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Neuausrichtung: Sberbank will privatisiert werden

Vorstandschef Herman Gref sieht die Wettbewerbsfähigkeit seines Hauses durch staatlichen Einfluss behindert. Er kündigte eine grundsätzliche Neuausrichtung der Sberbank an und bestätigte Interesse an der Osteuropa Tochter der Österreichischen Volksbank.

Der Vorstandsvorsitzende der größten russischen Bank, Herman Gref. Quelle: Reuters
Der Vorstandsvorsitzende der größten russischen Bank, Herman Gref. Quelle: Reuters

WienRusslands größte Bank sucht ihr Heil in der Privatisierung. "Der Rückzug des Staates ist ein Muss", sagte Sberbank-Vorstandschef Herman Gref am Mittwoch auf der Wiener Osteuropa-Regionaltagung des World Economic Forum (WEF). Noch steht die größte russische Bank mit 70 Millionen Kunden unter dem Einfluss der Regierung in Moskau.

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Vorstandschef Gref strebt eine grundsätzliche Neuausrichtung der Sberbank an. Als staatlich beeinflusste Bank fehle seinem Haus derzeit noch die nötige Wettbewerbsfähigkeit, um gegen große westliche Konkurrenten zu bestehen. Nach einer Privatisierung könnte die Sberbank in den Wettbewerb mit westlichen Großbanken eintreten. "Dann werden wir unsere Wettbewerbsfähigkeit erhöhen", betonte der Vorstandschef in Wien.

Die Sberbank brauche auch keine Kapitalhilfen vom russischen Staat. Das Kreditinstitut sei so groß, dass es sich ohne Probleme über seine Kunden und über den Kapitalmarkt finanzieren könne. Gref bestätigte, dass die Sberbank auch mit einer regionalen Neuausrichtung beginnen werde. Bislang ist die Sberbank vor allem in früheren Sowjet-Republiken wie Weißrussland oder Kasachstan vertreten. Jetzt orientiert sich die Sberbank auch Richtung Westen in die früheren Ostblock-Länder.

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Gref bestätigte das Interesse an der Osteuropa-Tochter der Österreichischen Volksbank. "Die Pläne dafür liegen auf dem Tisch", sagte der Sberbank-Chef. Gref wollte sich allerdings nicht zum konkreten Stand der Verhandlungen äußern. Österreichische Volksbank und Sberbank verhandeln bereits seit mehreren Monaten über den Verkauf. Die Osteuropa-Tochter der Österreicher ist ein kleinerer Spieler in Osteuropa. Der Sberbank würde damit allerdings der Einstieg in Ländern wie Tschechien, Ungarn und dem früheren Jugoslawien gelingen. In Wiener Bankenkreisen wird ein Kaufpreis von bis zu einer Milliarde Euro für möglich gehalten.

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