
FrankfurtDie Hannover Rück ist trotz höherer Prämieneinnahmen mit einem Gewinnrückgang ins neue Jahr gestartet. Der Überschuss schrumpfte im ersten Quartal um 15 Prozent auf 221 Millionen Euro, wie der weltweit drittgrößte Rückversicherer am Dienstag mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten allerdings mit noch weniger gerechnet und im Schnitt 211 Millionen Euro vorhergesagt.
Zwar gab es zu Jahresbeginn kaum Belastungen durch Großschäden. Doch Hannover Rück hatte nach einem Rekordgewinn im vergangenen Jahr bereits gewarnt, dass wegen des verschärften Wettbewerbs – vor allem in der Schaden-Rückversicherung – 2013 mit schwächeren Ergebnissen zu rechnen sei. Im Gesamtjahr peilt Vorstandschef Ulrich Wallin weiter einen Nettogewinn von etwa 800 Millionen Euro an. Auch das läge leicht unter dem Vorjahresniveau.
Der Rückversicherer Swiss Re wertet jedes Jahr aus, welche Katastrophen die höchsten Schäden verursacht haben. Dabei geht es nicht um die Gesamtsumme, sondern die von den Versicherungen abgedeckte. 2012 traf es die USA am schlimmsten – vor allem Stürme verursachten teure Schäden.
Bei dutzenden Tornados im Mittleren Westen der USA starben im April 2012 sechs Menschen. Der versicherte Schaden betrug laut Swiss Re eine Milliarde Dollar.
Im Juni wirbelten mehrere Stürme die US-Bundesstaaten Colorado, New Mexico und Texas durcheinander. Versicherter Schaden: eine Milliarde Dollar.
Keine Ruhe für New Orleans: Sieben Jahre nach dem verheerenden Sturm „Katrina“ traf „Isaac“ die Stadt am Golf von Mexiko. Ganz so schlimm waren die Folgen nicht, Swiss Re schätzt den Schaden aber trotzdem auf 1,6 Milliarden Dollar.
Im Mai 2012 erschütterte eine Serie von Erdbeben den Norden Italiens, 24 Menschen kamen ums Leben. Swiss Re beziffert den versicherten Schaden auf 1,6 Milliarden Dollar, insgesamt betrug der wirtschaftliche Verlust sogar umgerechnet 16 Milliarden Dollar.
Hagelkörner so groß wie Tennisbälle: Die Stürme, die im Mai über den Mittleren Westen der USA zogen, kosteten die Versicherer 1,7 Milliarden Dollar. Vor allem St. Louis traf es schwer. Eine Person starb.
Ein langgezogenes Sturmsystem – in den USA Derecho genannt – zog im Juni 2012 über die US-Staaten Ohio und Indiana hinweg, 28 Menschen starben. Der versicherte Schaden betrug zwei Milliarden Dollar.
Im März und April trafen mehrere schwere Stürme die USA. Der Rückversicherer Swiss Re verbuchte sie mit jeweils 2,5 Milliarden Dollar versicherter Schadenssumme.
Der Mittlere Westen der USA gilt als Brotkorb des Landes – doch im vergangenen Jahr fiel die Getreideernte wegen einer schweren Dürre äußerst mager aus. Nach Angaben von Swiss Re betrug der Schaden 11 Milliarden Dollar.
Nur „Katrina“ war schlimmer: Der Hurrikan „Sandy“ legte die Ostküste der USA lahm und richtete Schäden in Höhe von 35 Milliarden Dollar an – teurer war 2012 keine andere Katastrophe. Doch die Folgen des Sturms reichen noch weiter: Er zeigte die Amerikaner auf schmerzhafte Weise die Folgen des Klimawandels.
Wallin zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis. „Dieses Ergebnis ist ein erster erfolgreicher Schritt, um unser Jahresziel zu erreichen”, sagte er. „Die wesentlichen Faktoren, die hierzu beigetragen haben, sind ein sehr gutes versicherungstechnisches Ergebnis in der Schaden-Rückversicherung sowie ein zufriedenstellendes Ergebnis unseres Personen-Rückversicherungsgeschäfts.”
In seiner Pressemitteilung betonte die Hannover Rück zudem weiteren Entwicklungsmöglichkeiten im Geschäft mit Personenrückversicherungen. „Das Unternehmen sieht nach wie vor gute Wachstumsmöglichkeiten in den USA, Australien sowie in Teilen von Europa“, hieß es.