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Neue Kapitalregeln: Risikomanager erwarten Übernahmen bei Versicherern

exklusiv Aus Sicht der Experten, könnte es durch das neue EU-Kapitalregelwerk eine Konsolidierung in der Branche geben - vor allem auf dem deutschen Markt.

Eine Bildkombo mit den Logos führender Versicherer. Quelle: dpa
Eine Bildkombo mit den Logos führender Versicherer. Quelle: dpa

Viele Risikomanager erwarten ab 2013 eine Marktbereinigung in der deutschen Versicherungsbranche. Auslöser dafür werde das geplante EU-Aufsichts- und Kapitalregelwerk Solvency II sein, ergab eine Umfrage des Beratungshauses PPI AG bei 103 Entscheidern aus Risikomanagement, Controlling und Revision in der zweiten und dritten Führungsebene.

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64 Prozent der Befragten gingen davon aus, dass die Zahl der Anbieter unabhängig von der exakten Ausgestaltung des EU-Regelwerks sinken wird. „Dabei geht es nicht um Insolvenzen“, sagte PPI-Manager Wolfram Spengler. Einige europäische Unternehmen könnten sich zum Beispiel vom stark umkämpften deutschen Markt zurückziehen. Zudem würden kleinere Anbieter, die ab 2013 plötzlich mehr Eigenkapital benötigten, lohnende Übernahmekandidaten für die Branchengrößen. Entsprechend rechneten 53 Prozent der Befragten damit, dass die kapitalstarken Versicherungen zu den Gewinnern der Solvency II-Einführung gehören werden.

Erstversicherer

Diese Erwartungen der Risikomanager stehen im Gegensatz zu den Zielen der europäischen Versicherungsaufseher. Diese wollen das Regelwerk Solvency II so umsetzen, dass die vorhandenen Strukturen in der europäischen Versicherungsbranche erhalten bleiben. Auch die Branchenverbände haben sich dieses Ziel auf die Fahnen geschrieben.

Die neuen Verhaltens- und Kapitalregeln sollen zwar nach dem Willen der Europäischen Union formal Anfang 2013 in Kraft treten. Doch es werde wohl ein langsamer Start. Nur vier Prozent der Befragten gingen davon aus, dass das EU-Paket pünktlich und vollständig umgesetzt werde. 79 Prozent der Befragten erwarteten, dass beim Start Anfang 2013 Übergangsfristen zur vollständigen Umsetzung gewährt werden. Auch die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa hält dies für sinnvoll.

Viele wichtige Details im EU-Regelwerk Solvency II sind noch nicht entschieden. Dies muss in den nächsten Monaten noch endgültig in Brüssel zwischen EU-Kommission und den Regierungen ausgehandelt werden. Die deutsche Versicherungsbranche fordert starke Erleichterungen insbesondere in der Lebensversicherung und deutlich weniger Bürokratie. Dies unterstützte zuletzt auch der Deutsche Bundestag.  

Gothaer-Chef Werner Görg "Solvency II droht ein Monster zu werden"

Der Chef der Gothaer, Werner Görg, kritisiert die EU-Aufseher scharf. Sie überforderten die Branche mit den neuen Kapital- und Aufsichtsregeln, die ab 2013 gelten. Görg fordert einfachere Regeln und weniger Bürokratie.

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