gesamtverzinsung von 4,81 Prozent (errechnet nach Assekurata-Modellfall, Laufzeit 25 Jahre).
Für die klassischen Renten- und Lebensversicherungen von AXA und DBV wird die laufende Verzinsung (Garantieverzinsung plus Zinsüberschussanteil) im kommenden Jahr bei 3,65 Prozent liegen (2012: 3,8 Prozent). Die Gesamtverzinsung 2013 wird einschließlich des Kostenüberschussanteils, des Schlussgewinnanteils und der Sockelbeteiligung an den Bewertungsreserven im Schnitt 4,4 Prozent erreichen (2012: 4,6 Prozent).
Die Volkswohl Bund Lebensversicherung a.G. legt ihre laufende Verzinsung für das Jahr 2013 auf 3,65 Prozent (2012: 4,05 Prozent) fest.
Die Nürnberger Lebensversicherung und die Nürnberger Beamten Lebensversicherung halten ihre Überschussbeteiligung stabil bei vier Prozent. Auch für 2012 und 2011 galten diese Werte. Dies ergibt sich aus der Assekurata-Überschussstudie 2013.
Die Schweizer Aufsicht FINMA hat die Bestimmungen bereits Anfang 2011 verschärft. Seither müssen Banken die Inhaber der Anlagekonten kennen, die die Versicherer bei ihnen führen. „Diese Themen und allfällige daraus resultierende Konsequenzen für die Versicherten wurden im Rahmen der laufenden Aufsicht mit den Beaufsichtigten aufgenommen und werden angesichts der bevorstehenden Einführung von FATCA sicher weiterhin vertieft diskutiert werden“, sagte FINMA-Sprecher Tobias Lux.