Versicherungen

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Provinzial-Versicherer: Zusammenschluss könnte Fusionswelle auslösen

Die westfälischen Sparkassen dringen auf eine Fusion der Versicherer Provinzial NordWest und Provinzial Rheinland. Das sei „vernünftig und überfällig“, so Verbandspräsident Gerlach. Bis März erwartet er eine „Blaupause“.

Das Logo der Provinzial-Versicherung. Quelle: dpa
Das Logo der Provinzial-Versicherung. Quelle: dpa

MünsterEine Fusion der Provinzial NordWest und Provinzial Rheinland könnte dem westfälischen Sparkassenverband zufolge Startsignal für Zusammenschlüsse weiter öffentlicher Versicherer sein. "Wenn zwei etwas machen, müssen die anderen auch etwas machen", sagte der Präsident des Sparkassenverbands Westfalen-Lippe, Rolf Gerlach, am Dienstag in Münster. "Dann wird sich in der Szene etwas tun", fügte er hinzu.

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Er erwarte, dass die Vorstände beider Versicherer bis Ende März ein "belastbares Konzept" für weitere Beratungen, "eine Blaupause", vorlegen. Die Provinzial-Eigner müssten dann entscheiden, ob sie in konkrete Verhandlungen über eine Fusion einsteigen wollen. Der Jahresüberschuss der beiden Versicherer von derzeit zusammen etwa 200 Millionen Euro werde sich durch eine Fusion auf rund 300 Millionen Euro steigern lassen, warb Gerlach: "Dies wäre ein spürbarer Beitrag, öffentliche Versicherer zukunftsfest aufzustellen."

Versicherer in Europa

  • Europa

    Zahl der Unternehmen: 5078 (in 2008)

    Beschäftigte: 956 000 (in 2009)

    Bruttoprämien: 1104 Milliarden Euro

    Daten aus 2010

  • Deutschland

    Zahl der Unternehmen: 582

    Beschäftigte: 216 400

    Bruttoprämien: 179 Milliarden Euro

  • Frankreich

    Zahl der Unternehmen: 441

    Beschäftigte: 147 400

    Bruttoprämien: 207 Milliarden Euro

  • Italien

    Zahl der Unternehmen: 242

    Beschäftigte: 47 185

    Bruttoprämien: 126 Milliarden Euro

  • Großbritannien

    Zahl der Unternehmen: 1314

    Beschäftigte: 117 000 (in 2009)

    Bruttoprämien: 207 Milliarden Euro

  • Niederlande

    Zahl der Unternehmen: 268

    Beschäftigte: 57 000

    Bruttoprämien: 78 Milliarden Euro

  • Belgien

    Zahl der Unternehmen: 145

    Beschäftigte: 23 727

    Bruttoprämien: 29 Milliarden Euro

  • Schweiz

    Zahl der Unternehmen: 151

    Beschäftigte: 45 659

    Bruttoprämien: 40 Milliarden Euro

  • Spanien

    Zahl der Unternehmen: 292

    Beschäftigte: 47 779 (in 2009)

    Bruttoprämien: 57 Milliarden Euro

  • Dänemark

    Zahl der Unternehmen: 184

    Beschäftigte: 16 773

    Bruttoprämien: 21 Milliarden Euro

  • Schweden

    Zahl der Unternehmen: 386

    Beschäftigte: 20 414

    Bruttoprämien: 28 Milliarden Euro

Änderungen seien auch bei den öffentlichen Versicherern insgesamt notwendig, sagte der Sparkassenpräsident. Durch eine verbesserte Zusammenarbeit ließen sich jährlich rund 250 Millionen Euro einsparen, bei einem einheitlichen Versicherer des Sparkassenlagers würde sich die Kostenposition um rund 500 Millionen Euro verbessern, betonte Gerlach.

Diese Einsparpotenziale belegten Studien von Unternehmensberatern. Der Sektor der Landesbanken sei zudem zu groß, fügte Gerlach hinzu. Es gehe nicht an, dass die Bilanzsummen der Landesbanken über denen der Sparkassen lägen.

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Spitzenvertreter der Sparkassen beraten seit Jahresanfang unter dem Dach des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) über gemeinsame Projekte ihrer Versicherungen. "Wir arbeiten an Konzepten, im Rahmen der öffentlichen Versicherer den Verbundgedanken stärker auszuprägen", hatte DSGV-Präsident Georg Fahrenschon zu Reuters gesagt. Dabei würden unterschiedliche Ansätze geprüft.

  • 26.03.2013, 12:03 Uhr

    Herr Gerlach offenbart nicht seine wahren Ziele. Den Sparkassen geht es in erster Linie um Abschreibungsmöglichkeiten. Die Last der West-LB drückt. Die Westfälische Provinzial könnte ihre Kennzahlen bei einer Fusion mit dem "Schmuckstück" Provinzial Rheinland deutlich schönen. Allerdings würden sich in der Kapitalanlage die Risiken eher erhöhen.
    Hier werden 2 wirtschaftlich kerngesunde und für die Zukunft bestens aufgestellte Unternehmen zu einer Fusion genötigt, die mittelfristig die Kosten erheblich steigern wird und zudem ca. 1000 Arbeitsplätze in der Region vernichtet.

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