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Versicherungsbranche: Strukturvertriebe stehen in der Kritik

Die Strukturvertriebe stehen bei der Versicherungsbranche in keinem guten Ruf: Laut einer Studie wollen deutlich weniger Versicherer als zuvor ihre Kooperationen in diesem Geschäftszweig ausbauen.

Das Ansehen der Strukturvertriebe ist in der Versicherungsbranche deutlich gesunken. Quelle: plainPicture
Das Ansehen der Strukturvertriebe ist in der Versicherungsbranche deutlich gesunken. Quelle: plainPicture

DüsseldorfDie Versicherungsbranche geht auf Distanz zu den Strukturvertrieben. Nur noch 36 Prozent der Versicherer wollen bis 2014 ihre Kooperationen mit Strukturvertrieben ausbauen, wie eine Umfrage der Unternehmensberatung Steria Mummert unter Führungskräften bei Versicherern ergab. Vor drei Jahren lag die Bereitschaft immerhin noch bei 47 Prozent. Damit liegen die Strukturvertriebe weit hinter anderen Vertriebspartnern wie Versicherungsmakler oder Banken abgeschlagen auf dem letzten Platz.

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Einen deutlich besseren Ruf genießen die Makler. 87 Prozent der Versicherer wollen hier ihre Kooperationen ausbauen. Die Unternehmen begründen dies damit, dass die Makler am ehesten passen, wenn es um eine unabhängige, allein dem Kunden verpflichtete Beratung geht - und genau diese wird von immer mehr Versicherungsnehmern inzwischen eingefordert. „Damit profitieren die Makler von den Schwächen anderer Finanzpartner“, lautet das Urteil der Unternehmensberatung. Das schlechte Abschneiden der Strukturvertriebe begründet Steria Mummert damit, dass sie in den vergangenen Jahren mit imagebedingten Absatzproblemen zu kämpfen hatten.

Strukturvertriebe stehen schon länger in der Diskussion. Kritiker monieren, dass viele Berater nicht gut genug ausgebildet seien und die Beratung oft provisionsgetrieben sei. Dies wird auch auf den pyramidenartigen Aufbau der Vertriebe zurückgeführt, bei dem Mitarbeiter auf einer höheren Hierarchiestufe an den Provisionen der einfachen Berater mitverdienen.

Für die Untersuchung hat Steria Mummert zusammen mit dem FAZ-Institut 100 Führungskräfte der größten Versicherer in Deutschland im April und Mai befragt. Die Umfrage fand statt, bevor in den Medien erstmals über die Sexreise der Ergo-Tochter HMI nach Budapest berichtet wurde. Experten gehen davon aus, dass dadurch das Image der Strukturvertriebe noch weiter gelitten hat.

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