Versicherungen

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Stellenabbau: Allianz baut Sachversicherung um

exklusivDie Allianz will ihre Sachversicherung umbauen. Die Sparte müsse auf einen profitablen Wachstumskurs einschwenken, sagte Deutschland-Chef Rieß dem Handelsblatt. Dabei sollen etwa 400 Arbeitsplätze gestrichen werden.

Bei der Allianz fallen bis 2013 400 Stellen weg. Quelle: dpa
Bei der Allianz fallen bis 2013 400 Stellen weg. Quelle: dpa

MünchenDie Allianz will in ihrer seit Jahren schwächelnden deutschen Sachversicherung mit einem erneuten Umbau und neuen Produkten die Trendwende schaffen. Zwar sei man im traditionellen Stammgeschäft weiterhin unangefochtener Marktführer, sagte Deutschland-Chef Markus Rieß dem Handelsblatt.   "Wir verlieren aber Marktanteile und sind in der Profitabilität nicht da, wo wir einmal waren, und auch nicht da, wo wir einmal hinwollen." Die Sparte müsse endlich auf profitablen  Wachstumskurs einschwenken.

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Die zehn größten Versicherer Europas

  • Allianz

    Die Allianz verfügt in Deutschland über die bekannteste Marke im Versicherungssektor. 2010 hat die Gruppe weltweit 5,2 Milliarden Euro verdient und Einnahmen von mehr als 100 Milliarden Euro erzielt. Neben dem Versicherungsgeschäft ist das Management großer Vermögen das zweite Standbein des Konzerns geworden. Mit Pimco besitzt die Allianz den am stärksten beachteten Anleihenmanager.

  • Axa

    Der größte französische Versicherer konkurriert mit der Allianz um die Marktführerschaft in Europa. Im Jahr 2010 beliefen sich die Einnahmen auf 91 Milliarden Euro. Der Gewinn sank um ein Viertel auf 2,75 Milliarden Euro, weil Sanierungsarbeiten nach der Finanzkrise das Ergebnis belasteten.

  • Generali

    Der Marktführer in Italien ist traditionell stark im Geschäft mit Altersvorsorgeprodukten. 2010 flossen rund 73 Milliarden Euro in die Kassen, 1,7 Milliarden Euro verblieben als Gewinn.

  • Aviva

    Die britische Gruppe konzentriert sich in Europa neben dem Heimatmarkt auf weitere sieben Märkte: Frankreich, Spanien, Italien, Polen, Irland, die Türkei und Russland. Die Einnahmen beliefen sich 2010 auf mehr als 50 Milliarden Euro. Rund zwei Milliarden Euro verdiente der Konzern.

  • Zurich Financial

    Längst ist der Versicherer über die Schweiz hinaus gewachsen. International ist die in Dollar bilanzierende Gruppe ein direkter Konkurrent von Allianz und Axa. 2010 flossen umgerechnet 49 Milliarden Euro in das Unternehmen, über zwei Milliarden Euro betrug der Gewinn unter dem Strich.

  • Munich Re

    Der weltgrößte Rückversicherer hat zwei Standbeine: Das Geschäft mit anderen Versicherern sowie das Privatkundengeschäft, das vor allem über die Tochter Ergo läuft. Mehr als 45 Milliarden Euro an Prämien flossen 2010 in die Kasse, dabei verblieb ein Gewinn von rund 2,4 Milliarden Euro.

  • CNP

    Der Versicherer ist in Frankreich führend im Verkauf von Lebensversicherungen. 33 Milliarden Euro an Prämien fließen im Jahr hinein, eine Milliarde Euro Gewinn zieht der Konzern daraus.

  • Credit Agricole

    Die französische Bank ist auch im Versicherungsgeschäft stark. Die Einnahmen der Sparte belaufe sich im Jahr auf rund 29 Milliarden Euro.

  • ING

    Die Versicherungssparte des Finanzkonzerns soll abgespalten und an der Börse verkauft werden. Im vergangenen Jahr trug der Bereich rund 28 Milliarden zu den Einnahmen bei. Wegen Altlasten im Zusammenhang mit der Finanzkrise ist der Bereich nicht sehr profitabel.

  • Prudential

    Der britische Konzern ist vor allem in Asien stark präsent. 2010 beliefen sich die Prämieneinnahmen auf umgerechnet 27 Milliarden Euro. Mehr als 1,6 Milliarden Euro Gewinn wies die Gruppe aus.

Daher verkündete Rieß nun erstmals konkrete Ziele für die nächsten Jahre. Die Prämieneinnahmen sollen in der Sachversicherung in dem stagnierenden Markt bis 2014 von zuletzt knapp neun auf 9,5 Milliarden Euro steigen. Dabei setzt die Allianz vor allem auf mehr modulare Produkte - wenn ein Kunde zum Beispiel eine Haftpflichtversicherung will, sollen ihm also auch gleich andere Produkte aus dem Allianz-Baukasten verkauft werden. In der Autoversicherung gibt es entsprechende Module schon, dies soll nun auf alle Bereiche ausgedehnt werden.

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Die Kosten will Rieß - bezogen auf die Prämieneinnahmen - um zwei Prozentpunkte drücken. Eine konkrete Einsparsumme nennt die Allianz nicht, da ja die Prämien gleichzeitig wachsen sollen. Ein Prozentpunkt entspricht aber etwa 70 bis 90 Millionen Euro. Arbeitsplätze streichen will die Allianz vor allem in den zetralen Stabsstellen in der Sachversicherung. Hier sollen 400 der 2200 Arbeitsplätze binnen drei Jahren wegfallen. Zudem will Rieß Dienstleistungen wie den zentralen Posteingang in Servicegesellschaften ausgliedern.

 

  • 03.12.2011, 17:25 UhrKunden_wie_lang_noch

    Seit 20 Jahren bin ich Allianz Kunde. Ideale Zielgruppe, Großstadt, Doppel-Verdiener, Hauseigentümer, Sparer....

    Hört man auf die Kunden?!

    Meine Spar-Vorschläge:

    1) Berater Verträge!
    2) Ich würde lieber direkt (ohne Vertreter) kaufen!

  • 30.11.2011, 08:47 Uhrlouielouie

    Kaum sind fünf Jahre vergangen wird, weiter abgebaut.
    Ebenfalls nachdenklich stimt mich, das im Manteltarifvertrag für das private Versicherungsgewerbe Tarifgruppen (A und B) , insbesondere auf Forderung der Allianz verhandelt wurden, um "einfache Tätifkeiten" innerhalb der Unternehmen zu belassen und keine Ausgliederungen durchzuführen.
    Nicht nachzuvollziehen ist auch die vergleichbar zu HUK hohen Kostensätzen von ca 28%
    Als (Mit-)Eigentümer der Allianz erwahrte ich ein nachhaltiges Konzept mit Verantwortlichen, die auch 2014 die heutigen Ziel des Umbaus noch verantworten werden.

    Keiner der Herren von 2006, namentlich Dr. Rupprecht, Dr. Mascher und Dr. Waltes sind aus dem Vorstand noch aktiv! Hier wurden 4800 Stellen abgebaut und die Unternehmensergebnis liegen weit hinter den Erwartungen.

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